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Jubeln und Leiden mit Werder Bremen

Ein schöner Tag: Besuch bei den Vilser Werderanern

Br.-Vilsen - Was für ein Nachmittag! Einen besseren Termin für einen Besuch beim heimischen Werder-Bremen-Fanclub, den Vilser Werderanern, als Sonnabend kann man sich wohl kaum aussuchen. Immerhin haben die Bremer in Freiburg 5:2 gewonnen.

Die 20 Mitglieder des Clubs treffen sich regelmäßig und schauen im Schlossstübchen in Bruchhausen-Vilsen zusammen Fußball. Einige von ihnen fahren auch regelmäßig zu den Auswärtsspielen oder haben Dauerkarten fürs Weserstadion. Eines haben sie in jedem Fall alle gemeinsam: Ihr Herz schlägt grün-weiß.

Die Vilser Werderaner gibt es seit 2009. Uwe Blankenfeld, der Vorsitzende, sagt: „Zehn Werder-Fans waren damals die Gründungsmitglieder, inzwischen haben wir 20 Mitglieder.“ Auf diese Zahl, betont Werderaner Heiner Antholz, ist der Club begrenzt: „Als wir gegründet wurden, wollten gleich 80 Personen Mitglied sein, aber wir möchten nicht zu viele werden.“

Werder hat Weltweit ca. 780 eingetragene Fanclubs

Die Werderaner sind einer von mindestens 780 Fanclubs von Werder Bremen. „Um anerkannt zu werden, brauchten wir eine Satzung, einen Vorstand“, erklärt Blankenfeld. Werder Bremen hat dem Vilser Fanclub die Nummer 640 gegeben.

Zum Spielgucken gegen Freiburg am Sonnabend sind fast alle Mitglieder im Schlossstübchen erschienen. Vor dem Anpfiff gibt es ein kleines Tippspiel. „Jeder zahlt zwei Euro, der Gewinner erhält dann alles; gibt es keinen Gewinner, kommt das Geld in die Vereinskasse“, erklärt Michael Anuth. Getippt wird eher vorsichtig, von Unentschieden bis zu einem optimistischen 4:1 für Werder. Am Ende kommt alles anders, wie man weiß.

Stolz sind die Vilser Werderaner auf eine Aktion im vergangenen Jahr. Da ermöglichte es der Club Rollstuhlfahrern aus der Region, ins Weserstadion zu fahren. „Die Idee wurde bei einem der monatlichen Fanclub-Treffen geboren. Michael Anuth warf in die Runde, dass uns ein soziales Projekt gut zu Gesicht stehen würde“, blickt Uwe Blankenfeld zurück. „Das war ein voller Erfolg, hat uns auch geprägt als Gruppe, jeder hat mitgeholfen“, sagt Anuth. Über ein Jahr wurde vorher geplant, „Unterstützung bekamen wir dabei auch von Werder Bremen“, betont Blankenfeld. Im Frühling 2016 dann ging es mit den Rollstuhlfahrern ins Stadion. Ein unvergessener Nachmittag für alle Beteiligten.

Ein Schnaps für jedes Tor

Doch zurück zum Spiel gegen Freiburg. Als Max Kruse das 1:0 schießt, hält es keinen mehr auf dem Stuhl. Alle jubeln, eine gewisse Erleichterung ist zu spüren. Als dann kurz vor der Halbzeit das 2:0 durch Thomas Delaney fällt, hat der Jubel keine Grenzen. Jessika Lamke, Wirtin des Schlossstübchens, serviert derweil bei jedem Tor wahlweise einen Klaren oder einen giftgrünen Schnaps mit Waldmeister.

Schon kurz nach der Halbzeit kann sie wieder ausschenken, denn Delaney sorgt für das 3:0. Die Stimmung am Tisch im Schlossstübchen wird derweil immer gelöster.

„Fußball verbindet“, meint Klaus Ueltzen. Ihm gefällt an den Vilser Werderanern „die Bodenständigkeit, die Gemeinschaft“. Das älteste Mitglied, Ingo Knolle mit 81 Jahren, ist ebenso am Spielgeschehen interessiert wie das jüngste, Dennis Schumacher (25). Einige Herren spielen selbst Fußball, der Vorsitzende Uwe Blankenfeld war lange Trainer beim Sportverein (SV) Bruchhausen-Vilsen.

Fans Träumen von Europa

Nach dem 3:0 für Werder träumen die Fans schon von der Europaliga, gar von Champions-League-Plätzen im kommenden Jahr. „Lasst uns erst mal zusehen, dass wir nicht absteigen“, mahnt Michael Anuth. Und schon fällt das 3:1 durch Elfmeter. Da kommen Zweifel bei den Werderanern auf: „Spiel doch rechts, Mensch, da ist alles frei“ – dieser und weitere Kommentare begleiten nun das Spielgeschehen. Erst als Fin Bartels das 4:1 schießt, beruhigt sich die Runde wieder. Derweil serviert Jessika Lamke den nächsten Schnaps.

Ein Blick auf den Tippzettel zeigt, dass nur noch ein Teilnehmer im Rennen ist. Doch bevor die Freude zu groß wird, fällt das 4:2. Und dann das 5:2 durch Delaney. Die Freude kennt keine Grenzen. Solche Ergebnisse erzielt sonst schließlich nur Bayern München. Delaney, dreifacher Torschütze, erhält Applaus von den Vilsern.

„Heute ist ein schöner Tag“, meint Klaus Ueltzen. Zufrieden zerstreut sich der Werder-Fanclub. Anders als bei Niederlagen, „an denen der ein oder andere schon tagelang knabbert“, sagt Daniel Pelzel, gehen an diesem Sonnabend alle glücklich nach Hause. Auch wenn keiner das geahnt hätte. (Reportage: Karin Neukirchen-Stratmann)

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