Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne

Ex-Werder-Profi Vranjes: „Was würde Kohfeldt wohl mit Mönchengladbach erreichen?“

Hut ab, Christian Streich! Hut ab, SC Freiburg! Diese bald schon zehn Jahre währende Zusammenarbeit ist schon etwas ganz Spezielles. Aber überhaupt nicht mit Werder Bremen und Thomas Schaaf zu vergleichen, wie das gerne mal versucht wird. Die Clubs sind viel zu unterschiedlich.

Thomas war ein super Trainer. Und das sage ich, obwohl wir am Ende ein bisschen Streit hatten und ich deswegen gegangen bin. Mit Thomas und Werder hat es vor allem auch deshalb so lange geklappt, weil die Ergebnisse fast immer stimmten und wir regelmäßig in der Champions League gespielt haben. Ansonsten wäre es wahrscheinlich anders gelaufen, weil ein Verein wie Werder damals den Anspruch haben musste, in Europa zu spielen. Bei Freiburg geht es dagegen nur darum, in der ersten Liga zu sein. Das ist für Christian Streich mit den Möglichkeiten dort schon schwierig genug, deswegen werden ihm auch schlechtere Phasen verziehen.

Jurica Vranjes: Trainer Florian Kohfeldt holt bei Werder Bremen das Maximum aus den Spielern heraus

Ich weiß natürlich, dass Werder gerade ganz weit weg ist von Europa und der Klassenerhalt in diesen schwierigen Zeiten das oberste Ziel sein muss. Aber trotzdem darf man den Blick nach oben nicht verlieren. So langsam geht es ja auch wieder aufwärts, die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen besser gespielt, steht in der Tabelle ordentlich da. Holt Werder aus den nächsten drei Spielen gegen Freiburg, Hoffenheim und Frankfurt fünf oder sechs Punkte, dann hat sich der Abstiegskampf erledigt.

Ich traue das dem Team absolut zu. Die Entwicklung ist gut. Florian Kohfeldt holt das Maximum aus den Spielern heraus. Ich bin gespannt, wie es bei ihm weitergehen wird. Borussia Mönchengladbach soll heiß auf ihn sein. Mich würde schon interessieren, was Kohfeldt mit einer so starken Mannschaft wie Mönchengladbach erreichen würde. Bei Borussia Dortmund soll Kohfeldt auch mal ein Thema gewesen sein. Aber ich denke, der Sprung dahin wäre noch zu groß.

Jurica Vranjes über Werder Bremen: „Frank Baumann ist zwar nicht David Copperfield, aber...“

Klar, Kohfeldt kann natürlich auch in Bremen bleiben. Aber ich erinnere da gerne noch mal an den Anfang meiner Kolumne: Du brauchst als Trainer vor allem konstant gute Ergebnisse, um bei einem Verein wie Werder ganz lange bleiben zu können. Es sei denn, der Club gibt sich dauerhaft mit Platz neun bis 15 zufrieden und wird damit so etwas wie der SC Freiburg. Das kann aber niemand in Bremen wollen, auch Florian Kohfeldt nicht. Natürlich wäre es für Werder schade, einen so guten Trainer im Sommer zu verlieren, aber das ist auch immer eine große Chance für eine neue Aufbruchstimmung durch einen anderen Coach.

Die finanzielle Situation ist natürlich schwierig, das Minus in der Bilanz von 23 Millionen Euro wirklich heftig. Aber egal: Dann muss Frank Baumann im Sommer eben endlich Milot Rashica und vielleicht auch Jiri Pavlenka oder Ludwig Augustinsson gut verkaufen. Und es gibt genügend interessante Spieler, die ablösefrei zu haben sind. Frank ist zwar nicht David Copperfield, aber er hat ein gutes Auge dafür, wie man aktuell bei Kevin Möhwald und Felix Agu sehen kann.

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