Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf „Rollo“ Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Füllkrug-Schub allein wird nicht reichen“

Von Thomas Schaaf. Was für ein Wechselbad der Gefühle bei Werder Bremen. Erst fehlten lange Zeit die guten Ergebnisse, dann gab es sieben Punkte in drei Spielen, die wirklich die Hoffnung geweckt haben, dass man sich sogar noch richtig aus dieser Abstiegsregion hätte befreien können. Nun folgten zwei Niederlagen am Stück.

Die Gefühle springen gerade hin und her, bei uns allen, ganz sicher auch bei den Beteiligten. Das ist keine einfache Situation. Zumal man jetzt hoffen muss, dass andere Mannschaften patzen. Der Druck vor dem Spiel von Werder Bremen in Paderborn am Samstag (15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker) ist wirklich enorm, weil es immer weniger Spiele sind.

Ich werde oft gefragt, wie das 1999 war. Damals haben wir die Rettung in einem Endspurt gerade noch geschafft. Doch ich mag diese Vergleiche nicht, weil die Begleitumstände oft ganz unterschiedlich sind. Ich durfte damals übernehmen – und gemeinsam haben wir dann die nötigen Ergebnisse geholt.

Werder Bremen: Thomas Schaaf hat noch Hoffnung auf den Bremer Klassenerhalt

Und jetzt? Mit den sieben Punkten in drei Spielen hat die Mannschaft gezeigt, dass sie gemeinsam erfolgreich sein kann. Also ist eine Qualität da. Das macht mir Hoffnung.

Mit dem Thema Abstieg will ich mich eigentlich noch gar nicht beschäftigen. Weil es meine Hoffnung auf den Klassenerhalt begraben würde. Ich weiß nur eines: Von einem Abstieg wären sehr, sehr viele Menschen betroffen, in allen Bereichen – vereinsintern, aber auch extern. Das können wir uns noch gar nicht vorstellen.

Thomas Schaaf: „Niclas Füllkrug kann Werder Bremen einen Schub geben“

Hoffentlich müssen wir uns damit auch nie beschäftigen. Alle Beteiligten sind jetzt gefordert, müssen alles einbringen. Vielleicht kann ja auch noch ein Niclas Füllkrug helfen – mit seiner Unbekümmertheit und seiner positiven Art, Dinge anzugehen. Das kann einen Schub geben. Aber er allein wird nicht reichen.

Ich werde am Samstag vor dem Fernseher mitfiebern – wie wahrscheinlich sehr viele Werder-Fans. Wir hoffen doch alle, dass es noch klappt und werden dafür die Daumen drücken.

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer, jetzt Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und dreimal den Pokal. In der Saison 2014/15 trainierte Schaaf die Frankfurter Eintracht sowie in der Rückrunde der Spielzeit 15/16 für elf Partien Hannover 96. Im Juli 2018 ist der 58-Jährige als Technischer Direktor zu Werder zurückgekehrt, arbeitet zudem für die Uefa.

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