Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Sancho ist schon weiter als Sargent“

Von Thomas Schaaf. Das war schon ein besonderes Spiel gegen Düsseldorf – nicht nur wegen des Sieges. Wenn man gesehen hat, wer getroffen und wer die Tore vorbereitet hat, da steckte so viel Werder drin.

Nur Kevin Möhwald stammt dabei nicht aus unserer Jugend. Die weiteren Torschützen Martin Harnik und Josh Sargent haben hier genauso im Nachwuchs gespielt wie die Assistenten Max Kruse, Johannes Eggestein und wiederum Harnik. Es ist einfach schön, wenn sich die Arbeit so im Profi-Bereich widerspiegelt.

Bei Sargent möchte ich – genauso wie Trainer Florian Kohfeldt – dafür werben, ihn jetzt nicht zu hoch zu jubeln. Bitte nicht vergessen: Josh ist noch ein ganz junger Bursche, er könnte noch in der U19 spielen. Körperlich hat er es in den vergangenen Monaten gut hinbekommen, dass er den Belastungen durchaus gewachsen ist. Trotzdem muss man vernünftig bleiben, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Schaaf: „Josh Sargent ist ganz geerdet“

Ich weiß, jetzt zeigen viele nach Dortmund und schwärmen von Jadon Sancho. Der ist zwar auch erst 18 Jahre alt, aber schon weiter. Und das dank eines guten Aufbaus in der Vergangenheit. Das begann schon in England. Außerdem gehen auch die Dortmunder sehr behutsam mit ihren Talenten um. Man darf sich da aus der Ferne nicht nur von Schlagzeilen blenden lassen.

Josh macht das hier ebenfalls alles sehr gut. Ihn muss man jetzt nicht auf den Boden holen. Er ist ganz geerdet, hat einfach Spaß am Fußball und ist sehr fokussiert. Für ihn gilt nun, sich weiter voll reinzuhängen und seine Leistungen zu bestätigen.

Schaaf schätzt Favre - BVB-Coach hat „ähnliche Ansätze“

Am Samstag erwartet Werder in Dortmund eine große Herausforderung. Die Borussia ist richtig stark. Egal, wo Lucien Favre arbeitet, liefert er klasse Arbeit ab. Ich schätze ihn als Kollegen wirklich sehr. Nach vorne sind seine Mannschaften sehr kreativ und genießen viele Freiheiten, hinten erwartet er dagegen sehr große Disziplin. Es hat immer Spaß gemacht, sich mit Lucien zu messen, weil wir ähnliche Ansätze beim Fußball haben.

Für Werder sollte es ein Genuss sein, gegen den Tabellenführer in so einem Stadion zu spielen. Aber genießen kann man es nur, wenn man selbstbewusst ist und an die eigene Stärke glaubt. Das traue ich unserer Mannschaft absolut zu, deswegen freue ich mich auch schon auf dieses Spiel.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. Im Sommer ist der 57-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

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