Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Nils Petersen schreibt in seiner DeichBlick-Kolumne

Mikrofon-Aufreger bei Werder - Nils Petersen: „Ich kann Kohfeldt verstehen“ 

Werder Bremen hat sich zum 122. Geburtstag mit dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale selbst beschenkt. Glückwunsch! Jetzt ist für die Bremer im Cup-Wettbewerb wirklich alles drin, zumal mit Bayer Leverkusen nach dem FC Bayern der nächste große Club schon raus ist. Und während Werder seine Aufgabe gegen Fürth vergleichsweise souverän heruntergespielt hat, taten sich der BVB und andere Favoriten schwer.

Gegen Underdogs abliefern zu müssen, ist auch mental nicht so einfach – umso bemerkenswerter ist es, wie Werder den Job erledigt hat. Ich bin gespannt, ob die Bremer der Favoritenrolle nun auch in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld gerecht werden können.Die Chancenverwertung des SV Werder Bremen war im Pokal allerdings weniger souverän, da wurde viel liegengelassen. Als Stürmer leide ich vor dem Fernseher mit jedem Spieler, der eine gute Möglichkeit vergibt. Denn auch ich habe mich schon oft gefragt: Wie konnte ich den bloß versemmeln?

Aber das passiert – immer wieder. Ich habe Phasen, in denen ich nix treffe und in mir das Gefühl aufkeimt, nicht mehr die nötige Qualität zu haben. Der Gedanke muss dann schnell wieder aus dem Kopf - das geht am besten mit Toren direkt im nächsten Spiel. Ein Kollege aus der Bundesliga meinte neulich zu mir, dass es ohne Zuschauer im Stadion sogar einfacher sei, Tore zu schießen, weil die Fokussierung leichter falle. Finde ich nicht! Die Fans pushen mich - auch die des Gegners.

Freiburger Nils Petersen gespannt, ob Werder Bremen Favoritenrolle gegen Arminia Bielefeld gerecht wird

Bei Geisterspielen fehlt das natürlich, und ich empfinde es noch immer als surreal, dass jedes Wort auf und neben dem Platz zu verstehen ist. Ich habe vor dem Fernseher aber auch kurz gestutzt, als Werder-Trainer Florian Kohfeldt gegen Fürth eines der TV-Mikrofone kurzerhand entsorgt hat, weil er sich abgehört gefühlt hat. Doch ich kann ihn verstehen. Florian Kohfeldt ist ein sehr emotionaler Trainer, genauso wie Christian Streich beim SC Freiburg. Und wenn es während des Spiels mal lautstark und emotional zur Sache geht, will man nicht, dass jedes Wort in die Wohnzimmer gesendet wird. Würden sich Trainer wie Kohfeldt oder Streich deswegen zurücknehmen, ginge sicher auch etwas von ihrem Coaching-Stil verloren – und das wollen die Fans doch auch nicht, oder?

Sollte Werder Bremen am Sonntag in Bielefeld gewinnen, dürften die Bremer im Abstiegskampf aus dem Gröbsten raus sein. Und es dauert auch gar nicht mehr lange, dann gibt es das direkte Duell: In gut einer Woche kommen wir Freiburger ins Weserstadion. Dann darf Werder gerne seine Chancen liegen lassen und Kohfeldt für uns hörbar seine Taktik verraten. Denn fünf Spiele in Folge konnten wir gegen Werder nicht gewinnen – wir sind mal wieder dran mit einem Sieg!

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