Der DeichBlick-Kolumnistenkreis von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Thomas Schaaf schreiben für die DeichStube über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

„Wenn ich Werder-Verantwortlicher wäre...“

Von Klaus Allofs. Geisterspiele sind zwar nicht schön, aber ich freue mich trotzdem auf Samstag und werde natürlich Fußball schauen. Nicht ein einzelnes Spiel, sondern zur Eingewöhnung lieber die Konferenz.

Das macht es von der Atmosphäre her vielleicht etwas angenehmer. Und ich bin sehr gespannt, wie die Clubs mit dieser Ausnahmesituation zurechtkommen. Wie fit sind sie? Wie ist der Teamspirit? Wie kommen die Spieler ohne die Unterstützung der Fans klar? Wie verhalten sich die Trainer? Es kann Sensationen geben, aber ich denke, es werden nicht mehr als sonst. Die Bayern werden nicht jedes Spiel verlieren und Werder Bremen keinen Durchmarsch machen. Obwohl ich gegen Letzteres wahrlich nichts einzuwenden hätte.

Werder Bremen: Klaus Allofs erwartet ungerechte Entscheidung bei Saisonabbruch

Den Plan der DFL, vor dem Re-Start den Fall eines Abbruchs durchzuspielen und von den Clubs die Konsequenzen verbindlich festlegen zu lassen, begrüße ich. Ansonsten wird das zum anstrengenden Dauerthema in den nächsten Wochen. Eines muss man dabei wissen: Es wird eine ungerechte Entscheidung sein. Bei einem Abbruch gibt es nicht die eine faire Lösung.

Wäre ich Verantwortlicher des SV Werder, würde ich aufgrund der Tabellensituation alles daran setzen, dass bei einem Abbruch kein Verein absteigen muss. Ob es dafür eine Mehrheit geben wird, muss sich zeigen. Da ist nun viel Lobbyarbeit gefragt. Solche Entscheidungen werden nicht auf den Versammlungen gefällt, sondern wie in der Politik in vielen Gesprächen im Vorfeld.

Klaus Allofs: Bundesliga-Aufstockung auf 20 Teams machbar?

Das wird extrem spannend, weil die Interessen der Clubs ganz unterschiedlich sind. Der Abstieg ist natürlich die härteste Konsequenz für einen Verein. Aber für andere Clubs sind Themen wie das internationale Geschäft viel wichtiger. Und gibt es keine Absteiger, müsste die Liga wahrscheinlich auf 20 Mannschaften aufgestockt werden. Aber ist das in einer Saison mit einer EM am Ende organisatorisch überhaupt machbar und für die international spielenden Clubs erstrebenswert?

Wichtig ist, dass bald Klarheit herrscht. Denn je mehr Ergebnisse es auf dem Rasen gibt, umso emotionaler wird die Diskussion. Dann ändern sich womöglich Ausgangspositionen und Meinungen. Die DFL muss mit ihren 36 Mitgliedern schnell eine Lösung finden, die später nicht anfechtbar ist.

Werder Bremen: Klaus Allofs wagt keine Prognose zum Klassenerhalt

Hoffentlich kommt es erst gar nicht zum Worst Case und die Saison kann beendet werden. Ich wünsche Werder Bremen den Klassenerhalt, wage aber keine Prognose. Die Mannschaft braucht jetzt Spieler, die die anderen mitreißen. Das müssen gar nicht die üblichen Verdächtigen sein. Solche Momente können durchaus die Geburtsstunden neuer Führungsspieler sein. Auch das ist der Reiz dieses Re-Starts.

Bei allen berechtigten Vorsichtsmaßnahmen habe ich noch zwei Bitten: 1. Es darf nicht alles auf die Goldwaage gelegt werden, was in den leeren Stadion nun von Spielern, Trainern und auch Schiedsrichtern via Fernsehen zu hören sein wird. 2. Bei allem Vorbildcharakter des Fußballs: Lasst die Spieler ihre Tore bejubeln, sie werden es schon nicht übertreiben.

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