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Der DeichBlick-Kolumnistenkreis von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf schreiben für die DeichStube über den SV Werder Bremen.

Allofs, Schaaf, Petersen, Prödl und Rollo über Werder

„Weg mit Florian Kohfeldt weitergehen“ – Fünf Kolumnisten, fünf Wünsche für Werder 2020

Bremen - Unsere Gast-Autoren richten den DeichBlick auf 2020: Fünf DeichStube-Kolumnisten, fünf Wünsche für das neue Werder-Jahr.

Klaus Allofs: „Verstärkungen sind für Werder Bremen fast unabdingbar“

„Manchmal entwickeln sich die Dinge wirklich seltsam. Erst punktet Werder Bremen nicht mehr, dafür dann alle anderen Teams unten in der Tabelle – und plötzlich steckst du im Schlamassel. Es ist nicht einfach, mit diesem Abstiegsplatz zu leben, zumal dieses Gefühl bis zum 18. Januar so bleibt. Das ist eine lange Zeit. Und dann kommt sofort das Hammerspiel gegen Düsseldorf, das wird Signalwirkung haben. Deswegen steht Werder schon jetzt unter Zugzwang. Marco Bode (Aufsichtsratschef, Anm. d. Red) hat verkündet, dass alle zusammenstehen werden. Das ist gut, das muss aber auch gelebt werden. Denn die Unruhe wird wachsen, wenn zum Beispiel Transfers auf sich warten lassen. 

Da muss man kühlen Kopf bewahren, um nicht die falschen Entscheidungen zu treffen. Verstärkungen in der Defensive und im Sturm sind fast unabdingbar. Und es gibt auf dem Markt auch Lösungen, aber das braucht manchmal etwas Zeit. Und zu Florian Kohfeldt: Er ist immer noch ein junger Trainer, der sich durch diese Phase weiterentwickeln wird. Auch bei Thomas Schaaf gab es Momente, in denen nicht immer alles glatt lief. Da muss man auch mal gemeinsam durch gehen. Natürlich kann eine Veränderung auf dieser Position für Erfolg sorgen. Aber auf Dauer bringt es nichts, immer und immer wieder den Trainer zu wechseln.“

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Nils Petersen: „Wünsche mir, dass Werder Bremen an Florian Kohfeldt festhält“

„Werder im Abstiegskampf: Hätte mir das vor der Saison jemand prophezeit, hätte ich das das für Blödsinn gehalten. Aus der Ferne kann ich natürlich schwer sagen, was in Bremen falsch gelaufen ist und das steht mir auch nicht zu, aber das Verletzungspech hat ganz bestimmt ordentlich reingehauen. Für 2020 wünsche ich mir, dass Werder seinen Weg mit Florian Kohfeldt weitergeht und der Verein sich aus der schwierigen Situation herauskämpft. 

Werder Bremen steht ähnlich wie der SC Freiburg für ehrlichen Fußball und Kontinuität – ein Club, der sich, auch wenn es mal nicht gut läuft, nicht aus der Ruhe bringen lässt. Ich bin davon überzeugt, dass Werder auch diese Krise übersteht und zum Ende der Saison nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird.“

Thomas Schaaf: „Den Werder-Weg auch in der Krise weitergehen“

„Natürlich ist die Situation bei Werder gerade nicht so schön. Die Zielsetzung war sicherlich eine ganz andere. Das Vertrauen in diese Mannschaft war auch absolut gerechtfertigt. Aber durch immer wieder großes Verletzungspech wurde der Kader einfach zu sehr durcheinander gebracht. Ich bin mir sicher, dass keiner der Verantwortlichen die Situation unterschätzt. Sie werden alles dafür geben, um die Lage zu verbessern. 

Man darf aber auch nicht ängstlich in die Rückrunde gehen, sondern muss die Dinge anpacken. Das wird bei Werder gemacht. Ich wünsche mir dabei, dass der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg nicht verlassen wird. Es geht darum, wieder den Fußball zu aufzuzeigen, den wir von dieser Mannschaft schon oft gesehen haben, der auch sehr erfolgreich war. Die Vorbereitung ist zwar kurz, aber ich hoffe , dass die Mannschaft zu alter Stärke zurückfindet.“

Sebastian Prödl: „Werder Bremen muss die Rolle des Jägers annehmen“

„Dass Werder das Jahr 2020 von einem Abstiegsplatz aus begrüßen muss, war wohl für viele ein Schock. Das hat niemand kommen sehen, es ist sehr schnell gegangen und es war wie ein Blitz, der eingeschlagen hat. Somit konnte Werder Bremen auch über den Jahreswechsel keine schöne Zeit verbringen, dieser Herbst steckt bei allen noch im Hinterkopf. 

Aber ich sehe Hoffnung: Erstens ist Werder jetzt in der Rolle des Jägers und den Druck haben die anderen Konkurrenten. Und zweitens war es in Bremen immer so, dass man ruhig geblieben ist und trotz schlechter Ergebnisse an die Mannschaft geglaubt hat. Muss Werder im Jänner auf dem Transfermarkt aktiv werden? Ich bin überzeugt, dass sich die sportliche Leitung wenige Gedanken über den Urlaub gemacht hat, sondern nur darüber, wie man die Mannschaft punktgenau verstärken kann.“

Rolf „Rollo“ Fuhrmann: „Deichbrand – heiße Löschaufgaben für Werder“

„Hallo, hallo! Nein, auch wenn die Weihnachtstage in Bremen besinnlich waren, über die Hinrunde und das Debakel gegen Mainz 05 bin ich noch nicht hinweg. Das sitzt tief. Aber was soll‘s. Meine Hoffnung bleibt, dass Werder Bremen noch die Kurve kriegt. Vielleicht mit einem nachträglichen Weihnachtsgeschenk: Eine, besser zwei Verstärkungen. Nun bastelt Frank Baumann an einer besseren Elf! Jannik Vestergaard für die Abwehr und noch ein Stürmer?! 

Spieler wie Maxi Eggestein, Davy Klaassen oder auch Yuya Osako wieder in Form zu bringen, könnte helfen. Autogenes Training für Jiri Pavlenka vielleicht ja auch. Das Selbstbewusstsein muss wieder in die Köpfe. Ein Trainerwechsel ist für mich überhaupt kein Thema. Sie müssen zusammen da durch. Mallorca hat doch bislang viele aufgebaut. Mich auch. Ihr seid stärker als ihr glaubt. Der Osterdeich wird Euch wieder pushen, ich bin dabei. Und gegen Düsseldorf gilt Wiedergutmachung. Yes you can!

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