Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Ömer Toprak ist eine absolute Bereicherung“

Von Thomas Schaaf. Bevor ich nach vorne schaue, möchte ich an dieser Stelle kurz zurückblicken: Das Pokalspiel gegen Delmenhorst war ein großartiges Event, wenn man die Pyrotechnik und die schlimmen Ausschreitungen nach dem Spiel ausblendet. An so eine besondere Geschichte mit einem Gegner aus der direkten Nachbarschaft und einem ausverkauften Weserstadion kann ich mich nicht erinnern – und ich bin ja schon etwas länger bei Werder.

Jetzt gilt der ganze Fokus aber dem Bundesliga-Start. Fortuna Düsseldorf wird nach der tollen Vorsaison gewiss niemand unterschätzen. Werder hatte insgesamt eine gute Vorbereitung, die allerdings auch von der Diskussion um Neuzugänge und verletzte Spieler geprägt war. Darauf wurde jetzt mit der Verpflichtung von Ömer Toprak gut reagiert. Ömer ist eine absolute Bereicherung für die Abwehr und wird sich mit seiner Erfahrung schnell einfinden. Er stand immer für einen großen Wert und deshalb im Fokus vieler Clubs. Auch wir haben früher bei ihm schon mal intensiver draufgeschaut, aber dann haben sich die Dinge anders entwickelt.

Thomas Schaaf: Die Alters-Mischung stimmt bei Werder Bremen

Sicher, mit Toprak ist ein weiterer Ü30-Spieler dazugekommen. Aber ich sehe da überhaupt kein Problem. Es gibt immer noch sehr viele junge Profis wie zum Beispiel Milot Rashica, die Eggesteins, Marco Friedl oder Josh Sargent, die eine wichtige Rolle spielen. Auch das mittlere Alter ist mit Ludwig Augustinsson, Jiri Pavlenka, Davy Klaassen, Milos Veljkovic und Yuya Osako sehr gut vertreten. Die Mischung stimmt!

Ich wünsche mir, dass die Mannschaft die guten Leistungen der Vorsaison bestätigen kann. Dann wird es wieder richtig interessant und spannend. Das ist in der Bundesliga aber gar nicht so einfach, wie viele denken. Ich setze darauf, dass sich jeder einzelne Spieler weiterentwickelt hat und die Neuzugänge die Qualität noch weiter heben. Wie sehr ein Max Kruse fehlt, wird sich zeigen. Er hat dem Spiel eine besondere Note gegeben. Aber es ist nichts Neues, dass Spieler den Verein wechseln.

Thomas Schaaf: Werder Bremen immer eine gute Adresse

Auch Johan Micoud, Diego und Mesut Özil haben Werder als prägende Mittelfeldspieler verlassen. Nach Micoud waren wir mit Diego und nach Diego mit Özil gut darauf vorbereitet. Jetzt ist es eher nicht der Plan, Kruses Position eins zu eins zu ersetzen. Yuya Osako, Claudio Pizarro oder auch Davy Klaassen können diese Rolle aber zum Teil übernehmen und ihre eigenen Akzente setzen. Und in Niclas Füllkrug gibt es nun einen echten Mittelstürmer, der sich – anders als Max Kruse – vor allem direkt vor dem Tor am wohlsten fühlt.

Übrigens: Wie bei Max Kruse und Martin Harnik wurde auch jetzt bei Füllkrug hier und da gesagt, es sei ein Fehler gewesen, solche Spieler einst gehen zu lassen. Für diese Entscheidung gab es zu der Zeit viele Gründe. Was aber jetzt viel entscheidender ist: Ein Niclas Füllkrug kommt doch auch zurück, weil er Werder immer noch positiv in Erinnerung hat. So ein Verhältnis zu den Spielern zu haben, dass sie auch ein zweites und wie Claudio Pizarro sogar ein drittes oder viertes Mal zu uns kommen, ist wichtig. Es zeigt, dass Werder immer eine gute Adresse im Fußball war und es auch immer noch ist.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. In der Saison 2014/15 trainierte Schaaf die Frankfurter Eintracht. Vor einem Jahr ist der 58-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

Mehr News zu Werder Bremen

Das gibt es auch nur beim SVW: Thomas Schaaf hilft bei Werder Bremen als Co-Trainer aus - Grund ist eine Verletzung bei der U23. Zurzeit dreht sich alles um den Bentaleb-Transfer zu Werder Bremen – auch DeichBlick-Kolumnist Klaus Allofs schreibt über den Schalker und gibt Einblick in das Pokerspiel bei Transfers.

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