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Die Fans des SV Werder Bremen werden gebeten beim Geisterspiel gegen Bayer Leverkusen keinen Busempfang zu organisieren.

Geisterspiel gegen Bayer Leverkusen

Ärger garantiert, Absage möglich - Werder Bremen bittet die Fans: „Kommt nicht zum Stadion!“

„Wir stellen den Fußball nicht über den Kampf gegen das Coronavirus.“ Wer hat’s gesagt? Der Sportchef des SV Werder Bremen, Frank Baumann, hat’s gesagt.

Und wer ein bisschen darüber nachdenkt, sollte verstanden haben, was gemeint ist. Nämlich dass Werder Bremen in dem Geisterspiel gegen Bayer Leverkusen am Montagabend nicht etwa eine übertriebene behördliche Maßnahme sieht, sondern eine sinnvolle Maßnahme, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Damit das so gut wie möglich gelingt, müssen auch alle mitmachen. Alle – das heißt auch die Fans, die bisher vielleicht noch geplant hatten, sich am Montagabend, wenn Werder im menschenleeren Weserstadion spielt, auf dem Stadionvorplatz zu versammeln, um von dort Stimmung für ihr Team zu machen. Der Club fordert nun ganz offiziell: Tut es nicht!

Coronavirus: Werder Bremen bittet Fans Versammlungen zu vermeiden

„Trotz des Verständnisses für das Bedürfnis der Anhänger, das Team zu unterstützen, bittet der SV Werder Bremen alle Fans, Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Prävention einer weiteren Verbreitung des Coronavirus sollte Priorität besitzen. Wir bitten alle Fans dafür um Verständnis“, schreiben die Bremer auf ihrer Website. Dass dieser Hinweis noch kommen würde, war schon klar, als der Bremer Senat das Spiel per Allgemeinverfügung zu einem Geisterspiel gemacht hatte. Doch die Dringlichkeit hat am Mittwochabend nochmal zugenommen. Wegen der bei den Geisterspielen in Mönchengladbach und Paris gemachten Erfahrungen.

Werder Bremen hilft es nicht

Im Rahmen des Bundesliga-Nachholspiels zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln hatten sich mehrere hundert Gladbach-Fans am Borussia-Park eingefunden, um Stimmung zu machen. Vermutlich hatten sie ihren Spaß dabei, gelungen war die Aktion dennoch nicht. Denn um Spaß geht es bei der ganzen Sache nicht, sondern um die eigene Gesundheit und die anderer. Auch Fans von Paris St. Germain wollten das nicht begreifen, mehr als tausend waren deshalb zum Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund gekommen, um draußen bleiben zu müssen. Wo der Sinn solcher Aktionen ist? Gute Frage. Der Mannschaft hilft es nicht wirklich, dem Verein beschert es nur Ärger und die Behörden werden grantig.

Werder Bremen: Innensenator Mäurer droht mit Absage des Spiels gegen Leverkusen

In Bremen hat Innensenator Ulrich Mäurer bei Erlass der Allgemeinverfügung schon deutlich gedroht, dass Fans am Stadion die Austragung der Partie gegen Bayer Leverkusen gefährden können. Das Spiel werde es als Geisterspiel geben – „oder gar nicht“, hatte er gesagt. Sollte heißen: Störfeuer rund ums Weserstadion können auch noch zur Absage führen. Mäurers Prophezeiung am Dienstag: „Es gibt einen Teil der Fanszene, von dem erwarte ich, dass er kommen wird.“ Am Donnerstag findet nochmal eine Sicherheitsbesprechung mit allen an der Spieldurchführung beteiligten Institutionen statt. Dann wird auch das Thema Fan-Präsenz am Stadion sowie die möglichen Konsequenzen besprochen. Immerhin: Bislang gibt es in Sozialen Medien keine erkennbaren Zeichen, dass am Montag eine geplante und von Fans gemeinsam durchgeführte Aktion stattfinden könnte. (csa)

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