Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann und Sebastian Prödl.

DeichBlick-Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube

„Kruse weiß, was er an Werder hat: Max und ich brauchen diese Wohlfühloasen“

Von Nils Petersen. Am Samstag geht’s für uns zu einem Europapokal-Aspiranten. Ja richtig, zu einer Mannschaft in Top-Form, die nicht am Limit spielt, sondern mit Frankfurt und Hoffenheim zu den aktuell konstantesten Mannschaften zählt! Ich freue mich riesig darüber, dass Werder mal wieder für Furore sorgt. Dass Fans und Stadt für ihre Geduld in den letzten Jahren belohnt und regelmäßig wieder verwöhnt werden.

Es ist für uns Freiburger das erste Mal seit langem, dass wir mit sehr, sehr großem Respekt die Reise an die Weser antreten. Das haben sich Florian Kohfeldt und seine Mannen auch verdient. Es macht Spaß, zuzuschauen und die Konstanz ist beeindruckend: In jedem Spiel ein Tor! Immerhin haben wir es beim 1:1 im Hinspiel bis zur 92. Minute zu Null geschafft.

Damals war es aber noch nicht absehbar, dass Werder diese Rolle in der Liga einnimmt. Die Transfers von Milot Rashica und Davy Klaassen haben sich bezahlt gemacht. Die Eggesteins sind schon jetzt Identifikationsfiguren, denen man im Verein auch Phasen verzeihen würde, in denen es nicht läuft – aber auch sie zeigen Konstanz.

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Den Status, den Kruse sich in Bremen erarbeitet hat, bekommt er bei keinem Verein

Und über Max Kruse muss man gar nicht viel schreiben: Der Junge tut Werder so gut. Und Werder ihm. In meinen Augen tut er sich den größten Gefallen, wenn er Bremen die Treue hält. Max und ich durften schon das eine oder andere sehen, er sogar auf internationalem Niveau. Er weiß, was er an Werder hat und dass er dort seine besten Leistungen abruft. Diesen Status, den er sich in Bremen erarbeitet hat, bekommt er bei keinem anderen Verein.

Ich kenne Werder und Freiburg aus dem Effeff und weiß, dass beide Clubs Wohlfühloasen sind. Max und ich sind Spieler, die das benötigen, um unser Maximum an Leistung abrufen zu können. Mit ihm, Rashica und Jojo sowie Piza oder Martin Harnik in der Hinterhand hat Werder auch in Zukunft eine Offensive, die um Platz drei bis sieben mitspielen kann. 

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Petersen: „Ich muss leider verletzungsbedingt auf Bremer Knipp verzichten“

Ein fitter Yuya Osako und womöglich noch Rückkehrer Niclas Füllkrug würden das Ganze noch abrunden. Fin Bartels nicht zu vergessen! Hui, hui, hui! Viel Spaß bei der Mannschaftsaufstellung, Flo Kohfeldt! Auf Dauer fehlt uns Freiburgern dann leider ein weiterer Kontrahent im Abstiegsstrudel, aber ehrlich gesagt, freut mich das.

Ich muss in dieser Saison leider verletzungsbedingt auf Bremer Knipp und „Lebenslang Grün-Weiß“-Musik verzichten. Meine nicht immer sichtbaren Muskeln zwicken – Ü30 halt. Aber im nächsten Jahr kann ich dann Max und Piza fragen, was das Geheimnis ist. Oder in Berlin Ende Mai, wenn ich auf neutralem Boden vielleicht mal wieder das Nordderby erleben darf – das würde ich mir gerne angucken. Ab Samstag, 17.19 Uhr, bin ich nämlich auch wieder Bremer Daumendrücker.

Nils Petersen

Zur Person: Der 29-jährige Stürmer kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling.

Nils Petersen: Seine Karriere in Bildern

Nils Petersen startete seine Profikarriere 2007 beim FC Carl Zeiss Jena. Vorher spielte er in der Jugend bei Germania Halberstedt.
Nils Petersen startete seine Profikarriere 2007 beim FC Carl Zeiss Jena. Vorher spielte er in der Jugend bei Germania Halberstedt. © imago
2009 wechselte der Stürmer zum FC Energie Cottbus. Dort wurde er in der Saison 2010/11 mit 25 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga.
2009 wechselte der Stürmer zum FC Energie Cottbus. Dort wurde er in der Saison 2010/11 mit 25 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga. © imago
Der Ballermann der Zweiten Liga erhielt ein Angebot vom FC Bayern. Petersen spielte ab Sommer 2011 für den deutschen Rekordmeister.
Der Ballermann der Zweiten Liga erhielt ein Angebot vom FC Bayern. Petersen spielte ab Sommer 2011 für den deutschen Rekordmeister. © imago
2012 lieh Werder Petersen aus, ein gutes Geschäft für beide Seiten. In Bremen bekam der Angreifer mehr Spielpraxis und schoss elf Tore.
2012 lieh Werder Petersen aus, ein gutes Geschäft für beide Seiten. In Bremen bekam der Angreifer mehr Spielpraxis und schoss elf Tore. © imago
Im Sommer 2013 verpflichteten die Hanseaten Petersen dann fest. Er erhielt einen Vertrag bis 2017.
Im Sommer 2013 verpflichteten die Hanseaten Petersen dann fest. Er erhielt einen Vertrag bis 2017. © imago
Zwei Jahre später wechselte Petersen zum SC Freiburg - zurück in die Zweite Liga. Mit dem SCF stieg er direkt wieder auf.
Zwei Jahre später wechselte Petersen zum SC Freiburg - zurück in die Zweite Liga. Mit dem SCF stieg er direkt wieder auf. © imago
2016 war Petersen fester Bestandteil der Olympia-Mannschaft. Beim Elfmeterschießen im Finale gegen Brasilien versagten die Nerven. Der Stürmer verschoss, Deutschland holte die Silber-Medaille.
2016 war Petersen fester Bestandteil der Olympia-Mannschaft. Beim Elfmeterschießen im Finale gegen Brasilien versagten die Nerven. Der Stürmer verschoss, Deutschland holte die Silber-Medaille. © imago
Petersen spielte eine hervorragende Saison 2017/2018 und schoss hinter Robert Lewandowski (29 Treffer) die meisten Tore (15).
Petersen spielte eine hervorragende Saison 2017/2018 und schoss hinter Robert Lewandowski (29 Treffer) die meisten Tore (15). © imago
So stand Petersen im vorläufigen WM-Kader von Joachim Löw. Der Bundestrainer verzichtete aber im finalen Kader auf den Ex-Bremer.
So stand Petersen im vorläufigen WM-Kader von Joachim Löw. Der Bundestrainer verzichtete aber im finalen Kader auf den Ex-Bremer. © imago

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