Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen und Klaus Allofs.

DeichBlick-Kolumne: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube

„Ich gebe Delmenhorst keine Chance“

Von Sebastian Prödl. Ich habe mitbekommen, dass sich einige Fans von Werder Bremen Sorgen machen, weil sich der Verein auf dem Transfermarkt bis auf die Verpflichtungen von Niclas Füllkrug und Marco Friedl zurückgehalten hat. Das sehe ich anders: Für mich hat sich Werder unaufgeregt, ruhig und sehr überlegt verhalten.

Florian Kohfeldt und Frank Baumann haben einen Langzeitplan und offensichtlich eine Mannschaft gefunden, auf die sie bauen und der sie vertrauen. Unter dem Trainer hat sich Werder Bremen deutlich weiter entwickelt und auch der Marktwert des Kaders ist um 80 Millionen Euro gestiegen. Für einen Verein wie Bremen, der nicht die finanziellen Möglichkeiten hat wie Bayern oder Dortmund ist das enorm wichtig. Man bildet Spieler aus, die dann für viel Geld verkauft werden, wenn ein richtig gutes Angebot kommt. Das bringt Werder auch den Spielraum, um wieder in die Mannschaft investieren zu können.

Das Pokalspiel am Samstag gegen den Oberligisten Atlas Delmenhorst sehe ich für Bremen sehr entspannt. Da im Weserstadion gespielt wird, dürfte es eine ziemlich einfache Aufgabe für Werder werden. Der Klassenunterschied ist einfach zu groß, ich gebe den Gästen keine Chance. Auch wenn es gerade im Pokal immer wieder mal eine Sensation gibt – diesmal wird sie ausbleiben.

Sebastian Prödl: Werder Bremen darf auf Platz sechs schielen

Werder Bremen wird den Gegner zwar ernst nehmen, aber der wirkliche Fokus ist sicher schon auf den Start der Bundesliga gegen Düsseldorf gerichtet. Fortuna, Augsburg, Hoffenheim, Union Berlin – das klingt nach einem nicht übermäßig schweren Auftaktprogramm. Aber Vorsicht! Es gibt keine leichte Auslosung und Werder muss viel mehr auf seine eigene Marschrichtung schauen als auf die Gegner.

Ich traue Werder zu, dass sie wieder eine ähnlich erfolgreiche Saison hinlegen wie zuletzt. Mit Platz acht könnte man gut leben, auf Rang sechs darf man schielen und Platz zehn sollte man vermeiden. In diesen Bereich der Tabelle gehört Werder Bremen hin – wenn sie weiterhin angriffslustig und von Verletzungen verschont bleiben, ist vielleicht doch eine Reise nach Europa möglich. Ruhe, Kontinuität und eine hungrige Mannschaft – ich denke, Werder wird uns auch in dieser Saison viel Freude machen.

Sebastian Prödl

Zur Person: Sebastian Prödl hat von 2008 bis 2015 insgesamt 149 Bundesligaspiele für Werder bestritten und dabei zehn Tore erzielt. 2009 gewann der Abwehrspieler mit Werder den DFB-Pokal. Seit 2015 verteidigt der 32-jährige Österreicher für den FC Watford in der englischen Premier League. Prödl ist Nationalspieler – und immer mal wieder zu Besuch in Bremen.

Mehr News zu Werder Bremen

Obwohl er gegen im DFB-Pokal auf viele Bekannte trifft, will Florian Kohfeldt gegen Atlas Delmenhorst erst nach dem Spiel Nettigkeiten austauschen und entschuldigt sich dafür. Zurzeit dreht sich alles um den Bentaleb-Transfer zu Werder Bremen – auch DeichBlick-Kolumnist Klaus Allofs schreibt über den Schalker und gibt Einblick in das Pokerspiel bei Transfers. „Der Kopf braucht länger als der Körper“ - Sebastian Prödl schreibt in seiner Deichblick-Kolumne über Werder Bremen, die Verletztenmisere und den Wechsel von Martin Harnik.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare