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Die Botschaft der Fans ist klar: „Spieltagszerstückelung stoppen“.

Fan-Boykott

Immer mehr proben den Montag-Aufstand

Bremen - Die Botschaft in Dortmund war deutlich: Montagsspiele? Nicht mit uns! 28.000 Plätze waren beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg (1:1) im Signal-Iduna-Park leer geblieben, der von BVB-Fans ausgerufene Boykott der Partie hatte Wirkung gezeigt.

Nun ist bei immer noch 54.000 Besuchern zwar nicht von einem Geisterspiel zu sprechen, doch die Lücken auf der Tribüne waren groß, die Wirkung ebenfalls. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will sich vor der Deutschen Fußball-Liga gegen eine weitere Zersplitterung der Bundesliga-Spieltage aussprechen. Und was werden die Bremer machen? Dem SV Werder droht beim Montags-Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 12. März ein ähnliches Szenario wie Borussia Dortmund. Denn Bremer Fans haben genauso wenig Lust auf Bundesliga-Fußball am Montagabend wie die BVB-Anhänger

Zunächst hatte die Ultra-Gruppierung „Caillera“ ihren Boykott angekündigt, dann zogen in einer gemeinsamen Erklärung die drei Bremer Ultra-Vereinigungen „Infamous Youth“, „UltrA-Team Bremen“ und „L'Intesa Verde“ nach. Bereits im Nordderby gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag hatte die ganze Ostkurve gegen die Montagsspiele und die weitere Zerstückelung der Bundesliga-Spieltage protestiert.

Nun kündigte auch die Kölner Gruppe „Südkurve“ an, dem im Abstiegskampf enorm bedeutungsvollen Spiel „aus Protest“ fernbleiben zu wollen. In einer Mitteilung der Kölner heißt es: „Die Anstoßzeiten können nicht weiter dem Profitstreben von Vereinen, Verbänden und TV-Sendern zum Opfer fallen und müssen auch im Sinne von uns Fans gestaltet werden, die ihre Mannschaft im Stadion unterstützen wollen.“

Die Banner gegen Montagsspiele in der Bundesliga wurden über die ganze Ostkurve im Weserstadion im Nordderby gegen den HSV ausgebreitet.

Besonders missfällt den Fans beider Lager, dass die fünf Montagsspiele der Saison laut Argumentation der DFL der Entlastung von Europa-League-Teilnehmern dienen sollen, aber weder Werder noch der 1. FC Köln aktuell mit zusätzlichen internationalen Auftritten belastet sind. Warum also Montag? Verdacht der Kritiker: Kommerz, Kommerz, Kommerz. 

Fans befürchten, dass Montagsspiele irgendwann und wenn sich niemand mehr über sie aufregt zur Regel werden könnten in der Bundesliga. Und da wollen/werden viele nicht mehr mitmachen. „Es fällt uns sehr schwer, einem Fußballspiel unseres Vereins fernzubleiben und unsere Mannschaft nicht zu unterstützen. Manchmal ist konsequentes Handeln aber mit Entbehrungen verbunden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der drei Bremer Ultra-Vereinigungen: „Wir werden zu unseren Überzeugungen stehen und ein Bundesligaspiel an einem Montag nicht zur Normalität werden lassen.“

Schon 2016 gab es ein Montagsspiel für Werder

Bereits im Mai 2016 hatte es in Bremen einen Fan-Boykott eines Montagsspiels gegeben. Bei der Partie gegen den VfB Stuttgart hatten diverse Fan-Gruppen ihre Abwesenheit im Stadion angekündigt. Damals hatte man das allerdings nicht wirklich gemerkt.

41.000 Zuschauer (statt 42.100) waren gekommen, der Empfang der Mannschaft vor dem Stadion war bombastisch gewesen, auf Tribünen und Spielfeld brodelte es während der 90 Minuten. Und die „Kreiszeitung“ schrieb nach dem 6:2-Erfolg, der letztlich Grundlage des Klassenerhalts war: „Man muss Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga nicht mögen – aber um das von gestern sollten alle Bremer eine rote Schleife binden.“

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