Die DeichBlick-Kolumnisten (v. L. n. R.): Torsten Frings, Felix Kroos, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Sebastian Prödl schreiben über den SV Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten (v. L. n. R.): Torsten Frings, Felix Kroos, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Sebastian Prödl schreiben über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne von Felix Kroos

Kroos: „Nie vergessen - Auf dem Rasen herrscht Ausnahmezustand“

Von Felix Kroos. Erst mal möchte ich hier eine Lanze für Mitchell Weiser brechen. Natürlich darf dir als Profi so ein Regel-Fehler wie im Nordderby nicht passieren. Für Werder Bremen war es echt bitter, dass das Freistoß-Tor nicht gezählt hat, weil Mitchell zu nah an der Mauer stand. Doch eines sollte man nie vergessen: Auf dem Rasen herrscht Ausnahmezustand.

Das da unten ist eine andere Welt, da geht alles ganz schnell, dazu die Kulisse – gerade in einem Nordderby. Als Spieler ist mir so ein Schnitzer erspart geblieben – als Kommentator nicht. Ich durfte mich da mal bei einem Fernseh-Sender ausprobieren. Nach einem Abstoß eines Torhüters habe ich laut Abseits gefordert, nur gibt es das nach einem ruhenden Ball nicht. Das war mir in dem Moment gar nicht bewusst. Zum Glück stand ich nicht auf dem Platz...

Felix Kroos über Werder Bremen: „Marvin Ducksch ist mehr als nur ein Mittelstürmer“

Werder hatte da weniger Glück. Das Spiel gegen den HSV musst du nicht verlieren. Abgesehen von der Anfangsphase war Werder für mich sogar die etwas bessere Mannschaft. Ein Lob auf jeden Fall an beide Trainer, an Markus Anfang und Tim Walter. So Fußball spielen zu lassen, das trauen sich nicht mehr viele. Aber genau so macht das Spaß. Damit kannst du auch Erfolg haben. Werder sollte also nicht hadern, die Leistung war absolut okay, die Richtung stimmt. Spannend wird allerdings, wie die Spieler das Derby verarbeiten. Es ist unabhängig vom Ergebnis nämlich gar nicht so einfach, diese besondere Spannung aus einer Derby-Woche auch danach weiter hochzuhalten.

Das musst du aber, um weiter zu bestehen. Da ist die Aufgabe in Dresden vielleicht genau die richtige. Jeder weiß, was dort im Stadion los sein kann, du musst sofort funktionieren. Ich traue Werder das zu. Vor allem Marvin Ducksch gefällt mir richtig gut. Der ist mehr als nur ein Mittelstürmer. Der strahlt immer Gefahr aus, ist für den Gegner kaum zu greifen – und er hat keine Angst. Marvin könnte wirklich eine ganz große Rolle in dieser Saison spielen.

Felix Kroos über Werder Bremen: „Im Mittelfeld fehlt leider dieser Fixpunkt“

Im Bremer Mittelfeld fehlt leider dieser Fixpunkt, an dem sich alle orientieren können. Auch ein Christian Groß war das nicht. So schade sein Ausfall nun auch ist, Werder kann ihn kompensieren. Diese Aufgabe muss weiterhin im Kollektiv gelöst werden, was für fast alle Zweitligisten gilt. Da mache ich mir keine Sorgen.

Das gilt auch für Niclas Füllkrug. Ich kenne ihn gut aus gemeinsamen Werder-Zeiten und schätze ihn sehr. „Lücke“ hat die berühmte Scheiße am Fuß, aber immer noch gute Chancen. Das wird! In so einer schwierigen Phase bist du als Profi übrigens hin- und hergerissen, was dein Umfeld betrifft. Einerseits nervt es dich total, wenn dir die Leute ständig Mut zusprechen wollen. Andererseits ist es auch total doof, wenn sich keiner mehr meldet. Ich muss mal schauen, ob ich „Lücke“ vor dem Spiel in Dresden noch ein paar kluge Sätze schicke...

Zur Person: Felix Kroos (30) hat in diesem Sommer seine Profi-Karriere beendet. 2010 war er von Hansa Rostock zum SV Werder Bremen gewechselt, absolvierte dort 65 Bundesligaspiele. 2016 zog der Mittelfeldspieler zu Union Berlin weiter, 2020 folgte der Wechsel zu Eintracht Braunschweig. Mit seinem Bruder Toni Kroos produziert er den Podcast „Einfach mal Luppen“.

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