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Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer ist strikter Gegner von Pyrotechnik in Fußballstadien.

Bremer Innensenator kritisiert Pistorius-Vorstoß

Mäurer: Pyro-Legalisierung eine „Schnapsidee“

Bremen - Die Diskussion über die Legalisierung von Pyrotechnik spaltet Fußball-Deutschland, Politiker, Funktionäre und Fans. Einer der schärfsten Kritiker ist der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Jetzt legt er mit seiner Kritik nach: „Das ist eine absolute Schnapsidee“, sagte er gegenüber „Mein Werder“.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte vor einer Woche die mögliche Legalisierung von Pyrotechnik in Fußballstadien in die Diskussion gebracht. „Wenn einige Ultra-Gruppen ganz viel Wert darauf legen, Pyrotechnik zu zünden“, hatte er gesagt, könne man dafür möglicherweise „bestimmte Bereiche im Stadion“ schaffen. Für den Vorstoß hatte er von seinem Partei-Kollegen bereits Gegenwind bekommen, jetzt erneuert Mäurer seine Kritik. Pyro sei eine „Form von Gewalt“, vor der er nicht kapitulieren wolle, sagte der Bremer Politiker: „Das mache ich nicht mit!“

„Dann müssen wir den Fans Privilegien entziehen“

Pyrotechnik sei viel zu gefährlich, als dass man es in Menschenmassen zünden dürfe, so der Innensenator. „Wenn da etwas schiefgeht und so ein Pyro zum Beispiel explodiert, dann ist das tödlich.“ Die Magnesiumfackeln würden bis zu 2000 Grad heiß und setzten außerdem giftigen Rauch frei.

Die Legalisierung dieser „blöden Feuer“ (Mäurer) in bestimmten Stadionbereichen würde die Gefahr ohnehin nicht bannen. „Pyrotechnik hat für bestimmte Fans den Reiz des Verbotenen“, sagte der Innensenator, der ansonsten den Sinn der Feuer nicht versteht. „Wer glaubt, dass das unerlaubte Abbrennen aufhört, nur weil es Zonen für kontrolliertes Abbrennen gibt, der ist realitätsfremd.“

Über die Abschaffung von Kollektivstrafen, die DFB-Präsident Reinhard Grindel angekündigt hatte, zeigte sich Mäurer skeptisch. Kollektivstrafen, die nicht nur Täter, sondern die gesamte Fankurve sanktionieren, seien zwar „problematisch“, trotzdem wünscht sich der Bremer Innensenator einen härteren Kurs bei Pyro-Verstößen: „Dann müssen wir den Fans eben bestimmte Privilegien entziehen“, so Mäurer: „Die Fans haben ja kein Grundrecht darauf, ihre Fahnen und Transparente mit in die Ostkurve zu nehmen. Das ist ein Entgegenkommen des Vereins.“

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