Fans von Werder Bremen und allen anderen Bundesligisten müssen sich auf Geisterspiele einstellen. Künftig soll es daher Gesprächsrunden von DFB, DFL und Fanvertretern geben.
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Fans von Werder Bremen und allen anderen Bundesligisten müssen sich auf Geisterspiele einstellen. Künftig soll es daher Gesprächsrunden von DFB, DFL und Fanvertretern geben.

Maßnahmen in der Corona-Krise

DFB und DFL suchen Dialog mit den Fans

Frankfurt/Main – Michael Gabriel, der Leiter der bundesweiten Koordinationsstelle für Fanprojekte (KOS), hat den Austausch der Fußballverbände mit Fanvertretern - etwa von Werder Bremen - über Maßnahmen in der Coronavirus-Krise begrüßt.

„Dieser Dialog ist auch deswegen von größter Bedeutung, weil es wahrscheinlich ja demnächst Spiele ohne Fans geben soll“, sagte Gabriel dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Nach Angaben des KOS-Leiters haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) regelmäßigen Runden mit Fanbeauftragten und Fanorganisationen zugestimmt. „Dadurch werden Fans in die Entscheidungen eingebunden, können ihre Perspektive einbringen und können diese auch anders in ihre Strukturen tragen“, sagte Gabriel. Auch für Fans von Werder Bremen ist das eine gute Nachricht, das Fanprojekt Bremen, das 1981 gegründet wurde, ist Teil der KOS.

Werder Bremen und Co: Vereine sollen sich um Sorgen der Fans kümmern

Der Spielbetrieb im Fußball ruht derzeit bekanntlich wegen der Coronavirus-Pandemie. Am 23. April will eine außerordentliche Mitgliederversammlung der DFL über eine mögliche Wiederaufnahme der Saison in den Bundesligen im Mai beraten. Die Konferenz war ursprünglich für den 17. April geplant gewesen, ist aber verschoben worden. Bei den erwarteten Geisterspielen ohne Zuschauer werde der Fußball einen „Kulturverlust“ erleben, prognostizierte Michael Gabriel. „Der Fußball ist nur durch Fans das, was er ist“, sagte der KOS-Chef. Daher müssten die Vereine sich um die Sorgen der Anhänger kümmern. „Ihr Engagement darf nicht als selbstverständlich betrachtet werden.“

Derzeit konzentrieren sich viele Fangruppen laut Gabriel „in beeindruckender Weise auf ihr soziales Engagement in Zeiten der Pandemie, indem sie sich vielerorts für die Schwachen in der Gesellschaft oder das Personal in den Krankenhäusern einsetzen“. Künftig würden die Fans aber auch ihre Kritik am modernen Fußballbetrieb wieder mit Aktionen deutlich machen. Eine stärkere Anbindung der Fanabteilungen an die Vorstände der Clubs und klare Verantwortliche für Fananliegen in den Chefetagen könnten laut Gabriel den Dialog stärken. Der Fußball müsse die Fans „auch bei den konfliktbehafteten Themen“ einbinden. (dpa/dco)

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