Jörg Radek stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei GdP und Vorsitzender des
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Werder Bremen empfängt am 18. Mai Bayer Leverkusen im Weserstadion. Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fürchtet, dass sich Fans vor den Stadien versammeln werden.

Saison-Neustart am 16. Mai

Bundesliga-Restart: Polizei-Gewerkschaft fürchtet Leichtsinnigkeit ausgehungerter Fans

Berlin/Bremen- Die gelockerten Corona-Bestimmungen der Bundesregierung könnten „unter 'ausgehungerten' Fußballfans zu einer unbedarften Leichtsinnigkeit führen“.

Das sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, dem „Kicker“ unter Bezug auf den Re-Start der Fußball-Bundesliga am Samstag ohne Beteiligung von Zuschauern. Er hoffe jedoch, dass dem nicht so sein wird, fügte er hinzu.

Positiv stimme ihn, „dass sowohl Fanvereinigungen wie auch die DFL bereits verdeutlicht haben, wie wertvoll es ist, dem Stadion fern zu bleiben. Natürlich wird die Polizei die Situation um die Stadien im Auge haben. An die Fans sei gesagt: Lasst die Mannschaften spielen und haltet euch an die Regeln. Das ist genauso wichtig wie auf'm Platz“, unterstrich Radek.

Werder Bremen empfängt am 18. Mai Bayer Leverkusen

Beim Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) kurz vor der Coronavirus-Zwangspause hatten sich vor dem Stadion viele Anhänger versammelt. Auszuschließen sind solche Menschenansammlungen auch an den kommenden Spieltagen nicht. Aktuell gibt es aber keine Hinweise auf Zusammenkünfte vor den Stadien, diverse Fangruppierungen haben sich davon distanziert.

Der SV Werder Bremen empfängt am Montag, 18. Mai, 20.30 Uhr, Bayer Leverkusen vor leeren Rängen im Weserstadion.

Die Wiederbelebung des Spielbetriebs sei „prinzipiell ein gute Sache“, erklärte Radek, doch wiederholte er: „Ich hatte vor gut zwei Wochen davor gewarnt, zu früh Geisterspiele zu veranstalten. Dabei bleibe ich auch. Unsere Erfahrung lehrt, dass sich schon bei anderen Gelegenheiten Menschen in Größenordnungen zusammengefunden haben, die die Corona-Maßnahmen letztlich konterkariert haben.“ (dpa/len)

Update vom 16. Juli 2020: Zur neuen Saison arbeitet Werder Bremen an einem Konzept, damit Fans wieder ins Weserstadion kommen dürfen.

Zur letzten Meldung vom 27. April 2020:

„Unsere Kurve“ kann sich Fan-Auflauf vor Stadien nicht vorstellen

Frankfurt/Main - Die Organisation „Unsere Kurve“ befürchtet keinen Fan-Aufstand vor Stadien, wenn in der Bundesliga - und damit auch beim SV Werder Bremen - der Ball wieder rollen sollte.

„Ich bin mir sicher, dass sich die aktiven Fußballszenen an die behördlichen Auflagen halten, wenn es denn zu Geisterspielen kommen sollte“, sagte Sprecherin Helen Breit am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt hatten Polizei und auch Politiker entsprechende Befürchtungen geäußert. Werder Bremen zog sogar einen Umzug in eine andere Stadt in betracht, sollte Innensenator Ulrich Mäurer keine Geisterspiele im Weserstadion erlauben.

„Die aktiven Fans-Szenen haben sich schon immer durch gesellschaftliche Verantwortung ausgezeichnet. Das hat man auch daran gesehen, dass die Ultras in der Coronavirus-Krise mit die ersten waren, die sich mit Hilfsaktionen engagiert haben. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass die Auflagen unterlaufen werden“, erklärte Breit. „Unsere Kurve“ könne nicht für eine ganze Gruppe in Deutschland sprechen, „aber ich gehe davon aus, dass sich alle ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind“.

Werder Bremen: Polizei warnt vor möglichen Fan-Ansammlungen vor Stadien

Natürlich werde die Fanszene weiter aktiv ihre Meinung vertreten und dabei für Protest kreative Möglichkeiten suchen. „Theoretisch kann man dies auch in einer genehmigten Demonstration tun, wie es zum Beispiel letzte Woche in Freiburg zu einem anderen Thema der Fall war“, so Breit. Die Gewerkschaft der Polizei hat vor möglichen Fan-Ansammlungen vor den Stadien gewarnt. „Unsere Kurve“, „Fanszenen Deutschland“ und „ProFans“ hatten in der Coronavirus-Krise einen grundlegenden Wandel im Profifußball gefordert. (dpa/len)

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