Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann, Sebastian Prödl, Naldo und Nils Petersen schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
+
Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann, Sebastian Prödl, Naldo und Nils Petersen schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

Werder zwischen Traum und Trauma

Ich gebe offen zu: Nach der Hertha-Klatsche war ich ziemlich durch mit meinen Hoffnungen auf eine bessere Saison ohne Zittern und Schweißausbrüche. Die neue Spielzeit begann praktisch, wie die alte aufgehört hatte: kaum Torgefahr und dicke Abwehrschnitzer. Das in den Testspielen vermeintlich aufgebaute Selbstvertrauen schien schon wieder dahin! Viele Fans prophezeiten schon nach dem ersten Spieltag den diesmal absolut sicheren Abstieg - und es war schwer, irgendwelche Argumente dagegen zu finden. Und jetzt? Werder Bremen kann doch noch gewinnen!

Die große Hoffnung vor dem Spiel auf Schalke: Die Königsblauen waren mit 0:8 beim FC Bayern noch schwerer unter die Räder gekommen als Werder Bremen - und die taumelnden Schalker hatten zuletzt im Januar ein Spiel gewonnen. Endspiel der Gescheiterten war zu lesen. Für einige Experten blieb eigentlich nur noch die Frage, welcher der beiden Trainer nach Abpfiff vor die Tür gesetzt wird. Der Ausgang ist bekannt.

Werder Bremen: Niclas Füllkrug macht Hoffnung auf bessere Zeiten

Ganz ehrlich: Es war eine große Erleichterung, endlich wieder zu sehen, dass Werder nicht nur siegen und Tore schießen, sondern auch mutig mit Gegenpressing und Fortune agieren kann. Niclas Füllkrug kam, wurde gesehen und gefunden. Drei Tore für drei Punkte und vor allem die Seele. Und ich dachte: Wow, es geht ja doch! Was wäre wohl gewesen, wenn sich dieser Goalgetter in der vergangenen Saison sich nicht so schwer verletzt hätte? Egal, jetzt ist er wieder da und macht Hoffnung auf bessere Zeiten. Natürlich war er nicht das einzige Positive an diesem Befreiungsschlag. Die Abwehr stark verbessert, ein sehr guter Ludwig Augustinsson mit Offensiv-Drang, ein starkes Debüt des Youngsters Jean-Manuel Mbom und ein immer besser werdender Josh Sargent.

Aber reicht das für eine sorgenfreie Saison? Vielleicht so: Ein Sturm mit Füllkrug in der Mitte, Tahith Chong und Milot Rashica auf den Außen! Und Sargent und Davie Selke (ich gebe die Hoffnung bei ihm nicht auf) in der Hinterhand. Und wichtig ist Davy Klaassen, der eigentlich bleiben muss. Aber woher kommt dann das Geld für einen neuen Sechser? Da wird’s kribbelig. Ist ein Rashica-Verbleib finanzierbar? Will Klaassen bleiben oder doch zu Ajax wechseln? Und was will Werder Bremen überhaupt in Anbetracht der finanziellen Schieflage? Ja, es ist nur noch Zeit bis zum 5. Oktober, also nächsten Montag. Es wäre doch nach dem Trauma ein Traum, eine Mannschaft beisammen zu haben, von der wir sagen können: Damit wird sie klappen, die sorgenfreie Saison. Vorher aber bitte noch einen Dreier gegen erstarkte Bielefelder einfahren!

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare