Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen und Klaus Allofs.

DeichBlick-Kolumne: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube

„Nichts kann ihn aufhalten: Bargfrede kehrt immer zurück“

Sebastian Prödl schreibt in seiner DeichBlick-Kolumne über den unzerstörbaren Philipp Bargfrede von Werder Bremen und lobt dessen Comeback-Qualitäten. 

Von Sebastian Prödl. Ich selbst habe eine längere Leidenszeit hinter mir, jetzt aber die Überzeugung, wieder ein Teil der Mannschaft zu sein und mich dem Konkurrenzkampf beim FC Watford stellen zu können – ein schönes Gefühl! Comebacks sind ein wichtiger Bestandteil des Fußballs.

Fast jeder Spieler braucht im Laufe seiner Karriere die Gabe, sich nach schweren Verletzungen zurückzukämpfen. Fußball lebt auch von Rückschlägen, Enttäuschungen und Niederlagen. Nur wer damit umzugehen lernt und sich nicht aus der Bahn werfen lässt, wird sich über einen längeren Zeitraum im gnadenlosen Profigeschäft behaupten können. Wer nicht die mentale Stärke und den unbedingten Willen besitzt, wird scheitern.

Werder Bremen: Sebastian Prödl erfreut über die Entwicklung von Marco Friedl in dieser Spielzeit

Philipp Bargfrede hat genau diesen Willen: Ich kenne ihn gut und weiß, was er in seiner Zeit bei Werder Bremen schon alles wegstecken musste. Knie, Oberschenkel, Achillessehne, wieder das Knie. Monatelange Pausen, nach denen du fast bei null beginnst und dich mühsam wieder an das gewohnte Niveau herantasten musst. Aber „Bargi“ hat sich mit seiner positiven Einstellung nie unterkriegen lassen, ihn kann nichts aufhalten, er kehrt immer wieder zurück. Werder glaubt an ihn, und Bargfrede zahlt das regelmäßig mit guten Leistungen zurück.

Dass Nuri Sahin auf Bargfredes Position sehr solide spielt, ist eine Win-Win-Situation – sowohl für Bargfrede als auch für Trainer Florian Kohfeldt: „Bargi“ konnte in aller Ruhe eine optimale Reha bestreiten, sich behutsam wieder an das Niveau der Bundesliga herantasten. Und Kohfeldt kann ohne Druck entscheiden, wann er einen fitten Philipp Bargfrede wieder in die Startelf steckt.

Eine andere Geschichte, die mich freut, ist die von Marco Friedl: Wegen der Langzeitverletzung von Ludwig Augustinsson durfte und musste er plötzlich regelmäßig spielen – und diese Chance hat er perfekt genutzt. Es freut mich natürlich besonders, dass wieder einmal ein österreichischer Landsmann mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat und sogar in die Nationalmannschaft einberufen worden ist.

Werder Bremen: Sebastian Prödl blickt optimistisch auf die nächsten Bundesliga-Spiele 

Jetzt geht es auch für ihn gegen die Hertha, und ich bin guter Dinge! Die Situation von Werder in der Bundesliga sehe ich unverändert positiv. Auch wenn nach dem Heimspiel gegen Hertha mit Leverkusen, Freiburg, Gladbach, Schalke und Wolfsburg Gegner warten, die derzeit für Furore sorgen, mache ich mir keine Sorgen. Werder Bremen hat immer bewiesen, dass es an großen Herausforderungen wachsen und auch dort Punkte mitnehmen kann, wo es niemand erwartet hätte. 

Das Ziel, um einen Platz in Europa mitspielen zu können, sollte nicht korrigiert werden. Warum auch? Ich bin mir sicher, dass sich Werder weiterhin in diese Richtung orientiert – unabhängig von einigen schlechteren Ergebnissen und den bevorstehenden fordernden Aufgaben. Und nach München muss Werder ja erst zwölf Tage vor Weihnachten – vielleicht gibt es dann endlich mal ein Geschenk für die Bremer.

Sebastian Prödl

Zur Person: Sebastian Prödl hat von 2008 bis 2015 insgesamt 149 Bundesligaspiele für Werder bestritten und dabei zehn Tore erzielt. 2009 gewann der Abwehrspieler mit Werder den DFB-Pokal. Seit 2015 verteidigt der 32-jährige Österreicher für den FC Watford in der englischen Premier League. Prödl ist Nationalspieler – und immer mal wieder zu Besuch in Bremen.

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