Fan-Club Ahoi-Crew

Ort

Osnabrück

Mitglieder

78

Gegründet

April 2005

Treffpunkt

Block 122, Ostkurve Weserstadion, „Balou“, Osnabrück

Bierverbrauch

Es liegen keine belastbaren Zahlen vor.

1. Vorsitzender

Kay Stöcker

Homepage

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Ohne Fans wäre der Fußball…

...trostlos, arm und trist.

Der offizielle Werder-Bremen-Fan-Club „Ahoi Crew 05“ aus Osnabrück wurde im Jahr 2015 von Werder Bremen für soziales und fanpolitisches Engagement als „Fanclub des Jahres“ ausgezeichnet.

Ein Interview mit dem Fan-Club

Warum heißt ihr Ahoi-Crew 05? 

Ahoi-Crew: Weil die Idee zur Gründung 2005 bei einem Wodka mit Ahoi-Brause in der Osnabrücker Kneipe „Countdown“ entstand.

Was ist das Ziel eures Fan-Clubs? 

Ahoi-Crew: Gemeinsam die Spiele von Werder besuchen und zusammen Aktivitäten rund um Grün-Weiß auf die Beine stellen. Dazu gehören etwa Ausflüge, Spendenaktionen (zum Beispiel für die DKMS oder die Osnabrücker Bahnhofsmission), Lesungen oder Weihnachtsfeiern.

Was wünscht ihr euch als Fan-Club vom Verein? 

Ahoi-Crew: Ein offenes Ohr für die Meinungen und Belange der Fans und einen engen, vertrauensvollen und dauerhaften Dialog.

Was fehlt euch im Zusammenhang mit der Fan-Arbeit bei Werder Bremen? 

Ahoi-Crew: Eine Anregung, die wir dem Klub bereits gegeben haben, ist die stärkere Einbeziehung der Anhänger bei Fan-Belangen durch Online-Umfragen. Der Dialog funktioniert ansonsten ziemlich gut.

Wie steht ihr zur Vergabe von Auswärtstickets? 

Ahoi-Crew: Das System funktioniert gut. Tickets für begehrte Spiele sind natürlich immer rar, aber das ließe sich nur mit weniger Fan-Aufkommen oder höheren Preisen lindern. Beides wollen wir nicht.

Was ist eure Meinung zu den Ticketpreisen in der Bundesliga?

Ahoi-Crew: Stehplatztickets sind bis auf Ausnahmen im Bereich der Elbe noch vertretbar. Im Sitzplatz-Bereich ist das obere Ende der Fahnenstange bei vielen Klubs erreicht. Die Vereine müssen hier aufpassen, ihre treuen Anhänger und insbesondere jüngere Fans für die Zukunft nicht zu verprellen. Die Schraube ist kurz davor überdreht zu werden. Neben den Ticketpreisen stört uns speziell bei Werder das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Catering. Die teuersten Bier- und Wurstpreise der Liga sind nicht gerechtfertigt.

Was haltet ihr von Kollektivstrafen? 

Ahoi-Crew: Dazu gibt es bei uns im Fan-Club verschiedene Auffassungen. Die einen halten sie angesichts der abschreckenden Wirkung und der daraus folgenden Diskussionen für sinnvoll, um im Bewusstsein einiger Fans etwas zu verändern. Die anderen lehnen sie mit Verweis auf die im Strafrecht übliche individuelle Schuldzuweisung ab. Ganze Fankurven zu sperren, statt einzelne Täter zu verurteilen, halten sie daher für ungerecht und kontraproduktiv.

Sollte es eine Polizeikostenerstattung von Seiten der Vereine an die Stadt geben? 

Ahoi-Crew: Nein. Die Vereine tragen die Kosten für den Ordnungsdienst in den Stadien. Die Wahrung der Sicherheit im öffentlichen Raum ist eine hoheitliche Staatsaufgabe. Zudem hat der Verein Werder Bremen kaum Einfluss auf den Umfang und die Angemessenheit des Polizeiaufgebotes. Daher sollte er es auch nicht bezahlen. Der Verein kann nichts für das Fehlverhalten einiger wenige seiner Anhänger. Der Verein ruft auch nicht zu Gewalt auf, er engagiert sich im Gegenteil mit der Fanbetreuung präventiv. Dasselbe gilt für DFB und DFL, die – je nach Ligazugehörigkeit – die Fanprojekte mitfinanzieren. Die fehlende rechtliche Grundlage für das „Bremer Modell“ zur Umlage der Polizeieinsatzkosten an den Verein Werder Bremen beziehungsweise den Ligaverband wurde in den „Kölner Beiträgen zum Sportrecht“ (Band 2) bestens beschrieben.

Zum Fußball gehören auch grölende Fanhorden, Ultras und Hooligans, Krawall, Bier, Männerkult und die dritte Halbzeit. Gibt es politische Strömungen bei Fan-Clubs und wo würdet ihr euch einordnen? 

Ahoi-Crew: Die Beschreibung ist uns viel zu klischeebehaftet. Jedes größere Volksfest ist statistisch gesehen unsicherer als ein Bundesligaspiel und Hooligans gibt es zum Glück inzwischen deutlich weniger als vor 25 Jahren. Damals war die Berichterstattung allerdings weniger hysterisch.

Sicherlich gibt es Fan-Clubs, Ultraszenen oder lose Gruppen, die sich auch politisch eindeutig positionieren. Wir selbst bringen uns auch gern in fanpolitische Diskussionen ein. Unsere Mitglieder haben allerdings ganz unterschiedliche Politik- und Parteipräferenzen. Das ist wahrscheinlich in Ihrer Redaktion nicht anders.

Wie steht ihr zum Thema Ultras im Fußball? 

Ahoi-Crew: Ultras gehören zur Fankultur dazu. Sie sorgen maßgeblich für die Stimmung in den Stadien. Auch wir haben ultraaffine Mitglieder in der Ahoi-Crew. Gleichwohl teilen wir einige Ansichten der Ultras nicht. Das gilt speziell für bestimmte Aktionen oder auch für Teile des Supportes.

Was den Fußball im Allgemeinen betrifft, was sind eure Ängste und Sorgen? 

Ahoi-Crew: Wir haben die Sorge, dass die Identifikation der Fans zu ihren Clubs durch steigende Eintrittspreise, abnehmende Vereinstreue der Spieler, überhastete Trainerwechsel, unattraktive Anstoßzeiten und unangemessene Klischees und Restriktionen gegenüber Fans abnimmt. Zudem nervt uns, dass eine kleine Minderheit – zum Glück sehr selten – Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung in und um die Stadien einsetzt. Wenn der Stadionbesuch unattraktiver wird, verliert auch die Bundesliga ihren Reiz.

Hättet ihr gerne mehr Einfluss auf Entscheidungen und das Management eures Vereins? 

Ahoi-Crew: Wir würden uns bei einigen Punkten eine frühzeitigere Einbindung, etwa über Umfragen, wünschen. Zu vielen Punkten werden wir allerdings auch befragt oder informiert. Das schätzen wir sehr, denn dieser Dialog ist sicherlich nicht selbstverständlich und bildet in der Bundesliga nach unserem Kenntnisstand eher die Ausnahme. Die Fanbetreuung bei Werder leistet insgesamt gute Arbeit.

Aus den Vereinen sind Unternehmen mit teils mehreren Hundert Millionen Euro Umsatz geworden. Lassen sie sich überhaupt noch basisdemokratisch führen? 

Ahoi-Crew: Der Begriff der Basisdemokratie ist im Fall von Bundesligisten zu idealtypisch. Je nach Vereinsmodell und Vereinsphilosophie ist aber eine enge Rückkoppelung zur Vereins- und Anhängerbasis möglich und nötig. Die Fans und Vereinsmitglieder müssen sich hierzu jedoch auch aktiv einbringen. Eine Vereinsführung, die Mitglieder und Fans ignoriert und übergeht, stellt deren Identifikation mit dem Klub infrage und damit mittelfristig sich selbst.

Wann ist der Moment, an dem sich der Fan vom Fußball beziehungsweise von seinem Verein abwendet? 

Ahoi-Crew: Wenn das Szenario eintritt, welches wir unter Ängsten und Sorgen skizziert haben.