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Hamburger Polizei nennt das Verhalten der Bremer Ultras „konspirativ“.

„Da können wir nicht untätig bleiben“

Polizei erklärt ihr Vorgehen beim Nordderby

Hamburg - Jetzt ist raus, weshalb die Polizei Hamburg im Vorfeld des Nordderbys 171 Bremer Ultras kontrolliert und damit am Besuch der Partie im Volksparkstadion gehindert hat. Salopp gesagt wollten sich die Ordnungshüter von der Gruppe nicht auf der Nase herumtanzen und austricksen lassen.

In Privatfahrzeugen und nicht wie sonst in Bussen oder Sonderzügen waren die Ultras angereist – so entzogen sie sich der Überwachung durch die Polizei. Oder besser gesagt: sie hatten es vor. Die Polizei verzeichnete in Hamburg aber eine „auffällige Fahrbewegung“ in Richtung eines großen Supermarktparkplatzes im Stadtteil Lurup unweit des Volksparkstadions. 

Dort trafen sich die Ultras, dort mischte sich dann auch die Polizei ein. „Wenn Energie in etwas gesetzt wird, um polizeiliche Maßnahmen zu unterlaufen, fragt man sich, warum das geschieht. Da können wir nicht untätig bleiben“, erklärt Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei gegenüber der DeichStube und nennt das Fan-Verhalten „konspirativ“.

Was passiert wäre, wenn die Ordnungsmacht nichts unternommen hätte? Zill nimmt aus Erfahrung an, dass es nicht friedlich geblieben wäre: „Dann hätten die Bremer Problemfans versucht, auf Hamburger Problemfans zu treffen. Und sie hätten auch zueinander gefunden.“ Eine Auseinandersetzung, in die auch Unbeteiligte hätten verwickelt werden können, war das Szenario, das es zu verhindern galt. Zill: „Mit dieser Gefahr mussten wir umgehen.“

Also wurde kontrolliert. Und zwar so lange, bis das Spiel begonnen hatte und lange darüber hinaus. Erst um 21.15 Uhr war alles vorbei. Künstlich herausgezögert wurde die Maßnahme aber nicht, behauptet der Sprecher der Polizei: „Es dauert eben, so viele Personen zu kontrollieren.“

Das dritte Mal in Folge wurden Werder-Ultras am Besuch des Nordderbys gehindert

Die Bremer Gruppe, zu der laut Polizei viele bekannte Problemfans gehörten, wurde anschließend zurück zur Autobahn Richtung Bremen eskortiert. Gegen mindestens vier Personen wurden Verfahren eingeleitet. Sie hatten einen Beamten in einem Zivilfahrzeug verbal bedroht. Bei dem Quartett soll es sich nach Angaben einer Vertreterin des Fan-Projekts Bremen aber nicht um Mitglieder einer Bremer Ultra-Gruppierung gehandelt haben.

Bei anderen Kontrollierten wurden ein Messer, ein Pfefferspray sowie drei Sturmhauben, fünf Schlauchschals und zwei Mundschutze gefunden. Utensilien also, die nicht auf friedfertige Absichten hindeuten.

Es war bereits das dritte Mal in Folge, dass Werder-Ultras durch Maßnahmen der Hamburger Polizei am Besuch des Nordderbys im Volksparkstadion gehindert wurden. Und es werde auch ein viertes Mal geben, wenn sich die Ultras nicht an die Regeln halten, die die Polizei aufstellt, macht Zill deutlich. „Wir haben deutlich gemacht, wie eine Anreise nach Hamburg erfolgen kann. Bei 5330 Bremer Fans hat das völlig unproblematisch geklappt.“

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HSV-Torhüter Christian Mathenia kann den Ball nicht festhalten, Ishak Belfodil setzt nach.  © nordphoto
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Thomas Delaney mit dem Kopf - Werders beste Chance in der ersten Halbzeit. © nordphoto
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Das Nordderby war mitunter hart umkämpft. Hier hängt sich Werder-Stürmer Ishak Belfodil voll rein. 
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Jiri Pavlenka entschärft einen Distanzschuss von Andre Hahn.
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Umkämpft, aber nicht schön - das Nordderby 17/18.
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