Der DeichBlick-Kolumnistenkreis von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf schreiben für die DeichStube über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs über Werder-Transfers

Klaus Allofs über Werder-Transfers: „Bei Stürmer-Suche das übliche Schema verlassen“

Von Klaus Allofs. Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf, zwei meiner ehemaligen Vereine im Kellerduell – es ist doch selbstverständlich, dass ich am Samstag live im Stadion dabei war. Und um gleich zum Kern der Sache zu kommen: Für Werder war dieser Sieg lebenswichtig!

Es ist gar nicht auszudenken, was eine Niederlage für Werder Bremen bedeutet hätte, selbst ein Remis hätte aus meiner Sicht nicht viel gebracht. Aber mit dem 1:0 ist dem Team ein guter Start in die Rückrunde gelungen – allerdings bedarf die Wertung „gut“ gewisser Einschränkungen: Werder war zwar insgesamt die etwas bessere Mannschaft, hatte den Tick mehr Qualität, konnte aber auch froh sein, auf eine Fortuna zu treffen, die nicht ihren besten Tag hatte. 

Will sagen: Ich weiß nicht, wie die Bremer gegen einen besseren Gegner ausgesehen hätten. Es ist zudem müßig zu betonen, dass Werder Bremen durch diesen einen Sieg noch nicht auf der sicheren Seite ist. Die nächsten drei Spieltage sind nun ganz wichtig, danach weiß man, wie tief zum Beispiel Mainz 05 und Hertha BSC in den Abstiegskampf rutschen und ob auch Union Berlin dabei sein wird. Letzteres kann Werder an Spieltag 21 ja selbst beeinflussen, dann kommt der FC Union ins Weserstadion.

Klaus Allofs über Werder Bremen: „Abstiegskampf wirkt leider nicht besonders anziehend“

In Düsseldorf habe ich eine Bremer Defensive gesehen, die durch Kevin Vogt und Ömer Toprak fraglos an Sicherheit dazugewonnen hat. Ich habe aber auch gesehen, dass Verstärkung für die Offensive eine sinnvolle Maßnahme wäre. Josh Sargent ist sicherlich ein Spieler mit einer Menge Potenzial, aber er ist noch nicht der Stürmer, der so ein Spiel alleine rumbiegen kann. Einen solchen Spieler aktuell zu finden, ist natürlich schwer, auch ich habe nicht den einen Kandidaten im Kopf, der alle Kriterien erfüllt. Aber es gibt diese Stürmer, sie sitzen bei Top-Clubs auf der Bank, sind oft unzufrieden. Ein Problem, einen solchen Stürmer auch zu bekommen, ist jedoch die Bremer Tabellensituation. Abstiegskampf wirkt leider nicht besonders anziehend.

Werder Bremen: „Nichts ist teurer als der Abstieg!“

Selbstverständlich haben gute Stürmer auch ihren Preis. Aber Werder Bremen sollte bereit sein, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen. Man mag sich ja gar nicht vorstellen, was passiert, wenn sich im Bremer Angriff noch ein, zwei Spieler verletzen – Rashica zum Beispiel. Dann wäre die Not riesig. Bei allem, was jetzt bei Werder noch zu entscheiden ist, sollte eine Weisheit aus der Welt des Fußballs nie vergessen werden: Nichts ist teurer als der Abstieg! Oder anders gesagt: Außergewöhnliche Situationen verlangen manchmal auch außergewöhnliche Maßnahmen. Das übliche Handlungsschema zu verlassen, sollte jetzt kein Tabu sein.

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