Die Deichstube-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Torsten Frings, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos.
+
Die Deichstube-Kolumnisten von links nach rechts: Nils Petersen, Torsten Frings, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Felix Kroos.

Torsten Frings schreibt über Werder

Torsten Frings‘ DeichBlick-Kolumne: Werder ist eine stabile Truppe geworden - Ömer Toprak wichtigster Spieler

Von Torsten Frings. Neulich hat mich jemand gefragt, ob Werder Bremen jetzt, nach den fünf Siegen unter Trainer Ole Werner, der Top-Favorit auf den Aufstieg ist. Ich habe zurückgefragt: War Werder das nicht immer? Aus meiner Sicht ist es so. Der einzige, aber natürlich große Unterschied ist, dass Werder die Rolle, die ihnen vor Saisonbeginn so ziemlich jeder zugeschrieben hat, nun endlich auch ausfüllt. Die Mannschaft, die nach dem Abstieg und den zahlreichen Abgängen lange wie blockiert wirkte, hat sich gefunden. Ich weiß, dass das abgedroschen klingt, weil man erfolgreichen Mannschaften schließlich immer attestiert, dass sie sich gefunden haben, aber bei Werder ist das an ein paar Positionen leicht aufzuzeigen.

Für mich ist das Sturmduo Niclas Füllkrug/Marvin Ducksch längst mehr als nur eine Zweckgemeinschaft, die für die Tore zuständig ist. Beide sind eigentlich Alphatiere, Torjäger mit der natürlichen Portion Egoismus. Aber sie schaffen es, diesen Egoismus und auch die Rivalität, die vielleicht mal unter ihnen geherrscht hat, zum Wohl der Mannschaft zurückzustellen – und das hat aus meiner Sicht eine Signalwirkung für das ganze Team des SV Werder Bremen. Die Kollegen sehen doch: Wenn die Leader da vorne mit Uneigennützigkeit und Zusammenarbeit erfolgreich sind, dann müssen wir es genauso machen.

Werder Bremen ist so zu einer stabilen Truppe geworden. Die Achse mit Ömer Toprak, für mich übrigens der wichtigste Spieler im Kader, sowie mit Ducksch/Füllkrug und dazwischen Christian Groß, der für Mentalität steht und davon lebt, ist stark. Alle wollen führen, alle machen es auch. Und ich muss darüber schmunzeln, dass ich Niclas Füllkrug nach seinem schon viele Wochen zurückliegenden Wortgefecht mit Clemens Fritz kritisiert hatte. Erst Leistung, dann Worte, war mein Rat gewesen. Er hat es anders herum gemacht - auch gut. Jetzt liefert er ab.

Torsten Frings: „Wenn Werder Bremen bis zum Nordderby weiter punktet, springt auch gegen den HSV ein Sieg heraus“

Und er muss es weiter so machen. Denn auf Werder Bremen wartet im Februar eine ganz wichtige Phase der Saison - beginnend mit dem Spiel am Samstag (13.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) gegen den Karlsruher SC. Danach sind in Hansa Rostock und dem FC Ingolstadt zwei Teams aus dem Tabellenkeller die Gegner. Gegen alle drei Teams gewinnt Werder normalerweise - jedenfalls dann, wenn die Mannschaft ihre Leistungsgrenze erreicht. Ich sage nicht, dass für Werder neun Punkte aus diesen drei Partien Pflicht sind , aber eine Schwächephase darf sich die Truppe jetzt auch nicht erlauben. Dafür sind die anderen Mannschaften da oben in der Tabelle viel zu stabil.

Am Ende des Februars, gewissermaßen zum krönenden Abschluss, wartet noch das Nordderby beim HSV - und meine Prognose ist: Wenn Werder Bremen bis dahin stabil gepunktet und das Selbstvertrauen weiter ausgebaut hat, dann springt auch in Hamburg ein Sieg heraus. 

Zu allen Werder-DeichBlick-Kolumnen geht es hier!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare