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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Ein neuer Spieler wird nicht allein der Heilsbringer sein“

Von Thomas Schaaf. Natürlich habe auch ich gehofft, dass es nach dem Sieg in Düsseldorf so positiv für Werder Bremen weitergeht. Aber nach der unruhigen Hinrunde bestand die Gefahr, dass es eine emotionale Achterbahnfahrt bleibt. Es ist eben oft ein langer Prozess, sich aus so einer schwierigen Situation zu befreien.

Und es ist für Florian Kohfeldt auch alles andere als leicht bei diesem Verletzungspech. Ich habe aber weiterhin den festen Glauben, dass die Mannschaft und der Trainer das gemeinsam schaffen werden.

Es gab gegen Hoffenheim gute Ansätze, die Mannschaft war aktiv, hat den Gegner attackiert. Aber es fehlten die Tore, und in der Defensive wurden dann Fehler gemacht, die schließlich zu der bitteren Niederlage führten. Das muss sicherlich genau analysiert werden. Aber auch in der Kritik muss die richtige Balance gefunden werden.

Werder Bremen: Diskussionen über mögliche Neuzugänge nicht entscheidend

Für die Spieler und Verantwortlichen ist es aktuell nicht leicht, sich öffentlich zu äußern. Bewerten sie die Partie zu positiv, wird ihnen nachgesagt, sie würden alles schönreden. Sagen sie, dass alles schlecht war, wird ihnen vorgeworfen, dass sie sich schon aufgegeben haben. Deshalb hilft jetzt eigentlich nur, konzentriert weiterzuarbeiten, sich mit den nächsten Aufgaben zu beschäftigen, um es dann besser und vor allem erfolgreicher zu machen.

Im Moment wird viel über mögliche neue Spieler diskutiert. Schließlich war ein Niclas Füllkrug als belebender Stürmer fest eingeplant und fehlt nun nach seiner schweren Verletzung. Aber Transfers im Winter sind nun einmal sehr schwierig, der Markt ist sehr begrenzt. Die Verpflichtung von Kevin Vogt hat zwar gezeigt, dass im Winter etwas Gutes möglich ist, aber so etwas gelingt nicht immer. Außerdem: Ein neuer Spieler wird nicht allein der Heilsbringer sein! Viel wichtiger ist es, dass jeder einzelne Spieler wieder in seine Spur findet und die Mannschaft sich dann gemeinsam entwickelt.

Thomas Schaaf nimmt Josh Sargent bei Werder Bremen in Schutz

In den vergangenen Tagen wurde viel über Josh Sargent gesprochen und geschrieben. Natürlich musst du als Spieler deine Chance nutzen, wenn du sie bekommst. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Josh mit seinen 19 Jahren immer noch auf einem Weg ist. Außerdem kommt er aus einer Verletzung, ihm fehlt noch der Rhythmus. Josh hat die Qualität, der Mannschaft zu helfen, das hat er auch schon bewiesen.

Es geht eben nicht immer von heute auf morgen – das gilt für Josh genauso wie für die ganze Mannschaft. Diese Geduld müssen wir alle aufbringen, auch wenn es schwerfällt. Ich sage nicht, es wird schon irgendwie von alleine werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass alles getan wird, um da unten herauszukommen.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. In der Saison 2014/15 trainierte Schaaf die Frankfurter Eintracht sowie in der Rückrunde der Spielzeit 15/16 für elf Partien Hannover 96. Im Juli 2018 ist der 58-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

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