Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen schreiben über den SV Werder Bremen.
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Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen schreiben über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne von Rolf „Rollo“ Fuhrmann

„Hört endlich auf, uns im Unklaren zu lassen“

Von Rolf „Rollo“ Fuhrmann. Die Lage am Osterdeich könnte man auch mit einem Spruch aus meiner Jugend beschreiben: „Ich sage nicht, dass es nicht sein kann, ich sage aber auch nicht ja.“

Irgendwie Nonsens auf den ersten Blick, bei näherem Hinsehen spiegelt es aber durchaus die Situation aller derer wider, die in der Verantwortung beim einst so erfolgreichen Traditionsclub stehen. Den Fans und Journalisten geht es kaum anders. Auch ich bin ratlos.

Vor Kurzem habe ich gewittert, dass ich noch nie gefordert habe, einen Trainer zu entlassen. Das werde ich auch niemals machen. Zum Glück bin ich ja nicht, wie die gespaltene Anhängerschaft auch, derjenige, der das zu entscheiden hat. Wir alle können nur zusehen, unterstützen oder auch richtig Dampf machen. Wie es zum Beispiel damals die „greenwhitewonderwall“ tatsächlich geschafft hat – oder es gerade der Hashtag #aufwerdern im Netz versucht.

Werder Bremen wusste wie Dortmund zu packen ist

Was ist denn nur los mit Werder Bremen? Die Statistik spare ich mir, die kennt ja jeder. Warum nur spielt man im Pokal gegen Dortmund so erfrischend offensiv, schießt gleich drei Tore, um nur wenige Tage später in der Liga gegen denselben Gegner so gut wie gar nichts nach vorne auf die Reihe zu bringen? Ist das alles nur Kopfsache? Mangelndes Selbstvertrauen kann es doch angesichts des famosen Pokalauftritts nicht sein. Man wusste doch, wie Dortmund zu packen ist. War es eine andere Einstellung oder Taktik, die plötzlich wieder eine lähmende Wirkung erzeugten?

Eine fehlende Unterstützung der Fans war jedenfalls nicht auszumachen. Selbst die Vereinsführung wackelte nicht, war standhaft in verbalen Vertrauensbeteuerungen für Trainer und Mannschaft. Kein Wort des Zweifels, nur gebetsmühlenartiges Mantra, dass alles gut wird – und wenn nicht, dann werde man das auch schon schaffen und gemeinsam durchstehen.

Werder Bremen: Bode, Baumann und Kohfeldt sind gefordert

Ein Abstieg, das ist klar, wäre ein großer Einschnitt und es gäbe absolut keine Garantie für einen sofortigen Wiederaufstieg. Beispiele dafür gibt es genug. Jeder weiß auch – nicht nur in Bremen – was es für den Verein, die Angestellten, die Stadt und die Wirtschaft der Region bedeuten würde. Am wenigsten mache ich mir dabei Sorgen um die Fans. Die werden immer zu ihrem Verein stehen, mal abgesehen von einigen Eventjunkies. Zum Glück ist es aber noch nicht soweit!

Marco Bode, Frank Baumann und Florian Kohfeldt sind jetzt gefordert. In der Politik wird ja allzu gerne nach der Devise verfahren: „Wenn ich nicht weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis.“ Im Fußball ist das wenig hilfreich. Generell gilt: Wenn nur noch Ratlosigkeit, Ohnmacht und Durchhalteparolen in der Pipeline sind, muss man so ehrlich sein, das zuzugeben, und Konsequenzen ziehen. So bitter das vielleicht auch ist. Und da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man zieht die Reißleine und entscheidet sich für personelle Veränderungen oder man sagt klipp und klar, dass man bei einem Abstieg definitiv mit dem jetzigen Personal weitermacht. Für beide Alternativen gibt es ein Für und Wider. Hört endlich auf, uns alle im Unklaren zu lassen! Ich erwarte eine klare nachvollziehbare Entscheidung – so oder so! Wenn nicht, dann spielt wenigstens mutig und holt drei Punkte gegen Frankfurt. Es wird höchste Zeit!

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