Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Klaassen passt perfekt zu Werder“

Von Thomas Schaaf. Wir freuen uns nicht nur über die Ergebnisse, sondern auch über die Leistungen. Ich habe vor ein paar Wochen gesagt, dass diese Werder-Mannschaft einfach neugierig macht.

Das bestätigt sich nun Woche für Woche, wenngleich ich dabei unbedingt noch mal etwas über das Nürnberg-Spiel sagen möchte. Nach dem späten Ausgleich hat man gesehen, wie schnell die Menschen verärgert sind. Natürlich kann man das niemandem verbieten. Aber es ist nun einmal ein ganz schmaler Grat im Fußball. Jeder sollte immer daran denken, dass wir als Werder Bremen zwar ein hohes Ziel erreichen wollen, es aber deshalb nicht zwangsläufig müssen.

Man darf die vergangenen schwierigen Jahre nicht vergessen, zudem ist die Konkurrenz stark. Wir sollten den Druck auf die Mannschaft nicht zu groß werden lassen, denn sie braucht auch eine gewisse Lockerheit und Freiheit für ihr Spiel. Es werden jetzt ganz gewiss nicht alle Spiele gewonnen. Und deshalb darf die Stimmung auch nicht kippen, wenn das Ergebnis mal nicht stimmen sollte. Das ist die Aufgabe für uns alle.

Entwicklung der Mannschaft längst nicht abgeschlossen

In der ersten Halbzeit gegen Berlin hat die Mannschaft wirklich sehr dominant und ansprechend gespielt. Das war auch das Ziel vor der Saison, dahin hat sich die Mannschaft sehr gut entwickelt. Wir haben aber auch gesehen, dass die Mannschaft nach der Pause und dem Anschlusstreffer nicht mehr ganz in ihrer Spur war. Da kam der Elfmeter und das 3:1 zur richtigen Zeit. Was ich damit sagen will: Natürlich war der Sieg verdient, aber die Entwicklung der Mannschaft ist längst noch nicht abgeschlossen. Das ist ja auch gut so, wir sind noch früh in der Saison.

Wenn Werder jetzt als Bayern-Jäger bezeichnet wird, dann sollte das niemand zu ernst nehmen. Manche Überschriften müssen einfach gemacht werden. Das gehört zum Fußball dazu. Die Beteiligten und Verantwortlichen werden damit schon richtig umgehen, da bin ich mir sicher.

Thomas Schaaf ist von Davy Klaassen (l., hier gegen Herthas Karim Rekik) beeindruckt.

Natürlich habe auch ich beim Startelf-Debüt von Nuri Sahin genau hingeschaut. Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Nuri Sahin und Philipp Bargfrede sind beide als Sechser Gestalter. Dabei ist Nuri sicherlich einen Tick offensiver und tendiert in Richtung Spielmacher. Philipp interpretiert die Rolle dagegen mehr in Richtung Abfangjäger. Es ist gut, so verschiedene Typen für eine Position zu haben, wobei es für mich nicht ausgeschlossen ist, dass beide auch zusammen auflaufen können.

Besonders aufgefallen ist mir auch Davy Klaassen. Es war ja klar, dass er eine große Qualität mitbringt. Aber es ist schon beeindruckend, wie perfekt er zu Werder und zu dieser Mannschaft passt. Er agiert so intensiv, aber dabei auch total unaufgeregt. Er holt alles aus sich heraus, bringt sich hervorragend ins Team ein und muss dabei nicht selbst im Mittelpunkt stehen. Davy ist ein großartiger Spieler, der gemeinsam mit der Mannschaft noch besser werden kann. Er ist ja noch gar nicht so lange in Bremen.

Stuttgart-Spiel wird ein ganz heißes Eisen

Im Gegensatz zu Theodor Gebre Selassie: Wir wissen schon lange, was wir an Theo haben. Er ist so laufstark und geht die Wege nach vorne auch zu Ende. Deswegen ist er dann auch plötzlich im Strafraum und bekommt den Strafstoß wie gegen Berlin.

Bei allem Lob, in Stuttgart geht es für Theo und Co. wieder bei null los. Und niemand sollte sich von den bisherigen Ergebnissen des VfB blenden lassen und lieber daran denken, was die Stuttgarter in der vergangenen Rückrunde gezeigt haben. Das wird ein ganz heißes Eisen! Ich freue mich drauf!

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler (1978 bis 1995), dann Trainer (1999 bis 2013), jetzt Technischer Direktor (seit 1. Juli 2018) – mehr Werder, als Thomas Schaaf (57) es zu bieten hat, geht nicht.

Weitere DeichBlick-Kolumnen:

Rolf „Rollo“ Fuhrmann: „Saisonziel erreicht - leider ist erst Herbst“

Klaus Allofs: „Nuri Sahin ist für mich kein Sechser“

Sebastian Prödl: „Papa Pizarro ist wie ein guter Whiskey“

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