Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Jurica Vranjes schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Jurica Vranjes schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Klaus Allofs in der DeichBlick-Kolumne

Ex-Manager Klaus Allofs: „Wenn die Kritik zu groß wird, sollte Werder Bremen reagieren“

Aus dem etwas entfernten Düsseldorf beobachte ich gerade, wie beim SV Werder Bremen zwei Themen hochkochen, die dem Club nicht gefallen können.

Thema eins: das drohende Comeback des Abstiegskampfs. Thema zwei: der Streit zwischen ehemaligen Club-Größen und der aktuellen Führung. Beides ist nicht ohne Gefahrenpotenzial für Werder, beides ist aber auch noch ein gutes Stück von der Bewertung „dramatisch“ entfernt.

Beginnen wir mit dem Sportlichen: Vor kurzem hatte ich an dieser Stelle noch die Meinung vertreten, dass die Bremer Punkteausbeute durch die Unentschieden eine gute Grundlage seien für den weiteren Verlauf der Saison. Doch durch die Niederlagen gegen Wolfsburg und Stuttgart hat sich gezeigt, wie dünn das Eis war, auf dem sich Werder Bremen bewegt hat.

Klaus Allofs: Werder Bremen sollte zum zweckmäßigen Ergebnisfußball zurückkehren

Im Moment spricht nicht gerade viel dafür, dass es eine sorgenfreie Saison wird. Aktuell ist es noch ein glücklicher Umstand, dass in Schalke 04 (drei Punkte) und Mainz 05 (fünf Punkte) zwei Teams außergewöhnlich wenig Punkte für diesen Zeitpunkt der Saison aufweisen. Das könnte Werder davor schützen, zeitnah in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.

Besser aber, Werder schützt sich selbst. Dass das bis Weihnachten gelingt, halte ich trotz des knackigen Programms der nächsten Tage für absolut möglich. Voraussetzung: Das Team von Trainer Florian Kohfeldt kehrt in den Spielen gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund zum sicher nicht immer schön anzuschauenden, aber äußerst zweckmäßigen Ergebnisfußball zurück, den die Mannschaft unter anderem beim 1:1 gegen Bayern München gezeigt hat. Sollte Werder Bremen in beiden Partien nicht punkten, würde das Spiel bei Mainz 05 schon zu einem sportlichen Hochrisikospiel – zu einem, in dem Weichen gestellt werden müssten. Kurz zusammengefasst: Das Programm ist hart, aber nicht unlösbar, eine Rückkehr des Abstiegskampf keinesfalls unausweichlich.

Werder Bremen-Machtkampf: Nicht provozieren lassen, aber auf zu große Kritik reagieren

Nun zur Aufregung im Werder-Umfeld: Dass sich ehemalige Vereinsgrößen Gedanken machen und sich kritisch zu Wort melden, mag für Bremer Verhältnisse außergewöhnlich sein – aber bitte: Ich arbeite für Fortuna Düsseldorf, mit einem Augenzwinkern kann ich sagen: Hier ist das normal. Bei Werder bekommt Kritik, wie sie von Willi Lemke und Jörg Wontorra geäußert wurde, schnell eine Größe, weil die streitenden Personen gut bekannt, mitunter sogar befreundet sind und in der Vergangenheit sogar miteinander gearbeitet haben. Aber konstruktive Kritik muss immer erlaubt sein. Ehrenvoll wäre es dabei sicherlich, sie geradeheraus vorzutragen.

Ich möchte auch noch eines dazu sagen: Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat des SV Werder Bremen haben in dem speziellen Bremer Umfeld, in dem von einigen immer noch die guten Champions-League-Zeiten als Maßstab genommen werden, keine schlechte Leistung abgeliefert in den vergangenen Jahren. Und ich finde, dass sie damit auch offensiver umgehen sollten. Man muss sich gewiss nicht von jeder Aussage provozieren lassen, aber wenn die Kritik zu groß wird, sollte man darauf reagieren – am besten mit Fakten, die die Zweifel an der eigenen Arbeit ausräumen.

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