Der Fanclub „Ostkurve Südbaden“ wurde während der Corona-Pandemie gegründet. Aktuell zählen 21 Fans des SV Werder Bremen zu seinen Mitgliedern.
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Der Fanclub „Ostkurve Südbaden“ wurde während der Corona-Pandemie gegründet. Aktuell zählen 21 Fans des SV Werder Bremen zu seinen Mitgliedern.

Neue DeichStube-Serie: „Corona-Fanclubs“

Wenn die Zeitung hilft: Die Corona-Geschichte vom Werder-Fanclub „Ostkurve Südbaden“

Oberkirch – Von Annika Hinke. Als der Fanclub endlich gegründet war, machte Corona alle Träume von der direkten Unterstützung des SV Werder Bremen zunichte. Doch die „Ostkurve Südbaden“ wurde trotzdem noch etwas voller und geht inzwischen mit 21 Mitgliedern auf grün-weiße Reisen. Geholfen hat gleich zwei Mal die Tageszeitung vor Ort – und jetzt hofft Marco Sauer mit seinen Mitstreitern natürlich auf die Rückkehr in die Bundesliga. Der DeichStube hat der 24-Jährige erzählt, wie die „Ostkurve Südbaden“ die beiden schwierigen Jahren erlebt hat.

Vor einigen Wochen hatte die DeichStube einen Aufruf gestartet: Welche Fanclubs des SV Werder Bremen haben sich während der Corona-Pandemie gegründet - und warum ausgerechnet jetzt? Es hat zahlreiche Rückmeldungen gegeben. Jetzt stellen wir einige Fanclubs in loser Folge vor. Nun ist die „Ostkurve Südbaden“ an der Reihe.

„Ich persönlich bin durch Miroslav Klose Werder-Fan geworden“, berichtet Marco Sauer. Klose, der damals bei Bremen unter Vertrag stand, fiel dem Gründer des Werder-Fanclubs bei der WM 2006 in Deutschland ins Auge: „Damals als Kind war ich total begeistert von ihm. Er wurde Torschützenkönig. Nachdem er dann ein Jahr später zum FC Bayern München gewechselt ist, bin ich bei Werder geblieben und bis heute dem Verein treu.“

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Werder Bremen-Fanclub „Ostkurve Südbaden“ hatte 2020 sieben Gründungsmitglieder - heute sind es 21

Aus dieser Vereinsliebe entstand gut zehn Jahre später die Idee einen Fanclub zu gründen „Schon 2016 gab es die ersten Überlegungen. Ich bin damals mit zwei weiteren Fans zu den Auswärtsspielen in Freiburg und Stuttgart gefahren. Manchmal waren wir auch in Bremen“. Aus der anfänglichen Spielerei wurde dann 2020 tatsächlich der offiziell eingetragene Werder-Fanclub „Ostkurve Südbaden“. „In der Saison lief es ja sportlich nicht so rund. Der Abstieg drohte. Da haben wir uns gesagt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Also haben wir Nägel mit Köpfen gemacht. In der schweren sportlichen Zeit wollten wir ein Zeichen setzen, auch wenn das aus der Entfernung vielleicht nicht so viel bringt“, erklärt Sauer.

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Der Gründungstag des Fanclubs fällt auf den 4. Februar – kein Zufall, denn auch der SV Werder Bremen wurde an diesem Datum gegründet. Der 4. Februar fällt allerdings im Jahr 2020 auch in den Beginn der Corona-Pandemie: „Vier Wochen nach unserer Registrierung als Fanclub ging es mit Corona in Deutschland richtig los. Das hat uns gerade in der Anfangszeit so ein bisschen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt Sauer. Statt Stadionbesuch gegen Freiburg mussten die sieben Gründungsmitglieder des Fanclubs Ostkurve Südbaden die Spiele im Fernsehen verfolgen. Und auch neue Mitglieder zu gewinnen, war unter diesen Bedingungen natürlich schwierig.

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Werder Bremen-Fanclub Ostkurve Südbaden - die Stimmung könnte kaum besser sein

„Wir haben den Weg über unsere lokale Tageszeitung gewählt, in der dann ein Artikel über uns erschienen ist“, berichtet Sauer. Der Artikel war ein voller Erfolg, die Mitgliederzahl verdoppelte sich. Und ein weiterer Zeitungsartikel ein Jahr später brachte die nächsten Sieben auf einen Streich. Offizielle Fanclub-Treffen waren wegen der Corona-Beschränkungen weiterhin nicht möglich. „Es gab nur private Treffen bei Einzelnen zuhause zum Fußball gucken“, erzählt der 24-Jährige aus Baden-Württemberg. So wurde auch der Abstieg am Ende der vergangenen Saison im Wohnzimmer verfolgt. „Wir wären gerne mal im Stadion gewesen und hätten den Verein dort unterstützt“, seufzt der Oberkirchner.

Von der anfänglichen Enttäuschung hat sich der Fanclub des SV Werder Bremen allerdings schnell erholt. „Wir haben unseren Fokus auf die 2. Liga gerichtet. Und da gab es einige Spiele in unserer Nähe. Wir waren gegen Karlsruhe, Darmstadt und Sandhausen im Stadion“, so Sauer. Wenn der Fanclub nicht im Stadion ist, treffen sich die 21 Mitglieder an Spieltagen in der örtlichen Kneipe und gucken dort die Spiele. Die Stimmung könnte aktuell natürlich kaum besser sein. „Wir sind alle begeistert und denken jetzt eher Richtung erste Liga“, sagt der 24-Jährige, gibt aber auch zu: „Ich bin eigentlich eher der Pessimist und war mir spätestens mit dem Rücktritt von Markus Anfang sicher, dass es diese Saison mit dem Aufstieg nichts wird. Mit den noch offenen Duellen gegen die direkten Konkurrenten Schalke, Darmstadt und St. Pauli haben wir es jetzt aber selbst in der Hand“ Und wenn Werder Bremen es richtig anstellt, könnte es im Sommer für seinen neuen Fanclub das erste Mal so richtig was zu feiern geben. (ahi)

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