Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Man spürt Philipp Bargfrede regelrecht auf dem Platz“

Von Thomas Schaaf. Auch ich habe mich natürlich sehr gefreut, dass unsere Profis endlich mal wieder gewonnen haben. Aber noch mehr hat mich gefreut, wie die Mannschaft dieses Spiel angegangen ist: forsch und mutig.

Nach nicht zufriedenstellenden Ergebnissen stellt sich doch immer die Frage: Wie lange darf ich als Trainer meiner Linie treu bleiben? Und wie lange gehen die Spieler diesen Weg mit? Die Antworten haben wir in Wolfsburg gesehen. Alle sind dran geblieben und dafür belohnt worden. Das ist extrem wichtig. Denn irgendwann braucht jeder mal diese Bestätigung. Jetzt wissen Trainer und Spieler auch weiterhin, dass es richtig ist, was sie machen, weil es auch den erhofften Erfolg bringt. Das wird ihnen weiteres Selbstvertrauen geben.

Thomas Schaaf hat gemeinsame Vergangenheit mit Paderborn-Sportchef Martin Przondziono

Ich mache mir keine Sorgen, dass die Spieler nun denken könnten, es würde nun wieder von alleine laufen. Dafür hatte das Spiel gegen Wolfsburg noch nicht die Qualität, die man sich vorstellt. Es wurden beispielsweise noch zu viele Chancen des Gegners zugelassen. Das Dauerthema Standardsituationen ist Werder ebenfalls erhalten geblieben. Andererseits hat die Mannschaft auch gezeigt, wozu sie in der Lage ist. Gefallen hat mir, wie sich die Spieler danach geäußert und gleich eine Verbindung zum nächsten Spiel hergestellt haben. Denn es stimmt einfach: Der Sieg in Wolfsburg ist erst wirklich viel wert, wenn auch gegen Paderborn gewonnen wird.

Natürlich wird das nicht einfach. Trainer Steffen Baumgart und Sportchef Martin Przondziono haben in Paderborn eine große Nummer hinbekommen. Übrigens: Martin und ich haben eine gemeinsame Werder-Vergangenheit als Spieler. Er war ein guter Mittelfeldspieler. Wir haben damals, Anfang der 90er, zwar nie zusammen in der Bundesliga gespielt, aber er hat oft mit uns bei den Profis trainiert. Martin ist einen interessanten Weg gegangen und hat nach seiner Zeit als Fußballer eine wirklich gute Karriere hingelegt. Ich freue mich für ihn.

Thomas Schaaf: Philipp Bargfrede kann für Werder Bremen noch wertvoller werden

Gefreut habe ich mich nach dem 3:2-Sieg beim VfL Wolfsburg auch für Philipp Bargfrede. Philipp ist ein Fußballer durch und durch. Er genießt es zu spielen. Mit seinem guten Auge und seinem Spielverständnis ist er oft schon dort, wo er gebraucht wird. Man spürt ihn regelrecht auf dem Platz – so nah ist er am Gegner dran, so sehr organisiert er das Spiel vor der Abwehr. Das macht er gar nicht so laut, aber ziemlich deutlich. Man kann nur hoffen, dass er jetzt konstant dabei bleibt. Dann kann Philipp noch wertvoller werden.

Nach dem Sieg holen viele Fans bestimmt den Rechenschieber raus, schauen, was bis Weihnachten noch für Werder möglich ist. Florian Kohfeldt hat ja auch ein Ziel benannt und sich eine Zwei vor der Punktezahl am Ende der Hinrunde gewünscht. Ich weiß, dass meine Einstellung eher langweilig daherkommt: Aber ich schaue wirklich immer nur auf das nächste Spiel. Wer weiß denn schon, was in zwei Wochen ist, welche Spieler einem dann zur Verfügung stehen? Konzentrieren wir uns einfach auf das nächste Spiel und freuen uns auf Paderborn.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. In der Saison 2014/15 trainierte Schaaf die Frankfurter Eintracht sowie in der Rückrunde der Spielzeit 15/16 für elf Partien Hannover 96. Im Juli 2018 ist der 58-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

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