Der Werder-Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“, hier vertreten durch die Mitglieder Ferdinand, Daniela, Maren, André und Martina, zeigt sich aufgrund seines Besuchs im Weserstadion bestens gelaunt.
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Der Werder-Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“, hier vertreten durch Ferdinand, Daniela, Maren, André und Martina, zeigt sich aufgrund seines Besuchs im Weserstadion bestens gelaunt.

Deichstube-Serie: „Corona-Fanclubs“

„Mut zur Lücke“: Von der Tipprunde zum Werder-Fanclub mit sozialem Engagement

Bremen – Von Annika Hinke. Der Werder-Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“ ist aus einem Tippspiel entstanden – und als Zeichen gegen den Abstieg. Auch der Handball spielt eine Rolle.

Vor einigen Wochen hatte die DeichStube einen Aufruf gestartet: Welche Fanclubs des SV Werder Bremen haben sich während der Corona-Pandemie gegründet - und warum ausgerechnet jetzt? Es hat zahlreiche Rückmeldungen gegeben. Einige dieser Fanclubs stellen wir nun in loser Folge vor. Diese Episode dreht sich um „Mut zur Lücke“.

Man kennt das ja. Das Wochenende naht – und natürlich wird im Freundeskreis munter getippt, wie denn wohl am Wochenende in der Bundesliga gespielt wird. Genau so haben es auch André Hollmann und seine Freunde gemacht. Doch daraus wurde mehr: Aus der Tipprunde entstand ein neuer Fanclub des SV Werder Bremen: „Mut zur Lücke“. „Aus dem ursprünglichen Freundeskreis sind einige Leute heute noch dabei, andere sind mittlerweile abgesprungen oder hinzugekommen“, erzählt Hollmann, der die Rolle des ersten Vorsitzenden übernommen hat. Mittlerweile kamen Sitznachbarn aus dem Weserstadion oder die eigenen Eltern und Kinder hinzu, der Fanclub hat inzwischen 16 Mitglieder.

Werder Bremen-Corona-Fanclub: „Mut zur Lücke“ - Idee zur Gründung entstand bei einem Grillfest

„Unsere Gruppe hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda erweitert. Wenn wir merken, dass es mit jemandem gut passen könnte, dann findet man zueinander“, erzählt André Hollmann. So richtig offiziell hat sich der Fanclub aus Bremen und dem Umland im August 2021 gegründet, die Idee wurde bei einem gemeinsamen Grillfest in Oyten geschmiedet. „Unsere Gründung kommt aber nicht nur durch die Corona-Pandemie, sondern hat vor allem mit dem Abstieg zu tun. Wir wollten ein Zeichen setzen“, betont Hollmann.

Nach dieser Grillparty wurden persönliche Treffen aber aufgrund der steigenden Inzidenzen schwierig. Doch nicht nur deshalb: „Viele von uns sind ehrenamtlich in den lokalen, kleineren Sportvereinen eingebunden. Im Normalfall haben deshalb selten wirklich alle Zeit“, erklärt der Vorsitzende. Bei Heimspielen des SV Werder Bremen sind Teile des Fanclubs trotzdem stets im Stadion vertreten, „ein Teil unserer Gruppe hat Dauerkarten. Für die Mitglieder, die keine Karten haben, können wir über das Fanclub-Kontingent an Karten kommen“.

Werder Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“ startet Spendenaktion für die Ukraine – 1100 Euro für den guten Zweck gesammelt

Für die Kommunikation wird an Spieltagen die eigene WhatsApp-Gruppe benutzt. „Wenn ein Spieltag näher rückt, dann häufen sich die Nachrichten. Vor allem während des Spiels wird viel kommentiert. Dort kann man seinen Frust, aber auch sein Lob zum Ausdruck bringen“, erzählt Hollmann. „Die Gruppe ist aber nicht nur auf Fußball limitiert. Jetzt gerade haben wir auch eine Spendenaktion für die Ukraine gemacht“. Bei dieser Spendenaktion sammelten die Fanclub-Mitglieder von „Mut zur Lücke“ rund 1100 Euro.

Unter Gleichgesinnten: Die Mitglieder Uli, Ilse, Jan und Claus vom Werder-Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“ freuen sich über den Besuch in ihrem „Wohnzimmer“, dem Weserstadion.

Werder Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“ mit Wurzeln im Handball und Sinn für soziales Engagement

„Einer der Hauptsponsoren von Werder Bremen hat sich dann netterweise dazu bereiterklärt, die Summe zu verdoppeln, sodass insgesamt rund 2000 Euro gesammelt wurden.“ Ohnehin versteht sich „Mut zur Lücke“ nicht nur als Fußball-Gemeinschaft. „Soziales Engagement wird für uns immer ein Punkt sein, der unseren Fanclub begleiten wird“, betont Hollmann. „Das, was in der Ukraine passiert ist, ließ für uns keinen anderen Schritt zu, als da aktiv zu werden.“

Aktiv sind die Gründungsmitglieder aber nicht nur im sozialen Bereich. Ein Teil von ihnen kommt ursprünglich aus der Handball-Szene. „Das Lieblings-Aufwärmspiel von Handballern ist ja bekanntlich Fußball. Man munkelt sogar, dass einige Handballer bessere Fußballer wären“, scherzt der erste Vorsitzende. Doch nicht nur die Gründungsmitglieder kommen aus dem Handball, auch der Name „Mut zur Lücke“ geht darauf zurück - und nicht, wie man denken könnte, auf Werder Bremens Profi mit Spitzname „Lücke“, Niclas Füllkrug. „Beim Handball geht es immer darum, in der gegnerischen Abwehr die Lücke zu finden. Eigentlich ist der Name dann daraus entstanden, dass wir das adaptiert haben.“

Werder Bremen-Fanclub „Mut zur Lücke“ sieht in den Grün-Weißen einen „heißen Aufstiegskandidaten“

Dass die Bremer Mannschaft in der laufenden Saison öfter die Lücke in der gegnerischen Abwehr findet, begeistert auch André Hollmann. „Es ist natürlich sehr wohltuend, zu sehen, dass Werder Bremen wieder in der Erfolgsspur ist“. Den Grund dafür sieht er nicht nur bei Ole Werner, den er für den genau richtigen Trainer hält, sondern auch im Team, das sehr harmonisch wirkt. „Wir haben gute Charaktere, und die Mannschaft ist endlich wirklich zusammengewachsen. Ich denke, Werder ist ein heißer Aufstiegskandidat.“

Beschwören möchte der erste Vorsitzende dies aber nicht, denn gerade durch die Corona-Pandemie könne es immer wieder zu Ausfällen kommen. Und selbst wenn es am Ende wider Erwarten nicht für den Aufstieg reichen sollte, kann der Bremer der aktuellen Spielklasse auch etwas Gutes abgewinnen „Die interessanteren Gegner sind momentan in der 2. Liga: die beiden Nordderbys gegen die Hamburger Clubs, das kleine Derby gegen Hannover oder das Spiel gegen Schalke“, zählt Hollmann auf. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist es aber klar, dass Werder aufsteigen muss.“ (ahi) Schon gelesen? „Grün-Weiß Neuarenvrees“: Werder-Fanclub noch kein Glücksbringer, aber mit Clemens und Fritz!

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