Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben über den SV Werder Bremen.

Nils Petersen schreibt in der DeichBlick-Kolumne über die Transferperiode

„Es gibt nicht viele Clubs mit mehr Charme als Werder Bremen und Freiburg“

Von Nils Petersen – Die Transferphase ist für mich als Fußball-Fan ein Highlight: Wer kommt? Wer geht? Wer wechselt wohin? Was passiert noch am Deadline Day? Und auch für mich als Spieler ist der Transfermarkt von Interesse – ich will ja schließlich wissen, mit wem ich es im Job zu tun bekomme.

Der Fokus liegt dabei auf dem eigenen Verein. Natürlich sind auch wir Spieler neugierig, wer uns verstärkt und wer uns verlässt – denn es ist ja nicht so, dass Trainer und Manager sich fortlaufend mit mir über die Kaderplanung austauschen. In der Regel erfahre ich von einem Neuzugang, wenn der Verein ihn offiziell macht, aber man hört auch mal vorab etwas, und es gibt ja vieles zu lesen.

Ich durchstöbere dann die einschlägigen Seiten: Transfermarkt, Kicker, DeichStube und so weiter, lese die News und die Gerüchte. Ich sauge auf, welche neuen Stars in die Bundesliga kommen, was die Konkurrenz macht, was meine alten Vereine wie der SV Werder Bremen machen und was der SC Freiburg realisiert. Für meine Karriere als Kickbase-Manager schadet es auch nicht, den Markt und die Gerüchteküche im Blick zu haben.

SV Werder Bremen: Wechsel zum SC Freiburg hat „keine Jubelschreie“ bei Nils Petersen ausgelöst

Mein Name wurde in der abgelaufenen Wechselphase allerdings nicht gehandelt. Ich war ja auch gar nicht auf dem Markt. Trotzdem wurde ich oft gefragt, ob es Angebote oder Anfragen für mich gäbe. Um ehrlich zu sein, weiß ich das gar nicht. Ich fühle mich bekanntlich sehr wohl beim SC Freiburg, ein Wechsel stand nicht zur Debatte – das weiß selbstverständlich auch mein Berater, und deswegen wurden etwaige Anfragen anderer Vereine auch gar nicht an mich herangetragen.

Anders war das im Sommer 2015: Werder Bremen plante nicht mehr mit mir, mein Berater suchte einen neuen Club für mich. Ich weiß noch, wie ich damals erwartungsvoll, aber auch angespannt immer wieder auf mein Handy starrte und auf neue Infos wartete. Die Sache mit dem SC Freiburg wurde immer konkreter, man spricht dann mit dem Trainer des neuen Vereins, hört sich bei anderen Spielern um und steht dann irgendwann vor der Entscheidung: Machen oder nicht? Ich gebe zu, dass der Wechsel damals keine Jubelschreie bei mir ausgelöst hat. Ich wollte ja eigentlich auch gar nicht weg aus Bremen. Heute weiß ich: Es war eine der besten Entscheidungen meiner Karriere, zum SC Freiburg zu gehen.

SV Werder Bremen: Leistungsträger zu halten „oft mehr wert“ als ein medienwirksamer Transfer

Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei immer der Trainer. Wir haben hier in Freiburg mit Christian Streich einen besonderen Coach, der Spieler für seine Sache begeistern kann. Ähnliches hört man aus Bremen. Florian Kohfeldt ist ein Menschenfänger im positiven Sinne und deswegen wundert es mich nicht, dass sich Spieler wie Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt dem SV Werder Bremen angeschlossen haben. Es gibt zwar Clubs mit deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten als Werder und Freiburg, aber sicher nicht viele mit deutlich mehr Charme.

Werder hat diese Karte gut ausgespielt und trotz des Abgangs von Max Kruse eine sehr spannende Mannschaft zusammen, zumal Spieler wie Josh Sargent oder Johannes Eggestein erst am Anfang ihrer Karriere stehen und in Bremen richtig etwas heranwachsen kann. Denn außer Kruse wurden alle Leistungsträger gehalten – das muss man erst mal schaffen. Es ist oft mehr wert als ein medienwirksamer Transfer aus der Wundertüte.

Nils Petersen

Zur Person: Nils Petersen kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling. Kurz vor der WM 2018 feierte er mit 29 Jahren sein Debüt im deutschen Nationalteam.

Der Kaderwert der Grün-Weißen ist übrigens auf 170 Millionen Euro gestiegen! Wo Werder Bremen mit diesem Gesamtmarktwert im Bundesliga-Vergleich steht, lest Ihr hier. Unterdessen haben die Fans die Transferphase von Frank Baumann und Co. Bewertet. Hier erfahrt Ihr, welche Note Werder Bremen für die Sommer-Transfers bekommt.

Weitere News zu Werder Bremen

Er ist derzeit einfach nicht zu stoppen: Yuya Osako von Werder Bremen trifft auch bei Japans Erfolg gegen Paraguay. Neuzugang Ömer Toprak spricht über seinen missglückten Start beim Werder Bremen: „Das nehme ich mir zu Herzen.“ Schock-Nachricht für den Mittelfeldmann: Kevin Möhwald wird dem SV Werder Bremen aufgrund einer Knie-Verletzung mehrere Monate fehlen.

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