Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen.

DeichBlick-Kolumne: Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

„Saisonziel erreicht – leider ist erst Herbst“

Von Rolf Fuhrmann. Hallo hallo! Schaut man in Bremen auf die Tabelle, ist alles so, wie man sich das vorgestellt hat. Ein Saisonstart fast nach Maß. Bester Nordclub und in internationalen Sphären.

Alles gut? Bei Weitem nicht! Abgesehen von einigen – zugegeben – glanzvollen spielerischen Einzelleistungen, stimmt es in vielen Bereichen überhaupt nicht.

An erster Stelle frage ich mich, warum die Mannschaft nicht bis zum Abpfiff nach 45 beziehungsweise 90 Minuten die Konzentration hochhalten kann. Ich erinnere da nur an den späten Ausgleich gegen Nürnberg, in Augsburg klingelte es direkt vor der Pause. Die mangelnde Aufmerksamkeit ging dort nach dem Wechsel gleich weiter. Für mich ist das völlig unverständlich.

Aus der Rubrik „Drei Punkte und abhaken“

Das zweite Problem ist die ungewohnt unsichere Defensive. Ich dachte eigentlich, dass mit dem starken Jiri Pavlenka im Tor und der oftmals sehr guten Viererkette hinten alles im Lot sei. Das Gegenteil war der Fall, die Zuordnung stimmte nicht, es herrschte eine grobe Sorglosigkeit. Zeitweise kam mir James Dean und „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ in den Sinn.

Max Kruse sagte schon ganz treffend unter der Woche, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit noch eine Lücke klafft – bisweilen wohl eine ziemlich große. Nun war er es, der fast aus dem Nichts sein erstes Saisontor erzielte und somit den Grundstein für einen megaglücklichen Sieg legte. Überhaupt war Kruse einer der wenigen Lichtblicke. Durchaus Hoffnung macht mir auch Claudio Pizarro mit seinem Startelfdebüt und der Vorlage für Maximilian Eggesteins Superschuss zur 2:0-Führung. Alles andere fällt unter die Rubrik ‚Drei Punkte und abhaken‘.

Gegen Hertha bitte Konzentration bis zum Schlusspfiff

Das gilt übrigens auch für die Fans, die Werder am TV verfolgen und zeitgleich ihre Gefühlslage auf Twitter kundtun. Dazu zähle ich übrigens auch. Von grenzenlosem Optimismus, Jubel und Lobeshymnen bis zu Verzweiflung, Trauer und Wut ist alles dabei. Besonders beeindruckt hat mich, dass Werder-Fans nicht nur aufrichtiges Mitleid mit dem unglücklichen Keeper Fabian Giefer hatten, sondern auch kritisierten, dass einige Augsburger Fans ihren eigenen Keeper ausgepfiffen haben. Die Worte von Werder-Sportchef Frank Baumann, der die Pfiffe im Weserstadion nach dem späten Nürnberger Ausgleich kritisiert hatte, scheinen angekommen zu sein.

Das ist auch gut so, denn gegen den Tabellenzweiten aus Berlin ist am Dienstag die normalerweise immer starke Unterstützung der Fans gefordert. Vor allem, wenn es mal nicht ganz so gut laufen sollte. Aber ganz klar ist auch die Mannschaft in der Pflicht – und zwar bis zum Schlusspfiff! Ich wünsche mir Konzentration bis zum Ende und eine erfolgreiche stürmische Offensive. Denn es ist zwar schön, schon jetzt als Tabellenvierter das Saisonziel erreicht zu haben, aber leider ist erst Herbst.

Rolf „Rollo“ Fuhrmann

Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (69) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit einem Jahr ist Schluss, der Kult-Reporter ist in Rente gegangen. Für die DeichStube schreibt Fuhrmann nun regelmäßig über Werder und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

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