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Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen schreiben über den SV Werder Bremen.

DeichBllick-Kolumne von Rollo Fuhrmann

„Quo vadis? Werder Bremen und das Johannes Evangelium“

Von Rolf „Rollo“ Fuhrmann – Hallo hallo! Ich bin ja alles andere als bibelfest. Aber manchmal macht es doch Sinn, Zitate nachzuschlagen. Und da der nächste Werder-Gegner Schalke 04 nicht nur ein Verein, sondern nach eigenem Bekunden eine Religion ist, passt es vielleicht.

Zur ursprünglichen Bedeutung von „Quo vadis“ heißt es bei Wikipedia, dass es diesen Dialog zwischen Petrus und Jesus gegeben habe: „Simon Petrus sagte zu ihm: `Herr, wohin willst du gehen?‘ Jesus antwortete: `Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.`“

Im ersten Moment mag das sehr weit hergeholt klingen. Im zweiten könnte man das biblische Zitat aber durchaus auch auf Werder Bremen anwenden. Schalke 04 ist fast da, wo die Bremer hinwollen: Europa. Momentan ist das Ziel für die Grün-Weißen sehr weit weg – und doch ist es zu schaffen. Einerseits ist da die Gegenwart, anderseits sind da die Hoffnung und der Glaube, trotz der prekären Lage wieder in erfolgreiches Fahrwasser zu geraten. 

Krise? Und jetzt Werder Bremen?

Nun ja, liest man sich durch diverse Zeitungskommentare, Einschätzungen der Fans und Bewertungen von Experten, so reicht die Spannweite von Ruhe bewahren, keine Panik und großer Ratlosigkeit, über Zorn und Enttäuschung bis hin zu Hoffnungslosigkeit. Es gibt, das soll nicht verschwiegen werden, auch Optimisten. Ich zähle mich dazu!

Sicher, ich war nach den vielen Werder-Unentschieden und den Last-Minute-Treffern ziemlich angefressen und sauer. Warum gab es bloß so viele Standard-Gegentore? Warum konnte die Konzentration nicht bis zum Schlusspfiff aufrechterhalten werden? Warum passieren immer wieder entscheidende individuelle Fehler? Ich bin bestimmt nicht der Einzige, der darauf keine Antwort weiß. Ja, es gibt zaghafte Erklärungsversuche, aber es sind eben doch nur Versuche. Viele wichtige verletzte Spieler, einige außer Form, falsche individuelle Entscheidungen, schwer nachvollziehbare Wechsel? 

Wenn man, und das gilt auch für Trainer und Mannschaft des SV Werder Bremen, es so genau wüsste, hätte man es schon abgestellt. Eventuell ist es ja doch ganz simpel: Es fehlen einfach Erfolgserlebnisse und manchmal ist es auch nur ein Tor zu wenig oder ein Gegentor zu viel. Gut, ich zahle dafür drei Euro ins Phrasenschwein.

Werder Bremen gegen Schalke 04: Darum bleibe ich optimistisch!

Und warum bin ich nun optimistisch? Weil Werder zeitweise auch richtig gut spielt, einen jungen und strukturierten Trainer hat, der Spieler mitnimmt, einen Plan hat, ihn nicht aufgibt und auch früher oder später verletzte wichtige Spieler zurückkommen werden. Nichtsdestotrotz bleibe ich dabei: Ein Offensiv-Transfer, der Torgefahr verspricht, täte in der Winterpause gut!

Ich für meinen Teil hoffe einfach mal, dass die Länderspielpause die Köpfe freigemacht hat und etwas Selbstvertrauen zurückgekehrt ist. Drei Punkte gegen Schalke 04 und gegen die Ergebniskrise wären schön und eine äußerst wichtige Antwort auf die Frage, wohin die Reise für Werder Bremen geht. Und vielleicht trifft ja auch ein Johannes...

Kult-Reporter Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (70) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit Mai 2017 ist der Kult-Reporter Rentner – aber nur in Teilzeit: Für die DeichStube schreibt Fuhrmann nun regelmäßig über Werder und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

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