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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Kevin De Bruyne ist bis heute ein optimales Vorbild“

Von Thomas Schaaf. Über den Besuch von Per Mertesacker in Bremen habe ich mich vergangene Woche sehr gefreut. Per ist einfach ein angenehmer Typ. Ob jetzt als Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal oder einst als Spieler: Wenn er etwas anpackt, dann macht er das ganz konsequent.

Er ist jemand, der immer Freude und Spaß am Fußball vermitteln will, aber das auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Wir haben schon vor Monaten über diesen Austausch gesprochen, und dann habe ich gesagt: „Pass auf Langer, ich besuche dich mal!“ Und jetzt war er hier bei uns. Das wollen wir noch ausweiten – ohne festen Vertrag, ohne Abhängigkeiten. Unsere Trainer sollen mal schauen, wie sie es bei Arsenal machen – und umgekehrt. Es geht auch darum, in die Diskussion zu kommen. Das ist wichtig. 

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Die Bundesliga ist eine gute Adresse für Ausleihen

Das machen wir auch mit anderen Clubs – zum Beispiel dem FC Nordsjälland in Dänemark. Es muss nicht immer ein namhafter Club sein, es geht um Inhalte. Aber noch mal zurück nach England: Im Moment kommen viele englische Talente in die Bundesliga. Die Engländer haben im Nachwuchsbereich eine sehr gute Entwicklung genommen. Nationalcoach Gareth Southgate, den ich schon persönlich kennenlernen durfte, lässt einen attraktiven Fußball spielen und hat auch einen sehr guten Blick für diese Talente. 

Die haben es in der Premier League aber nicht immer so einfach – vor allem nicht bei den Topclubs. Da ist das Niveau natürlich enorm hoch. Deswegen wird nach guten Alternativen für Ausleihen auf dem europäischen Markt gesucht. Die Bundesliga ist da eine gute Adresse. Ich sehe das überhaupt nicht kritisch. Wir können davon profitieren. So wie damals bei Kevin De Bruyne. Der ist natürlich Belgier, kam aber 2012 aus England zu uns nach Bremen. Wir konnten ihn vom FC Chelsea ausleihen. Er war ein unglaubliches Talent. Natürlich hat vor allem er seinen großartigen Weg realisiert. Aber wir haben seine Entwicklung zumindest ein kleines bisschen mitbestimmt. Das freut mich riesig. 

Wollen eigene Talente entwickeln - bei den Eggesteins und Sargent gut gelungen

Natürlich ist es schade, so einen Spieler nach der Ausleihe ohne Ablöse ziehen zu lassen. Aber anders hätten wir wahrscheinlich so ein Talent nie bekommen. Sportlich war er ein großer Gewinn für uns, und Kevin ist bis heute ein optimales Vorbild für andere Talente, dass Werder eine sehr gute Wahl am Anfang einer Karriere sein kann. Natürlich wollen wir zuvorderst selbst Talente in unserem Nachwuchsleistungszentrum entwickeln. Und wir müssen sie so gut vorbereiten, dass sie sich durchsetzen können – auch gegen Spieler aus dem Ausland. Das muss unser Anspruch, das muss unser Ansporn sein. Letztlich geht es um die Leistung. 

Schon gelesen? Maxi Eggestein hat sich entschieden - und wird wohl bleiben

Dabei setzen wir auf eine gesunde Entwicklung, was nicht immer einfach ist. Wer in jungen Jahren plötzlich besser ist als die anderen, der erlebt schnell einen großen Hype – außerhalb, aber auch innerhalb des Vereins. Da müssen wir die Ruhe bewahren. Bei Maximilian und Johannes Eggesteins sowie Josh Sargent ist uns das gut gelungen. In einem Bundesliga-Kader kommt es immer auf eine gute Mischung von ganz erfahrenen, schon reifen Spielern und eben auch Talenten an. Diesen Mix haben wir in dieser Saison. Ich freue mich auf die letzten Spiele. Der Sieg in Leverkusen war sehr, sehr wichtig. Jetzt muss die Mannschaft hungrig bleiben – und das wird sie auch. Es wäre einfach toll, wenn sie es wirklich schaffen würde, bis zum Schluss im Kampf um die internationalen Plätze dabei zu sein.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. In der Saison 2014/15 trainierte Schaaf die Frankfurter Eintracht. Im Sommer ist der 57-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

Mehr News zu Werder Bremen

„Der Kopf braucht länger als der Körper“ - Sebastian Prödl schreibt in seiner Deichblick-Kolumne über Werder Bremen, die Verletztenmisere und den Wechsel von Martin Harnik. So etwas gibt es wahrscheinlich nur beim SV Werder Bremen: Erfolgstrainer Thomas Schaaf, der mit dem Club 2004 das Double holte, ist nun Assistent von U23-Coach Konrad Fünfstück in der Regionalliga Nord.

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