Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann und Sebastian Prödl.

DeichBlick-Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube

„Wir spielen nicht den Aufbaugegner“

Von Nils Petersen. Werder kommt nach Freiburg – für mich ist das nach wie vor ein besonderes Spiel und ich hoffe natürlich, dass wir das Kunststück der letzten Saison wiederholen und die Punkte im Breisgau behalten. Denn bei allem Respekt vor den Bremern und ihren Qualitäten: Wir spielen am Sonntag nicht den Aufbaugegner.

Werder wird den Bock nach drei Niederlagen in Folge selbstverständlich umstoßen wollen, und wir sind gut beraten, auf keinen Fall naiv an die Sache ranzugehen und die Bremer zu unterschätzen. Werder hat zuletzt zwar gewackelt, das will ich aber gar nicht überbewerten, denn mit ein bisschen mehr Glück wäre gegen Gladbach mindestens ein Unentschieden drin gewesen. Alassane Plea hat einfach mit seinen drei Toren den Unterschied gemacht.

Und ganz ehrlich: Bei aller Sympathie für Werder hätte ich nichts dagegen, wenn ich am Sonntag nach ausgestandener Verletzung endlich wieder auf dem Platz stehen, treffen und gerne damit auch den Unterschied machen könnte.

Apropos Unterschied: Ich sauge alles über die Bundesliga auf, lese viel, stöbere in Statistiken. Und dabei ist mir nicht entgangen, dass die ersten Stimmen laut werden, Max Kruse müsse seinem Ruf als Unterschiedsspieler noch mehr gerecht werden. Max macht das schon. Er liegt mit 29 Torschüssen auf Platz fünf im Bundesliga-Vergleich und mit etwas weniger Pech werden die Bälle bald wieder im Netz zappeln – aber gegen uns darf sich Max gerne noch zurücknehmen.

Das gilt auch für Florian Kainz. Ich habe mich darüber gewundert, dass bei ihm über einen Wechsel spekuliert und er mit dem 1. FC Köln in Verbindung gebracht wurde. Frank Baumann hat bereits deutlich gesagt, dass Werder Kainz nicht abgeben will. Auch ich sehe dafür überhaupt keinen Anlass.

#DeichFUMS - Folge 4: Ernüchterung, DeichLeaks und Petersen am grünen Telefon

Die Brocken werden eher größer als kleiner

Kainz ist aus meiner Sicht ebenfalls ein Spieler, der den Unterschied machen kann, weil er etwas mitbringt, was nicht viele Angreifer in der Bundesliga haben: Wie er mit Tempo im Eins-gegen-eins an Gegenspielern vorbeiziehen kann, ist eine große Qualität, dazu hat er einen fantastischen Schuss. Ich bin davon überzeugt, dass er sich bei Werder durchsetzen wird, auch wenn die Konkurrenz in der Offensive mit Yuya Osako, Martin Harnik, Milot Rashica, Johannes Eggestein, Claudio Pizarro und hoffentlich bald auch wieder Fin Bartels brutal stark ist.

Es werden spannende Wochen für Werder. Wie wird die Mannschaft mit dem zunehmenden Druck umgehen? Denn nach uns muss Werder gegen die Bayern ran. Dortmund, Hoffenheim und Leipzig stehen vor Weihnachten auch noch auf dem Programm. Die Brocken werden eher größer als kleiner – alles andere als ein Zuckerschlecken für Werder.

Nils Petersen

Zur Person: Nils Petersen kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling. Kurz vor der WM 2018 feierte er mit 29 Jahren sein Debüt im deutschen Nationalteam.

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