Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen und Klaus Allofs.

DeichBlick-Kolumne: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube

Prödl: „Eine Lanze für Werders Defensiv-Abteilung“

Von Sebastian Prödl. Viele meinen, der Erfolg von Werder in dieser Saison sei hauptsächlich ein Verdienst der Offensivabteilung, die mit Max Kruse, Davy Klaassen oder Max Eggestein einige Male gezaubert hat. Ich sehe das ein wenig anders und möchte eine Lanze für Niklas Moisander, Milos Veljkovic und die anderen Defensivspieler brechen.

Die aktuelle Serie geht meiner Meinung nach über die Abwehr, die sehr stabil steht und nichts anbrennen lässt. Es stimmt derzeit einfach die Balance in der Mannschaft und Bremen hat viele Punkte geholt, weil die Defensive sehr solide spielt. Das sollte bei aller Euphorie über die Offensive nicht vergessen werden. Wir haben in der letzten Saison sicher mehr Spektakel erlebt, aber jetzt holt die Mannschaft mehr Punkte.

Moisander ist die Respektperson

Moisander ist routiniert und die Respektperson in der Abwehr. Er strahlt Ruhe aus, und das ist genau das, was Werder braucht. Veljkovic besitzt viel Potenzial und wird vom Trainerteam sehr gefördert – ab und zu kommt aber noch der jugendliche Leichtsinn durch. Langkamp ist erfahren und wirkt eigentlich wie ein Stammspieler. Und Dauerbrenner Theo Gebre Selassie sowie Ludwig Augustinsson machen ihre Sache auf den Außenbahnen ausgezeichnet, das hilft den Innenverteidigern, um konstant ihre Leistung abzurufen.

Der Grundstein für den Erfolg ist sicher aber auch im Sommer gelegt worden, als die Abgänge von Zlatko Junuzovic und Thomas Delaney kompensiert werden konnten. In früheren Jahren wurden in ähnlichen Situationen aufgrund finanzieller Zwänge zumeist Perspektivspieler geholt – diesmal routinierte Profis, die sich in der Fußballwelt einen guten Namen gemacht haben. Mit Klaassen und Sahin musste Werder kein Risiko eingehen, man konnte ruhig annehmen, dass die beiden die Abgänge vergessen machen werden.

Man spürt einfach, dass Frank Baumann, Trainer Florian Kohfeldt und – nicht zu vergessen – sein Assistent Tim Borowski die gleiche Sprache sprechen und im Sommer eine super Arbeit abgeliefert haben. Ich habe bei meinen Telefonaten mit Bremer Freunden immer wieder gehört, dass es derzeit riesigen Spaß macht, bei Werder zu spielen und das Klima hervorragend ist. Alle verkörpern wieder gemeinsam die Werte, für die Werder stehen will. Das gilt auch für meinen guten Freund Martin Harnik, der jetzt wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Martin ist immer ein wichtiger Bestandteil einer Mannschaft und auch charakterlich top. Er brennt nach wie vor voller Ehrgeiz und wird mit seinem Langzeit-Kumpel Max Kruse sicher wieder ein extrem gefährliches Duo bilden.

Werder-Duell mit Schalke war ein großes Thema bei der Nationalmannschaft

Schade, dass Martin nicht mehr bei der österreichischen Nationalmannschaft dabei ist. Da war das kommende Spiel auf Schalke in den letzten zwei Wochen ein großes Thema. Ich habe mich ausführlich mit Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf und Florian Kainz unterhalten und gespürt, dass Schalke viel Respekt vor Bremen hat. Werder hat auch in schlechteren Phasen auf Schalke immer gut gespielt und ich traue ihnen durchaus zu, sogar auswärts zu bestehen.

Hier geht es zum DeichStuben-Interview mit Naldo.

Da wird es dann auch ein Wiedersehen mit Naldo geben, der mittlerweile fast schon ein Fossil in der Bundesliga ist. Mein früherer Mitspieler und Mentor ist das Herz von Schalke und eine große, meinungsstarke Persönlichkeit. Dass man auf ihn besonders bei Standards aufpassen muss, brauche ich in Bremen niemandem zu sagen. Naldo gibt mir mit seiner ewigen Karriere auch persönlich Mut, vielleicht ähnlich lange auf hohem Niveau spielen zu können.

Sebasttian Prödl.

Zur Person: Sebastian Prödl hat von 2008 bis 2015 insgesamt 149 Bundesligaspiele für Werder bestritten und dabei zehn Tore erzielt. 2009 gewann der Abwehrspieler mit Werder den DFB-Pokal. Seit 2015 verteidigt der 31-jährige Österreicher für den FC Watford in der englischen Premier League – und wurde von den Fans seines Londoner Clubs zum besten Spieler der Saison 2016/17 gewählt. Prödl ist natürlich Nationalspieler  – und immer mal wieder zu Besuch in Bremen.

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