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Wegen des Abbrennens von Pyrotechnik musste der SV Werder in der vergangenen Saison mehrfach Strafe zahlen.

Neue UEFA-Studie

„Pyrotechnik ist Sprengstoff“

Bremen/Nyon - Für Fanvergehen musste Werder Bremen in der abgelaufenen Saison tief in die Tasche greifen: 82.000 Euro musste der Verein an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) überweisen, am häufigsten wurde das Abbrennen von Pyrotechnik sanktioniert. Damit belegen die Hanseaten in dieser unrühmlichen Tabelle Platz fünf aller Bundesliga-Vereine.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat sich nun erneut vehement gegen Pyrotechnik ausgesprochen und verweist dabei auf eine Studie, die „signifikante Gesundheits- und Sicherheitsrisiken“ feststellt. „Mit dem Gebrauch von Pyrotechnik riskiert man die Beeinträchtigung der Gesundheit, der Sicherheit und des Lebens anderer Fans“, sagte Michael van Praag, Vorsitzender der UEFA-Arbeitsgruppe. Der Verband kündigte die Zusammenarbeit mit dem Europarat und der Europäischen Union an.

Die Studie, die von der UEFA und den Football Supporters Europe (FSE) in Auftrag gegeben worden war, zeige „ein für allemal, dass es keinen Platz für Pyrotechnik auf Tribünen in Fußballstadien gibt“, sagte der Niederländer: „Der Report belegt, dass Pyrotechnik Sprengstoff ist und so behandelt werden muss und dass Sicherheit in solch begrenzten Räumen über alles geht.“

Van Praag: „Kein Angriff auf Kultur der Fans“

Zwar verstehe die UEFA, „dass Pyrotechniken in manchen Ländern als ein Teil der Fankultur wahrgenommen werden mag“ und viele Fans ihr Verhalten nicht über Nacht ändern würden. Die Botschaft sei aber klar: „Die Leute müssen erkennen, dass Maßnahmen, die eingeführt wurden, um Pyrotechnik entgegenzutreten, den Zweck haben, ihre Gesundheit und ihre Sicherheit zu gewähren, und sie sollten nicht gesehen werden als Angriff auf die Kultur der Fans“, sagte van Praag.

Die deutschen Bundesliga-Vereine mussten in der Saison 2016/17 insgesamt 1.498.000 Euro an Strafzahlungen an den DFB leisten, in der Saison 2015/16 waren es insgesamt 1.733.350 Euro. Das Abbrennen von Pyrotechnik auf den Fan-Rängen wird mit Abstand am häufigsten sanktioniert.

(mit sid)

34.000 Euro musste Werder im Februar 2017 nach dem Spiel in Mainz wegen Pyrotechnik an den DFB zahlen.

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