Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen.

DeichBlick-Kolumne: Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

Pizarro – die Hoffnung meiner Fußball-Seele

Von Rollo Fuhrmann. Hallo, hallo! Wenn ein Lächeln die Welt retten könnte, dann wäre es das von Claudio Pizarro.

Verliebt in einen Fußballer – und da bin ich bei weitem nicht alleine. Was immer ich lese und höre: über den Bremer Peruaner verliert keiner in Fußball-Deutschland ein böses Wort. Im Gegenteil, er ist beliebt und geachtet wie kaum ein anderer. Lobeshymnen und Bewunderung von nahezu allen Fans.

Respekt und Verehrung für die Leistungen des ältesten Torschützen der Bundesligageschichte und für den Menschen. Fällt mir doch glatt die Liedzeile von Ina Deter ein: „Wenn du so bist wie dein Lachen, möcht‘ ich tausend Sachen mit dir machen.“

„Lebenslang Pizarro“

Pizarro macht gute Laune und Mut. Sein optimistisches und bescheidenes Auftreten, seine Fitness und Leistung verdienen große Anerkennung . Nach den Toren beim Pokalsieg in Dortmund habe ich getwittert: „…Pizarro, ich glaub, ich fang auch wieder an.“ 40 Jahre und dann solche Tore. Er macht nicht nur uns Älteren Hoffnung und befeuert die Erkenntnis, dass es nie zu spät für Engagement und Lebenslust ist. In dieser Welt der Populisten und Pessimisten ist er auch und gerade für die Jüngeren ein Licht am Ende des Tunnels.

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Für die Fans am Osterdeich gilt „Lebenslang grün-weiß“, aber auch „Lebenslang Pizarro“. Zig Interviews habe ich mit ihm geführt, ob bei Werder oder Bayern und nicht ein einziges Mal erlebt, dass er unwirsch oder unfreundlich war. Okay, für die Zuschauer ist es ja oft unterhaltsamer, wenn es ab und zu auch Zoff bei den Gesprächen gibt. Gab es aber mit Claudio nie. Ja, ein Reporter sollte niemals distanzlos sein. Ich gebe zu, er war der Einzige, bei dem ich es manchmal einfach sein ließ. Begrüßt habe ich ihn dann oft mit dem, was alle sangen: „Pizarro, oho…“ Und jedes Mal huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Irgendwann, auch wenn ich keine Interviews am Spielfeldrand mehr führe, werde ich ihm noch mal mit dem „Pizarro, oho…“ huldigen. Vielleicht bekomme ich ja noch ein Selfie.

Ein Herz und eine Seele des Fußballs

Nach dem Spiel bei Hertha BSC beantwortete Pizarro die Fragen meiner Kollegen von Sky und ZDF, ob er nach der Saison noch weiter mache, mit einem verschmitzten Gesichtsausdruck: „Mein Kopf sagt ja, aber ich weiß nicht, was mein Körper sagt.“ Großartig! Lieber Claudio, ich hoffe, dein Körper sagt noch etwas länger ja. Du bist ein Herz und eine Seele des Fußballs, der nur noch kommerzielle Wege zu gehen droht. Du bist eine Hoffnung für alle Fans – und für das Spiel, das wir lieben.

Rolf „Rollo“ Fuhrmann


Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (69) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit Mai 2017 ist der Kult-Reporter Rentner – aber nur in Teilzeit: Für die DeichStube schreibt Fuhrmann nun regelmäßig über Werder und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

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