Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Naldo schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl und Naldo schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

Klaus Allofs über den SV Werder Bremen: „Die Spaßverderber der Liga? Das ist doch Unsinn!“

Sechs Spiele, neun Punkte – die Ausbeute von Werder Bremen zum Saisonstart ist schon mal sehr gut. Es war wichtig, dass die Mannschaft nach der Zittersaison nicht gleich wieder mit dem Rücken zur Wand steht. Das gibt Sicherheit. Der ganz große Ergebnisdruck ist aktuell nicht da. Das macht die Entwicklung des Teams etwas leichter, weil nicht jedes Spiel zur Nervensache wird.

Ich habe irgendwo nach dem 1:1 in Frankfurt gelesen, dass die Bremer mit ihrem nun etwas defensiveren Fußball die „Spaßverderber der Liga“ sein sollen. Das ist doch Unsinn! Natürlich wünschen sich neutrale Zuschauer mehr Risiko im Spiel und möglichst viel Offensivdrang. Aber als Verantwortlicher muss ich das tun, was zu meiner Mannschaft passt und was Erfolg verspricht. Eine stabile Abwehr hat da noch nie geschadet. Als Stürmer habe ich zwar auch das Spektakel auf dem Platz geliebt, aber ich fand es genauso faszinierend, den Gegner damit zu ärgern, hinten ganz sicher zu stehen. Ein 5:4 ist toll, ein 4:4 aber schon blöder als ein sprödes 1:0.

Klaus Allofs: Jean-Manuel Mbom bringt bei Werder Bremen frischen Wind rein

Werders Weg, die Mannschaft erst mal zu stabilisieren, halte ich für richtig – und er funktioniert. Ich finde die Spiele auch nicht langweilig. Was mir richtig gut gefällt: Vergangene Saison bin ich bei Standards gegen Werder immer in meinem Fernsehsessel zusammengesunken, weil ich dachte, jetzt fangen sie sich einen. Das Gefühl ist weg, das Problem offenbar behoben – und das fast mit denselben Spielern. So läuft das manchmal im Fußball.

Obwohl: Ein Jean-Manuel Mbom ist ja neu dabei und bringt mit seiner Dynamik frischen Wind rein. Mit Abstrichen auch Tahith Chong. Beide sind erst 20, genauso wie Josh Sargent, aktuell noch mehr ein Arbeiter als ein Spektakel-Spieler. Es ist spannend zu sehen, dass Werder diesen jungen Profis vertraut. Da muss man auch mal Fehler verzeihen. In der aktuellen finanziellen Situation sind diese jungen Spieler eben eine wichtige Säule.

Werder Bremen: Ein guter Moment, um gegen den 1. FC Köln zu spielen, findet Klaus Allofs

Milot Rashica ist das gerade leider nicht. Das Wechsel-Thema wird Werder weiter begleiten. Und die Angebotsseite wird sich bis zur nächsten Transferperiode im Winter kaum verbessern – eher im Gegenteil, falls Rashica weiterhin sportlich kaum stattfindet. Bislang hat er es nicht geschafft, den Schalter umzulegen. In solchen Momenten hilft meistens nur eines: ein Tor, egal wie. Am besten gleich am Freitag gegen den 1. FC Köln.

Dessen Situation ist nach 16 sieglosen Spielen bedrohlich – auch für die Verantwortlichen. Für Werder ist es dagegen ein guter Moment, gegen diese Kölner zu spielen. Dabei könnte auch helfen, dass keine Zuschauer im Weserstadion sein werden. Denn gegen so einen angeschlagenen Gegner wie den FC wird das Publikum gerne ungeduldig, wenn nicht gleich ein Tor fällt. Bei Querpässen ertönen schnell Pfiffe. Werder darf aber jetzt keinen Hurra-Fußball spielen, sondern muss in Ruhe seinen Matchplan verfolgen, dann wird es auch mit einem Sieg klappen.

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