Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

„Kohfeldts Siegversprechen finde ich gut“

Von Klaus Allofs. Vor solchen Spielen werde ich immer gefragt: Wem drückst du die Daumen? Dann muss ich immer lachen, denn ich habe noch nie verstanden, was dieses Daumendrücken bringen soll. Das müssen die Spieler auf dem Platz schon selbst machen.

Natürlich nehmen Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf den größten Platz in meinem Fußballer-Herzen ein. Den Rest teilen sich der 1. FC Köln und meine Vereine in Frankreich. Ich war als Kind schon Fortuna-Fan, habe es dann aus der Jugend zu den Profis geschafft, habe den Pokal gewonnen - und war später auch nochmal Trainer. Bei Werder lief es noch besser, dann habe ich dort auch noch als Verantwortlicher gearbeitet. So etwas vergisst man nicht. Deswegen wollte ich bei diesem Spiel auch unbedingt dabei sein und freue mich, dass Werder mich eingeladen hat.

Unter normalen Umständen wird Werder diese Partie gewinnen. Die Qualität der Mannschaft ist einfach höher. Natürlich waren die letzten Ergebnisse alles andere als gut. Die Mannschaft ist eben noch nicht so gefestigt. Erste Zweifel kommen auf, ob die hohen Ziele erreicht werden können - wahrscheinlich auch innerhalb der Mannschaft. Florian Kohfeldt hat sofort gegengesteuert. Das finde ich gut. Ein Siegversprechen solltest du sicherlich nicht zu oft geben, aber in dieser Situation ist es ein gutes Mittel, den Glauben an die eigene Stärke zu demonstrieren. Das ist auch ein klares Signal an seine Spieler.

Werder darf keinen Harakiri-Fußball abliefern

Gleichzeitig wird Kohfeldt gewarnt sein. Die Fortuna hat nicht nur beim 3:3 bei den Bayern gezeigt, wie unangenehm sie sein kann - vor allem natürlich Dodi Lukebakio. Der ist eine echte Waffe. Und niemand sollte denken, dass er nur schnell ist. Er hat auch gute Finten drauf und einen sehr guten Abschluss.

Da müssen die Bremer aufpassen. So einen Harakiri-Fußball wie vor zwei Wochen die Bayern dürfen sie, werden sie aber auch sicher nicht abliefern. Es gibt genügend erfahrene Spieler im Kader. Auf die kommt es jetzt ganz besonders an. Max Kruse, Nuri Sahin und Davy Klaassen müssen die Anker für die jungen Spieler sein. Zum Beispiel auch für die Eggesteins. So ein Brüderpaar aus der eigenen Jugend bei den Profis zu haben, das ist schon ein besonderes Markenzeichen eines Clubs.

Hier geht‘s zu allen DeichBlick-Kolumnen

„Hätte gerne länger mit meinem Bruder zusammen gespielt“

Ich habe es damals genossen, mit meinem Bruder Thomas für die Fortuna zu spielen – später auch noch kurz in Köln. Ein größeres Vertrauen zu einem Mitspieler kannst du gar nicht haben, davon profitiert die ganze Mannschaft. Obwohl es zwischen uns im Training manchmal ganz schön gekracht hat. Mit seinem Bruder geht man immer etwas strenger ins Gericht.

Ich möchte den Eggesteins da gar nichts raten. Aber in der Rückbetrachtung hätte ich gerne noch viel länger mit meinem Bruder zusammen gespielt, aber einmal musste mich die Fortuna an den 1. FC Köln verkaufen, später dann hat sich mein Bruder in Köln schwer verletzt – und ich bin nach Frankreich gewechselt.

Zurück zur Aktualität: Werder muss dieses Schlüsselspiel gewinnen. Es geht dabei um den eigenen Glauben, aber auch den Glauben der Fans. Ich bin gespannt, wie geduldig die Spieler und die Zuschauer dabei sein werden. Einfach wird es gegen diese Fortuna nämlich ganz sicher nicht.

Klaus Allofs

Zur Person: Die Fußball-Vita des Klaus Allofs (62) ist lang und bunt. Er wurde Meister in Frankreich (1989 mit Olympique Marseille) und Deutschland (1993 mit Werder), gewann mit dem SV Werder den Europapokal der Pokalsieger (1992) und mit der deutschen Nationalmannschaft den EM-Titel (1980). Ähnlich erfolgreich war der Weltklasse-Torjäger später auch als Manager. Allofs war der Architekt des Bremer Doubles 2004, feierte den DFB-Pokalsieg 2009. 2012 wechselte Allofs nach 13 Jahren in der Bremer Clubführung zum VfL Wolfsburg, wo er Ende 2016 freigestellt wurde.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare