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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

Schaaf: Großes Kompliment an den FC Bayern, aber...

Von Thomas Schaaf. Gleich zwei Mal gegen die Bayern – besser geht es doch fast nicht! Zumal wir uns in der Bundesliga nach dem wichtigen Sieg gegen Freiburg doch in einer sehr guten Position befinden. Alles ist möglich! Die Mannschaft kann am Samstag befreit und mutig in München aufspielen. 

Ich bin dort immer gerne aufgelaufen, weil es außergewöhnliche Spiele waren. Okay, ich habe dort als Profi nur einmal gewonnen, der FC Bayern war eben immer das Maß aller Dinge. Aber wir sind oft genug rangekommen, haben sie auch mal überholt und selbst die Titel geholt. Gerne erinnere ich mich an die Zeit, als wir mit mir als Trainer fast schon so etwas wie der Angstgegner der Bayern waren. Unvergessen ist natürlich der Sieg zu unserer Meisterschaft 2004 im Olympiastadion.

Aber ganz ehrlich: Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Verantwortlichen des FC Bayern. Ich habe mal zu meinem damaligen Trainerkollegen Ottmar Hitzfeld gesagt, dass es eine große Leistung ist, immer an der Spitze sein zu wollen und das auch fast immer zu schaffen. Man kann dem FC Bayern nur ein großes Kompliment aussprechen, wie sich der Club entwickelt hat und wie wirtschaftlich stark er geworden ist. 

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Schaaf: „Der FC Bayern muss diesen Weg mitgehen, um in Europa ganz oben dabei zu sein“

Wir als SV Werder werden die Bayern finanziell wahrscheinlich ohne einen richtig großen Investor nie einholen können. Und ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass sich der SV Werder mal in die Hände eines solchen Investors begeben wird. Für unseren Verein kommen eigentlich nur strategische Partner in Frage. Wir müssen uns sportlich weiter stabilisieren, den eingeschlagenen Weg weitergehen und Talente entwickeln.

Natürlich ist es hart anzusehen, wenn die Bayern für einen Spieler 80 Millionen Euro ausgeben. Diese Preise sind für uns alle nicht mehr greifbar. Aber was sollen die Bayern machen? Sie wollen auch in Europa ganz oben dabei sein. Da bleibt ihnen nichts anderes übrig, als diesen Weg mitzugehen. Es ist nun einmal sehr, sehr viel Geld im Markt. 

In der Premier League ist das kaum noch zu fassen. Ich habe gelesen, dass der FC Liverpool in einem Jahr allein für Berater über 50 Millionen Euro ausgegeben hat – und dazu noch über 180 Millionen Euro für Transfers. Beim FC Chelsea, Manchester City, Manchester United, Real Madrid, dem FC Barcelona, Atletico Madrid, Juventus Turin und Paris St. Germain wird das ähnlich sein – und ich habe bestimmt noch ein paar Clubs vergessen. So ist das eben im heutigen Fußball-Geschäft.

Trotzdem bleibt es spannend. Der FC Bayern ist gegen Werder zwar der große Favorit, dennoch können wir die Überraschung schaffen, vielleicht schon am Samstag, vielleicht erst am Mittwoch – oder sogar zwei Mal. Ganz wichtig dabei: Die beiden Spiele haben nichts miteinander zu tun, das erste Spiel wird keine Auswirkungen auf das zweite haben. Denn am Mittwoch ist Pokal. Da weiß auch ein Favorit wie Bayern, dass es nicht nur um ein Spiel, sondern um einen ganzen Wettbewerb, um einen Titel geht. Mit dieser ganz speziellen Atmosphäre im Weserstadion wird das ein besonderer Abend werden, da bin ich mir sehr, sehr sicher.

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Thomas Schaaf

Die Stimmung in der Allianz-Arena kann auch ganz gut sein. Ich mag dieses Stadion, weil es groß, eng und zum Glück ohne Dach ist. Wer jetzt in den Kabinen besonderen Luxus erwartet, weil es das Stadion der Bayern ist, den muss ich enttäuschen – zumindest im Gäste-Bereich, und nur den kenne ich, ist alles ganz normal und funktionell.

Ich weiß natürlich, dass Werder in der Liga schon eine Ewigkeit nicht mehr gegen die Bayern gewonnen hat. Wir haben aber auch schon ewig kein Heimspiel mehr im Pokal verloren. So ist das mit den Statistiken, es gibt für jeden eine – und auf das einzelne Spiel haben sie überhaupt keine Auswirkungen. Auch das ist Fußball.

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