Die Deichstube-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Torsten Frings, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos.
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Die Deichstube-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Torsten Frings, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos.

DeichBlick-Kolumne von Torsten Frings

Torsten Frings schreibt über den SV Werder Bremen: „Markus Anfang wird auch mit dieser Mannschaft Erfolg haben“

Von Torsten Frings. Natürlich ist der zehnte Platz in der 2. Liga für einen Verein wie Werder Bremen nach zwölf Spielen nicht zufriedenstellend. Aber ich war gegen St. Pauli im Stadion, und mir hat das Spiel von Werder gut gefallen. Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe – und St. Pauli ist immerhin Tabellenführer.

Wenn Werder Bremen weiterhin diese Leidenschaft zeigt und sich dazu noch stabilisiert, dann werden die Siege schon kommen. Dabei werden auch Rückkehrer wie Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt helfen, die heben sofort die Qualität der Mannschaft.

Ich habe es schon im Sommer gesagt: In dieser Saison ist Geduld gefragt! Wenn ich immer lese, dass Werder Bremen die Mannschaft mit dem höchsten Marktwert hat, dann lache ich mich kaputt. Diese Marktwerte sagen doch gar nichts aus. Werder ist abgestiegen, obwohl es sechs Mannschaften gab, die einen schlechteren Marktwert hatten.

Torsten Frings: Markus Anfang ist genau der richtige Trainer für Werder Bremen

Man muss die Situation schon realistisch einschätzen. Die Mannschaft ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Markus Anfang war genau der richtige Trainer für diese besondere Saison – und er ist es auch immer noch. Man muss sich doch mal in seine Rolle versetzen. Er kommt nach Bremen, denkt, er ist bei einem großen Verein wie Werder und muss dann wegen der zahlreichen Transfers ewig warten, bis er seine Mannschaft hat. Das ist alles nicht so einfach. Deswegen braucht er Zeit. Gegen St. Pauli war zu sehen, dass ihm die Mannschaft folgt. Und Markus hatte bislang überall Erfolg, er wird auch mit dieser Mannschaft Erfolg haben. Vielleicht reicht es für Werder Bremen in dieser Saison noch nicht zum Wiederaufstieg, aber das ist nach dem Absturz sowie dem schwierigen Umbruch auch nicht zwingend zu erwarten und nicht alles entscheidend.

Es geht auch um die Entwicklung junger Spieler: Nehmen wir Ilia Gruev. Der macht seine Sache als Sechser schon wirklich gut. Er kann natürlich noch besser werden, aber dafür muss er auch spielen. Deswegen würde ich mich freuen, wenn Ilia auch nach der Rückkehr von Christian Groß spielen darf.

Werder Bremen: Torsten Frings wunderte sich über den Zoff zwischen Niclas Füllkrug und Clemens Fritz

Ein bisschen gewundert habe ich mit über die Geschichte mit Niclas Füllkrug – also über seinen Zoff mit Clemens Fritz nach dem Darmstadt-Spiel. Emotionen gehören natürlich im Fußball dazu – auch in der Kabine. Wenn er in dieser Saison schon zehn Tore für den SV Werder Bremen gemacht hätte und sich aufgeregt hätte, weil er keine Bälle im Spiel bekommen hat, dann wäre so ein Ausbruch vielleicht okay gewesen. Oder wenn er sich in den vergangenen Jahren viel Kredit erspielt hätte. Aber daran kann ich mich nicht erinnern. Im Fußball gilt immer: erst Leistung, dann Worte! Immerhin hat Niclas nach seiner kurzen Suspendierung die richtige Reaktion gezeigt – nicht nur mit seinem Tor in Sandhausen und seiner Vorlage gegen St. Pauli, sondern vor allem mit seinem Einsatz. Füllkrug und Co. müssen es schaffen, immer an ihre Grenze zu kommen. In Nürnberg wartet ein ganz dicker Brocken, aber mit der Leidenschaft aus dem St. Pauli-Spiel kann Werder dort bestehen und vielleicht auch endlich mal wieder gewinnen.

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