Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.

Sebastian Prödl schreibt in seiner DeichBlick-Kolumne

Sebastian Prödl: „Werder Bremen verfolgt einen alternativlosen Plan, aber der Weg wird steinig“

Platz acht in der Tabelle, 14 Punkte aus neun Spielen – die bisherige Bilanz von Werder Bremen in der 2. Liga ist nicht eindeutig. Einerseits ist man relativ solide in die Saison gestartet und die Gefahr, nach unten schauen zu müssen, ist derzeit gering. Andererseits tritt die Mannschaft nicht so auf, dass man sich große Hoffnungen machen dürfte, der Club könnte weiter nach oben schwimmen.

Für mich ist die allgemeine Stimmung im Verein so, dass ich der Meinung bin, Werder Bremen will und muss sich zuallererst finanziell konsolidieren. Der Wiederaufstieg in die Bundesliga ist vielleicht im Hinterkopf ein Thema, aber gefühlt stehen andere Slogans auf den Fahnen vor dem Weserstadion: wirtschaftliche Sicherheit, personelle Neustrukturierung im Kader und in der Vereinsführung, ein „Sich-finden-müssen“ nach dem fatalen Abstieg. Das ist ein Spagat, der sowohl Pessimisten als auch Optimisten genügend Stoff für Spekulationen bietet.

Eines darf man jedoch keinesfalls vergessen: Werder ist jetzt ein ganz anderer Verein als vor dem Abstieg. Der Umbruch war und ist gewaltig, die Veränderung im Kader riesig, ein neuer Trainer mit einer neuen Philosophie ist gekommen, wichtige Entscheider auf der Führungsebene haben sich verabschiedet. Werder ist jetzt endgültig nicht mehr der Club, der er vor mehr als einem Jahrzehnt war, als die Fans von Titeln und der Champions League träumen durften.

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Sebastian Prödl: „Bei Werder Bremen müssen kleinere Brötchen gebacken werden“

Es müssen notgedrungen kleinere Brötchen gebacken werden und die Fans darauf hoffen, dass die neuen Strukturen bald greifen. Daher ist es auch unabdingbar, dass man Trainer Markus Anfang und seinem Team Zeit geben muss, um Werder Bremen sportlich wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen. Wenn sich die Mannschaft konsolidiert hat, sich neue Anführer herauskristallisiert haben und die Fans diesen Weg mitgehen – dann darf man wieder daran denken, höhere sportliche Ansprüche zu stellen.

Dass dieser Weg durchaus steinig und schwer sein wird, damit werden sich alle anfreunden müssen. Werder fokussiert sich langfristig, will die eigene Jugend entwickeln und dann wieder angreifen. Ich verstehe die Ungeduld der Fans, aber dieser Plan ist mangels finanzkräftiger Investoren alternativlos. Und die nächsten Wochen bringen für Werder ein knackiges Programm mit sich: Auswärtsspiele bei Darmstadt 98 und Sandhausen, dann St. Pauli, Nürnberg und Schalke. Spätestens nach diesen Partien werden wir wissen, wohin die Reise geht.

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