Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Naldo, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Naldo, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

So sehen es die Experten

Nils Petersen schreibt in seiner DeichBlick-Kolumne: „Werder Bremen wird zu schlecht geredet“

Werder Bremen kommt zu uns nach Freiburg! Der erste Bundesliga-Spieltag nach dem Ende der Transferperiode – und bei vielen Bremern ist die Aufbruchstimmung bereits großer Sorge gewichen. Warum eigentlich?

Zwar habe auch ich am Deadline Day gestaunt, dass Werder Bremen nicht mehr auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat. Und ja, der Abgang von Davy Klaassen tut dem Bremer Mittelfeld weh. Dennoch glaube ich, dass Werder nun nicht deutlich schlechter dasteht, der aktuelle Kader bietet immer noch interessante Perspektiven.

In meiner gesamten Karriere war es so – die Zeit beim FC Bayern ausgenommen –, dass die besten Spieler von größeren Clubs weggekauft wurden. Der SC Freiburg hat in der abgelaufenen Wechselphase Robin Koch, Luca Waldschmidt und Alexander Schwolow abgegeben – sportlich und menschlich große Verluste! Solche Transfers sind bekanntermaßen nichts Ungewöhnliches, nur kann in Zeiten der Corona-Pandemie das Geld aus Spielerverkäufen nicht zwingend in Neuzugänge reinvestiert werden.

Nils Petersen sicher: Werder Bremen wird noch viel Freude an Milot Rashica haben

So bedarf es neuer Strategien – und Werder Bremen will aus der Not, auf junge Spieler setzen zu müssen, eine Tugend machen. Ein „sportliches Risiko zugunsten der wirtschaftlichen Konsolidierung“, so hat es Werder-Trainer Florian Kohfeldt zuletzt erklärt. Ein Risiko, das meiner Meinung nach auch Chancen bietet: Die jungen Spieler wie Jean-Manuel Mbom oder Romano Schmid werden sich beweisen wollen und um den Platz in der Startelf kämpfen – und vielleicht entsteht dabei ein neuer Spirit, ein Zusammenhalt, die oft geforderte „Jetzt-erst-Recht-Mentalität“, von der sich auch gestandenere Spieler wie Maxi Eggestein oder Kevin Möhwald anstecken lassen.

Jetzt schon alles schlecht zu reden und Untergangsszenarien zu skizzieren, halte ich für falsch, zumal Werder in den anderen Mannschaftsteilen wirklich gut besetzt ist. Dass Milot Rashica nicht verkauft wurde, mag beim Spieler und auch bei vielen Fans im ersten Moment für Frust gesorgt haben, aber ich bin mir sicher, dass die Bremer noch viel Freude an Rashica haben werden. Und vielleicht sind es gerade dessen Tore, die am Ende für den Klassenerhalt sorgen.

Nils Petersen: Werder Bremen wäre auch bei Niederlage gegen SC Freiburg nicht direkt in einer Krise

Wir Freiburger werden Werder am Samstag jedenfalls ganz sicher nicht unterschätzen. Bremen hat sechs Punkte aus drei Spielen geholt, ein Sieg gegen uns und es wäre ein richtiger guter Saisonstart. Wir werden das hoffentlich zu verhindern wissen – und auch dann steckt Werder nicht in einer Krise. Es ist ein Neuanfang und der funktioniert selten von heute auf morgen.

Apropos Neuanfang: Ich werde in wirklich jeder Transferphase von Freunden, Bekannten und Fans auf eine Rückkehr zu Werder Bremen angesprochen. Erlaubt mir die Floskel „Man soll niemals nie sagen“, aber es ist ja bekannt, wie wohl ich mich beim SC Freiburg fühle. Ich bleibe also noch ein bisschen und drücke Werder aus dem Breisgau die Daumen – nur am Samstag nicht!

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