Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube

Nils Petersen: „Ich wäre gerne ein bisschen mehr wie Milot Rashica“

Von Nils Petersen. Ich kann mich das ja schon fast selbst nicht mehr sagen hören: Die Spiele beim SV Werder Bremen sind für mich noch immer etwas ganz Besonderes – die Stadt, das Stadion, die Menschen, die Fans. Am Samstag sind die Vorzeichen aber, sagen wir... speziell.

Wir sind Dritter! Nach neun Spieltagen habe ich das als Spieler des SC Freiburg, glaube ich, noch nie sagen können. Ich will eigentlich nicht die Floskeln rund um „Momentaufnahme“ und „abgerechnet wird im Mai“ auspacken, aber wir heben hier in Freiburg ganz sicher nicht ab und wissen das einzuordnen. Dennoch fühlt es sich gut an, zumal ich den Eindruck habe, dass Fußball-Deutschland uns den aktuellen Erfolg wirklich gönnt.

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Nils Petersen sieht SC Freiburg trotz Tabellensituation nicht als Favoriten gegen Werder Bremen 

In Freiburg sowieso: Hier ist vieles ein wenig beschaulicher und ruhiger als in anderen Bundesliga-Standorten, auch im Vergleich zu Bremen. Dennoch gibt es hier ganz viele fußballverrückte, leidenschaftliche Menschen, die den Höhenflug mit uns gemeinsam genießen, mir beim Bäcker um die Ecke mit einem breiten Grinsen auf die Schulter klopfen und sich einfach freuen, dass es gerade gut läuft. Und wenn es mal nicht läuft – auch kein Weltuntergang. Im Pokal sind wir raus, das ist bitter, das nervt uns. Aber ich glaube nicht, dass das Ausscheiden am Samstag noch in unseren Köpfen eine Rolle spielen wird. Wir wollen weiter Punkte für den Klassenerhalt sammeln, auch bei Werder Bremen.

Sind wir aufgrund der Tabellensituation der Favorit? Ich glaube, nicht! Spiele im Weserstadion sind immer schwer und die Bremer haben sich im Pokal nach sieben Wochen ohne Sieg wieder warmgeschossen. Das gibt einer Mannschaft auch für die Liga viel Aufwind, das Selbstbewusstsein von Werder dürfte einen brutalen Schub bekommen haben. Deswegen müssen wir im am Samstag von Beginn an da sein und direkt zeigen, dass wir keine Laufkundschaft sind.

Werder Bremen: Nils Petersen schwärmt für Milot Rashica

Ich werde vor den Spielen gegen Werder oft gefragt, welcher Bremer Kicker mir gerade besonders gut gefällt, vor wem wir uns in Acht nehmen müssen. Das ist Milot Rashica! Ich habe hier schon mal geschrieben, dass mir solche pfeilschnellen Außenbahnspieler, die mit Tempo ins Eins-gegen-Eins gehen als Spielertypen Spaß machen. Vielleicht auch, weil ich eine ganz andere Art von Stürmer bin. Ich wäre gerne ein bisschen mehr wie Milot Rashica – aber so lange ich regelmäßig meine Tore mache und der Mannschaft helfe, ist meine Welt auch ohne den eingebauten Turbo in Ordnung.

Ich freue mich auf Werder, auf das Wiedersehen mit Clemens Fritz, Philipp Bargfrede, Tim Borowski und weiteren alten Weggefährten, die mir begegnen werden. Viel mehr als ein kleiner Plausch nach dem Spiel ist aber leider nicht drin, direkt nach dem Spiel geht es wieder nach Freiburg – also kein Freimarktbesuch für mich in diesem Jahr, kein Abendessen bei einem meiner Lieblingsitaliener. Drei Punkte nehme ich als Gastgeschenk aber gerne mit.

Zur Person: Nils Petersen kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling. Kurz vor der WM 2018 feierte er mit 29 Jahren sein Debüt im deutschen Nationalteam.

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Am Mittwochabend entwickelte sich ein Zoff um ein Stück Stoff: Darum krachte es im Weserstadion mit den Werder-Ultras - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema. Milot Rashica, Stürmer des SV Werder Bremen, traf in seinem fünften Pokalspiel in Folge und hat damit den Vereinsrekord eingestellt: „Diese Tore habe ich drauf.“ Derweil fordert Florian Kohfeldt: „Wir müssen die Schiedsrichter mehr schützen.“ Vom Notstand zum Luxusproblem: Florian Kohfeldt hat in der Innenverteidigung von Werder Bremen die freie Auswahl

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