Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.

Deichblick-Kolumne von Jurica Vranjes

Vranjes: „Füllkrug ist noch in der Bringschuld“

Von Jurica Vranjes. In einer meiner letzten Kolumnen habe ich an dieser Stelle gefordert: „Werder muss vom Aufstieg sprechen!“ Dazu stehe ich auch nach wie vor, weil Name und Größe des Vereins gar keinen anderen Anspruch zulassen. Die letzten Spiele haben mir aber auch gezeigt: Sportlich wird Werder Bremen diesem Anspruch derzeit überhaupt nicht gerecht.

Bei mir wächst sogar die Angst, dass dieser Club – wie der Hamburger SV – über Jahre in der 2. Liga festhängen wird. In den kommenden Partien gegen die aktuellen Spitzenteams FC St. Pauli, 1. FC Nürnberg und Schalke 04 steht die aktuelle Saison schon auf der Kippe. Werder Bremen hat schon so viele Punkte liegengelassen, dass in dieser Hinsicht kaum noch Spielraum besteht. Werder braucht jetzt die Wende. Nicht irgendwann, sondern schon am Samstag gegen den FC St. Pauli.

Jurica Vranjes: „Niclas Füllkrug hat eine Bringschuld gegenüber Werder Bremen“

Auch wenn der Gegner der Spitzenreiter ist, auch wenn er fünf Spiele in Folge gewonnen hat und Werder im gleichen Zeitraum mit Leistungen, die eigentlich nicht viel Gutes erwarten lassen, nur einen Sieg eingefahren hat: Ich sehe trotz allem eine Chance für Werder. Und bevor jetzt jemand fragt, weshalb ich mit der Angst einleite und mit dem Optimismus weitermache und ob ich überhaupt eine klare Linie habe, hier direkt die Antwort: Weil der Fußball genauso widersprüchlich sein kann. Er liefert die verrücktesten Ergebnisse, die rasantesten Richtungswechsel. Was gestern war, zählt heute schon nicht mehr.

Womit ich beim Thema Niclas Füllkrug angekommen wäre. Sein Vorgestern, das war Darmstadt und sein Disput mit Clemens Fritz. Sein Gestern, das war das Tor in Sandhausen. Und sein Heute, das muss eine starke Leistung gegen den FC St. Pauli sein. Ich weiß zwar nicht, ob Trainer Markus Anfang ihn von Beginn an spielen lässt, erwarte es aber. Denn Werder hat ein Heimspiel, muss Druck machen, muss die Fans mitreißen. Das geht mit zwei Spitzen besser als mit einer. Und Füllkrug hat aus meiner Sicht eine Bringschuld gegenüber dem Club, der ihm durch schwere Verletzungszeiten geholfen hat und der ihm nach seinem Verhalten in Darmstadt nach nur drei Tagen Verbannung wieder eine Chance gegeben hat.

Jurica Vranjes über Werder Bremen: „Der Trainer hat Niclas Füllkrug zurecht kritisiert“

Um das noch mal klar zu sagen: Er hat sich vor der Mannschaft mit einem Vorgesetzten angelegt – das ist nicht gut und auch vor den Mitspielern kein gutes Verhalten. Füllkrug hat Unruhe reingebracht, obwohl er eigentlich der Erste sein sollte, der als Vorbild vorweg geht. Ich finde auch, dass der Trainer ihn nach dem Darmstadt-Spiel zurecht kritisiert hat, weil Füllkrug in dem Spiel nichts gebracht hat. Ich finde aber auch, dass die Reaktion aller in Sandhausen gut war. Gegen St. Pauli muss das fortgesetzt werden. Ich vermute, jeder bei Werder Bremen erwartet jetzt den Füllkrug-Effekt. Wenn er jetzt nachlegt, dann ist er wieder mit im Boot, dann ist er wieder einer der Besten.
 
Aber noch wichtiger wird sein, dass bei Werder am Samstag die Abwehr steht. Ich befürchte, dass die verunsicherte Mannschaft einen 0:1-Rückstand nicht verkraften würde und kann mir leicht vorstellen, wie die Fans im ausverkauften Weserstadion nach den Negativerlebnissen in den vergangenen beiden Spielen darauf reagieren würde. Ich sage es so: Bei Werder brennt es eh‘ schon – da sollte die Mannschaft am Samstag nicht noch Holz nachlegen.

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