Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Torsten Frings, Rolf Fuhrmann, Jurica Vranjes, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
+
Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Torsten Frings, Rolf Fuhrmann, Jurica Vranjes, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne von Rolf „Rollo“ Fuhrmann

„St. Pauli, SV Werder und der Schnee von gestern: Wer in die erste Liga will, muss auch Beton durchbrechen können“

Von Rolf „Rollo” Fuhrmann. Hallo hallo! Zuletzt hat es im Norden stellenweise geschneit, und einige Fans vom Hamburger Kiez hatten schon die Hoffnung, dass Schnee erneut dem FC St. Pauli im Spiel gegen Werder Bremen helfen könnte wie einst im DFB-Pokal-Viertelfinale im Januar 2006. St. Pauli siegte damals 3:1. Doch erstens wird es nicht schneien und zweitens ist es kein K.o.-Spiel, oder doch? Der Tabellendritte empfängt den Spitzenreiter. Es könnte zumindest eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf sein.

Beide Mannschaften haben am letzten Spieltag geschwächelt. St. Pauli sogar verloren. Manche Social-Media-User fragten sich schon, ob denn keiner aufsteigen will. Klar, beide haben das Ziel erste Bundesliga und immer, wenn man denkt, jetzt marschieren sie durch, patzen sie plötzlich doch. Wobei Werder Bremen nichtsdestotrotz unter Ole Werner eine beeindruckende Punkteserie hingelegt hat. Und wer hätte am Anfang der Saison gedacht, dass St. Pauli tatsächlich ganz oben mitspielt und das sogar trotz namhafter Abgänge wie Rodrigo Zalazar und Omar Marmoush. Eigentlich kann ich es immer noch nicht fassen, was Trainer Timo Schultz mit der Mannschaft gemacht hat. Ich jedenfalls, wie wohl auch viele Fans, wäre schon froh gewesen, die Klasse sicher zu halten, zumal die 2. Bundesliga unglaublich attraktiv und spannend ist. Das Team ist der Star, wenn auch Daniel-Kofi Kyereh und Guido Burgstaller für mich herausragen. Lange hatte der Kiez-Club keine so erfolgreiche Offensive mehr.

Werder Bremen und FC St. Pauli hätten den Aufstieg in der Tasche, wenn die Defensive so gut wie die Offensive wäre

Aber mindestens genauso überrascht hat mich nach dem Abstieg und dem mangelhaften Start in die Zweitliga-Saison das „neue” Werder Bremen. Nicht nur, dass Trainer Markus Anfang nicht in die Erfolgsspur fand, sondern obendrein auch noch seinen Impfpass fälschte. Eine unglaubliche Aktion und belastend für das ganze Team, den Verein und die Fans. Doch dann kam Ole Werner und mit ihm ein Team, das mit neuem Mut, Selbstvertrauen und spielerischer Stärke das Feld von hinten aufrollte. Und auch bei den Bremern ragt die Offensive heraus. Niclas Füllkrug und insbesondere Marvin Ducksch glänzen in nahezu allen Spielen – von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. 52 Tore der Bremer und 53 Tore der St. Paulianer sprechen eine deutlich Sprache. Wären die Abwehrreihen beider Clubs ebenso stabil, sie hätten den Aufstieg wohl schon fast in der Tasche.

Werder Bremen gegen FC St. Pauli: Beide Teams mit seltenen Schwächephasen

Unerklärlich bleiben für mich auf beiden Seiten die seltenen Schwächephasen: Der FC St. Pauli zuletzt bei der Niederlage beim Aufsteiger Rostock und Werder Bremen bei den Punktverlusten zu Hause gegen Ingolstadt und Sandhausen. Wer in die erste Liga will, muss auch Beton durchbrechen können. 25:3 Torschüsse (nachzulesen bei der Taktikanalyse von Tobias Escher in der DeichStube) sind aussagekräftig genug. Bei den Hamburgern fehlt es dagegen ab und an am unbedingten Willen. Vor ausverkauftem Haus am Millerntor sollte es an mangelnder Motivation aber nicht scheitern. Das dürfte für beide Teams gelten.

Ein ungemein wichtiges Match, ein Topspiel am Samstag, womöglich ein Wegweiser im Aufstiegsrennen! Auf dem Hamburger Dom geht es wieder rund, hoffentlich auch sportlich und fair im Stadion. Am Millerntor gilt 2G, aber Schnee? Nee – darauf kann St. Pauli nicht bauen.

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare