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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

„Max Kruse ist in eine neue Dimension vorgedrungen“

Von Klaus Allofs. Es ist sehr schön, diese Euphorie in Bremen zu sehen. Weil sie auch absolut berechtigt ist. Man muss gar nicht sagen: Jetzt bleibt aber realistisch! Denn Werder spielt einen tollen Fußball und hat in der Bundesliga eine echte Chance auf Europa.

Dafür sprechen viele Dinge. Zum Beispiel werden Ausfälle sehr gut verkraftet. Dieses Thema wird oft unterschätzt, aber das ist sehr wichtig für die Gruppe. Jeder fühlt sich gebraucht, der Teamgeist wird dadurch noch größer. Das kann gerade im letzten Drittel einer Saison entscheidend sein.

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„Max Kruse ist jetzt ein viel kompletterer Spieler“

Für die Entwicklung einer Mannschaft ist es immer auch wichtig, dass sich die einzelnen Spieler verbessern – und dabei nicht nur die jungen. Ein Max Kruse ist für mich in eine neue Dimension vorgedrungen. Er spielt nicht mehr wie in seiner besten Zeit in Mönchengladbach oder in den letzten Jahren in Bremen. Da musste das Spiel sehr auf ihn zugeschnitten sein. Da musste man mit dem Kompromiss leben, dass er vielleicht nicht so schnell ist, etwas weniger nach hinten macht und andere für ihn arbeiten müssen. Jetzt ist Max nicht mehr dieser Einzelspieler, er ist jetzt der Führungsspieler, der vorangeht, in alle Richtungen arbeitet. Max hat eine ganz andere Körpersprache, motiviert, dirigiert, treibt an, staucht auch mal einen Kollegen zusammen. Das alles untermauert er mit ganz starken Leistungen, Assists und Toren. Max ist jetzt ein viel kompletterer Spieler.

Da stellt sich natürlich die Frage: Gehört Max wieder in die Nationalmannschaft? Ich befürchte, da ist kein Platz für ihn. Joachim Löw hat sich für einen anderen Weg mit jungen Spielern entschieden. Ein Leader wie Kruse wird da nicht eingeplant. Ist der Bundestrainer damit erfolgreich – so wie gegen die Niederlande, dann wird es Max Kruse wie Thomas Müller ergehen. Bei beiden Spielern ist es jedenfalls für mich keine Frage der Qualität, dass sie nicht dabei sind.

„Aus rein sportlichen Gesichtspunkten muss Kruse bei Werder bleiben“

Und wie geht es für Max bei Werder weiter? Aus rein sportlichen Gesichtspunkten muss er bleiben. Nirgends wird er als Person und als Fußballer sofort diese Akzeptanz haben wie in Bremen und auch nicht diese Führungsrolle spielen. Das alles müsste er sich erst neu erarbeiten – vor allem, wenn er zu einem absoluten Topclub gehen würde. Aber vielleicht klopft ja auch sein Traumverein an. Den finanziellen Aspekt darf man ebenfalls nie vergessen. Möglicherweise will Max auch noch mal etwas Neues erleben. Werders Chance ist es, Max zu beweisen, dass der aktuelle Aufschwung keine Eintagsfliege ist, dass bei Werder dauerhaft etwas passiert – und er diese Phase mitprägen kann. Natürlich wäre da die schnelle Qualifikation für das internationale Geschäft wichtig.

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Im Pokal ist es dabei am einfachsten, da braucht Werder nur noch drei Siege. Der erste wird auf Schalke allerdings schwierig genug. Die Situation der Schalker erinnert mich ein bisschen an Werder im Jahr 1999. Da wurde der Abstieg knapp verhindert und kurz danach der Pokal geholt. Das war damals so wichtig für den Verein. Ich freue mich auf dieses Spiel am Mittwoch, das wird richtig gut – und ich denke, dass Werder ins Halbfinale kommen wird.

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