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Wegen der Choreo in der Ostkurve vor dem Werder-Spiel gegen Hoffenheim ermittelt nun die Polizei.

Banner war von Werder genehmigt

Gewaltverherrlichung? Polizei ermittelt wegen Fan-Choreo

Bremen - Sie hatten den SV Werder auf ihrer Seite, trotzdem droht Bremer Anhängern jetzt Ärger: Eine Choreografie aus dem vergangenen Heimspiel hält die Polizei für gewaltverherrlichend - und ermittelt.

Update (17:15 Uhr): In einer Pressemitteilung hat sich die Ultra-Gruppierung „Cercle d‘amis“ am Freitagnachmittag geäußert: „Einigermaßen belustigt nehmen wir zur Kenntnis, dass das Zeigen einer gezeichneten Zwille in Bremen ausreicht, um wegen ‚öffentlicher Aufforderung zu Straftaten‘ in den Fokus der Behörden zu geraten“, schreiben die Bremer Anhänger. Ihr Logo, das in der Kritik steht, habe in den vergangenen 15 Jahren niemanden interessiert.

„Selbst für juristische Laien ist offensichtlich, dass die Vorwürfe absurd sind, was uns auch im Rahmen einer anwaltlichen Beratung vergewissert wurde“, heißt es weiter. In dem Schreiben kritisierten die Fans auch Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) scharf.

Polizei ermittelt wegen Gewaltverherrlichung

Was war los? Mit einem 20 Meter hohen Banner hat die Ultra-Gruppierung „Cercle d‘amis“ (CDA, zu Deutsch: Freundeskreis) vor dem Werder-Spiel gegen 1899 Hoffenheim, dem letzten Heimspiel der Saison, ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Weil auf dem Banner aber ein vermummter Zwillenschütze zu sehen ist, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht: Gewaltverherrlichung.

„Die Ermittlung hat die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Bremen übernommen“, bestätigte Polizeisprecher Dirk Siemering am Freitag der DeichStube. Die Anzeige ging zunächst gegen unbekannt. Bei der Zeugenbefragung wird sich die Polizei sicher auch beim SV Werder melden. Denn der Verein hatte an der Choreo im Vorfeld nichts auszusetzen, genehmigte sie.

Werder: Choreo eine Botschaft der mündigen Fans

„Spieltags-Choreographien dieser Größenordnung sind nicht immer offizielle Botschaften des SV Werder Bremen, sondern seiner engagierten, mündigen Fans“, wird jetzt Veranstaltungsleiter Lars Mühlbradt in einer Werder-Pressemitteilung zitiert. „Sie werden im Vorfeld der Partie mit dem Fanbeauftragten und dem Sicherheitsbeauftragten des SV Werder kritisch besprochen und müssen genehmigt werden.“

Also auch die Choreo vor dem Hoffenheim-Spiel. Mühlbradt weiter: „Wir kennen die Diskussionen um das Erscheinungsbild des Logos dieser Fan-Gruppe. Die Choreographie wurde dennoch genehmigt, weil uns die Gruppe ‚Cercle d’amis‘ und ihre inhaltlichen Ziele seit Jahren bekannt sind. Sie steht für eine klare Haltung gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie.“

Die Gruppe CDA hatte sich im Frühjahr 2002 mit dem Ziel der „eher rechten beziehungsweise rechtsoffenen Fanszene etwas entgegenzusetzen“, teilten die Fans vor dem Hoffenheim-Spiel mit. Durch viele Aktionen mit Beteiligung des CDA habe sich die feindselige Stimmung im Weserstadion in den vergangenen 15 Jahren grundlegend gedreht. Der Banner dürfte sich damit an Neonazis gerichtet haben. Für die Polizei kein Grund, nicht zu ermitteln.

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