Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Naldo, Nils Petersen und Klaus Allofs schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Naldo, Nils Petersen und Klaus Allofs schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

Klaus Allofs über Werder-Stürmer Milot Rashica: „Er muss jetzt den Schalter umlegen“

Dass das Fan-Echo auf die Transferpolitik des SV Werder Bremen nicht gerade von überschäumender Freude geprägt sein würde, war ja erwartbar. Und dass 30 Prozent der User, die sich an einer Online-Umfrage der DeichStube beteiligt haben, der sportlichen Leitung für die Personalentscheidungen die Note 6 geben, muss man schlucken können.

Aber ich möchte mich an dieser Stelle etwas für das Werder-Management ins Zeug werfen und deutlich machen, dass die getroffenen Entscheidungen fast alternativlos waren. Wenn die finanziellen Mittel fehlen – und jeder sollte wissen, dass die Situation bei Werder Bremen nicht lustig ist –, muss ich so handeln, wie Werder im Fall Davy Klaassen gehandelt hat. Brauche ich Geld, muss ich Spieler verkaufen – so einfach ist das.

Jetzt kommt es aber darauf an, mit den verbliebenen Spielern das Beste aus der Situation zu machen. Und das ist es auch, woran sich am Ende die Verantwortlichen messen lassen müssen. Es muss sich zeigen, ob die Mannschaft, die von ihnen zusammengestellt wurde, gut genug ist für die Bundesliga.

Klaus Allofs: „Werder Bremen ist mehr als nur Davy Klaassen und Kevin Vogt“

Es ist dabei doch völlig klar, dass Werder Bremen mehr ist als „nur“ Davy Klaassen. Oder als Davy Klaassen und Kevin Vogt, dem anderen Abgang aus der Stammelf der vergangenen Rückrunde. Denn auch in dieser Zusammenstellung hat es nicht so funktioniert, wie es hätte funktionieren sollen. Die Formel „Werder + Klaassen = gut / Werder - Klaassen = schlecht“ stimmt deshalb einfach nicht.

Sollte Werder in der neuen Saison erneut in den Abstiegskampf verstrickt werden, würde das aus meiner Sicht nicht an Klaassens Abgang liegen, er könnte auch nicht als Alibi dienen. Es liegt an denen, die noch da sind. An denen, die in der vergangenen Saison überwiegend verletzt waren. Sie müssen sich nach vorne entwickeln – und damit ist auch ein Niclas Füllkrug gemeint, dessen langwierige Verletzung in der vergangenen Saison oft als einer der Hauptgründe für die sportlichen Schwierigkeiten genannt wurde. Oder auch Ömer Toprak, Ludwig Augustinsson – sie müssen zeigen, dass Trainer und Sportchef sie zurecht geholt haben und zurecht auf sie setzen.

Werder Bremen: Wie verkraftet Milot Rashica die nacheinander geplatzten Wechseloptionen?

Und natürlich Milot Rashica sowie Maxi Eggestein. Rashica ist eine besonders spannende Personalie, weil sich die berechtigte Frage stellt, wie er die Ereignisse der vergangenen Wochen mit nacheinander geplatzten Wechseloptionen verkraftet. Es ist fraglos unglücklich gelaufen für ihn und für Werder Bremen, Rashica hatte nicht im Kopf, jetzt noch bei Werder zu sein. Das wird ihn sicherlich auch beschäftigen. Aber es zeigt ihm auch, dass die Interessenten für ihn nicht gerade Schlange gestanden haben – jedenfalls nicht bei der finanziellen Größenordnung, die sich Werder, aber auch er selbst vorgestellt hatte. Enttäuschung ist da erlaubt, aber es sollte auch Ansporn sein für Rashica. Er muss sich jetzt wieder ins Schaufenster stellen, muss den Schalter umlegen. Das darf man auch von ihm erwarten.

Und Eggestein! Auf ihm lastet im Mittelfeld jetzt einiges. Ob ihn die Situation überfordert? Ich sag es mal so: Bei jungen Spielern wird diese Frage immer wieder gestellt – und am Ende stellt sich heraus: Die Guten unter ihnen können das. Und Maxi ist ein Guter. Für ihn ist die neue Situation eine große Gelegenheit, jetzt wirklich in die Verantwortung zu kommen. Das kann ihn beflügeln, ihm einen Schub geben. Ich denke da positiv.

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