Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.
+
Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne von Sebastian Prödl

Prödl: „Keine Zeit zu verlieren: Werder muss gegen Paderborn ,all-in‘ gehen“

Der Start des SV Werder Bremen in die 2. Liga war für mich ein wenig eigenartig: Gegen Hannover 96 war Werder mit dem Remis gut bedient. Das Spiel in Düsseldorf war deutlich besser, dennoch hat die Mannschaft viel Glück benötigt, um die drei Punkte einzufahren. Die Leistung war aber in Ordnung und man dachte, darauf könne man aufbauen.

Im Pokal in Osnabrück hat Werder trotz der Niederlage die bisher beste Performance abgeliefert. Leider hat das Team zu viele Chancen liegengelassen und sich nicht belohnt. Und natürlich hilft das Aus dem Verein nicht aus der aktuellen, finanziellen Schieflage heraus. Der Aufstieg und die daraus resultierenden Einnahmen hätten Werder Bremen extrem gut getan und auch geholfen, dringend notwendige Transfers stemmen zu können.

Werder Bremen: Sebastian Prödl versteht „Spiel-Absage“ von Josh Sargent

Dass Josh Sargent unmittelbar vor dem Match in Osnabrück seinen Einsatz – nennen wir es mal – abgesagt hat, ließ einige Gemüter hochgehen. Ich kenne die genaue Abmachung mit Sargent nicht, aber auch wenn er trotz des schon beschlossenen Wechsels zu Norwich City zunächst noch für das Pokalspiel zugesagt haben sollte, verstehe ich die Entscheidung des Spielers in dieser Situation. Sargent war mit seinen Gedanken bereits ganz woanders gewesen und war nicht mehr frei im Kopf. Es ist enttäuschend, dass er sich nicht mehr für Werder Bremen reinhauen wollte, aber es geht auch um Selbstschutz und das Verletzungsrisiko.

Durch den Abgang von Rashica, Selke, Sargent und Osako muss Werder im Angriff natürlich nachbessern. Niclas Füllkrug ist ein Top-Mann, es wäre jedoch angesichts seiner Verletzungshistorie fahrlässig, alleine auf ihn zu bauen. Niemand kann garantieren, dass er an allen 34 Spieltagen zur Verfügung steht. Auch sonst muss Werder bei der Kadergestaltung noch kreativer werden und Ballast abwerfen. Der Kader gibt nicht das her, was Werder sein möchte, und ich glaube, die handelnden Personen schätzen das auch richtig ein. Es ist allemal besser, sich in Geduld zu üben und das Projekt Wiederaufstieg seriös und verantwortungsvoll zu planen, als ständig Angst vor dem Insolvenzverwalter haben zu müssen.

Der DeichBlick auf den SV Werder Bremen - hier geht es zu allen Kolumnen!

Sebastian Prödl: Werder Bremen muss gegen SC Paderborn „all-in“ gehen und sich wieder Respekt verschaffen

In einer Zeit, in der notgedrungen kleinere Brötchen gebacken werden müssen, kommt auch der Nachwuchsabteilung eine noch größere Bedeutung zu. Jetzt wird zum Vorschein kommen, ob in den letzten Jahren gut gearbeitet worden ist. Und es wird nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden.

Was das kommende Heimspiel gegen den SC Paderborn betrifft: Werder darf in der 2. Liga keine Zeit verlieren und muss „all-in“ gehen. Werder muss die Punkte holen, die eigene große Marke wieder aufpolieren und dem Namen SV Werder Bremen wieder Respekt verschaffen. Wenn man jetzt beweist, dass man kein angeschlagener Verein ist, sondern eine klare Zukunftsperspektive besitzt, dann kann das eine Eigendynamik entwickeln, und es geht ein Ruck durch den Club.

(Auch interessant: So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen SC Paderborn aussehen!)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare